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Menschen in BewegungSo fahren sich die Klassiker ab Werk von Jaguar und Land Rover

Tim Hannig verkauft bei Jaguar und Land Rover Klassiker ab Werk. Wir waren auf Probefahrt mit drei brandneuen Oldtimern.

Tim Hannig, Chef der Klassik-Abteilung von Jaguar und Land Rover, mit der bisherigen „Reborn“- Palette © JAGUAR LAND ROVER
 

Eigentlich bräuchte man vier Hände. Wenn nicht sogar fünf. Zwei, um den Land Rover mit sanfter Gewalt zum Einlenken zu bewegen, zwei, um den Ganghebel mit Nachdruck in die Schaltgasse zu drücken. Und, wenn man es genau nimmt, eine Hand, um durch das Lenkrad hindurch auf das Armaturenbrett zu greifen und den Blinker zu bedienen.

Abbiegen in einem Nutzfahrzeug anno 1948, kürzlich live erfahren an einem werksneuen Land Rover Serie I. Diese Zeitreise macht das „Reborn“-Programm der Schwestermarken Jaguar und Land Rover möglich: Seit 2016 bietet die Klassikabteilung der Briten nicht nur Werksrestaurationen an, sondern auch, einen von Grund auf restaurierten Oldtimer neu zu kaufen. Ab rund 85.000 Euro ist man bei einem Land Rover dabei.

Oldtimer: Jaguar

Einen passenderen Rahmen für die Vorstellung dieses Jaguars hätte es kaum geben können. So zeigen die Briten auf der Techno Classica, die von 5. bis 9. April in Essen statt findet, ihr erstes Reborn-Programm, dass dem legendären E-Type gewidmet ist.

JAGUAR

Eine anfängliche Serie von zehn zuvor sorgfältig ausgesuchten und dann nach exakten Werksvorgaben in der Jaguar Land Rover Classic-Werkstatt in Coventry restaurierten E-Type-Modellen wird zum Verkauf angeboten.

JAGUAR

Das Reborn-Programm geht hierbei über eine Restauration aber weit hinaus. Jaguar Classic hat E-Type Reborn als umfassendes Serviceangebot konzipiert. Es eröffnet interessierten Kunden die Gelegenheit, einen originalgetreuen E-Type direkt vom Originalhersteller zu erwerben. Die Einführung des E-Type ist zwar eine Premiere für die Marke Jaguar, neben den klassischen Serie I Land Rover und den Range Rover Classic aber bereits das dritte Modell des Reborn-Programms.

JAGUAR

Wie läuft dieses Programm also nun ab? Jeder – als Ausgangsbasis für eine Restaurierung – ausgewählte E-Type wird nach den Original-Werksspezifikationen aus den 1960er-Jahren wieder in einen Neuzustand versetzt. Der Zugang zu Auslieferungslisten mit allen Fahrzeugdaten und Originalzeichnungen aus dem Archiv des Jaguar Heritage Trust sichern dabei die Authentizität.

JAGUAR

Selbstverständlich werden bei allen Arbeiten nur Jaguar-Originalteile verwendet, um so die Qualität, die Langlebigkeit und somit auch den hohen Sammlerwert der Fahrzeuge zu gewährleisten.

JAGUAR

Als Basis für das erste Projekt dient ein Serie I Fixed Head Coupé mit 4,2-Liter-Motor in der Farbe Opalescent Gunmetal Grey. Der E-Type wurde im Mai 1965 nach Kalifornien geliefert und 1983 mit einer Laufleistung von über 125.500 Kilometern abgemeldet und eingelagert. Das Coupé hat “matching numbers“, also noch Original-Motor und -Getriebe.

JAGUAR

Alles wurde von Jaguar Classic-Technikern von Grund auf überholt oder restauriert, denn sie folgen dem Prinzip, dass so viele Teile wie möglich bei einem Reborn-Fahrzeug erhalten oder nach Original-Arbeitsverfahren und -Spezifikationen neu aufgebaut werden sollen.

JAGUAR

Sicherheitsrelevante Teile in schlechtem Zustand werden hingegen durch Neuteile ersetzt. Wo es nötig ist, werden von Jaguar Classic auch neue Bleche angefertigt. Die Liebe zum Detail geht so weit, dass die Techniker bei der Montage der neuen Bleche sogar dem historisch korrekten Punktschweißschema folgen. Produktverbesserungen aus späteren E-Type-Modellen können auf Wunsch und gegen Aufpreis in den Restaurierungsprozess einfließen.

JAGUAR

Dazu zählen ein verbessertes Kühlsystem unter Verwendung von E-Type Lightweight-Teilen, ein vollsynchronisiertes Getriebe (falls nicht schon im Original-Modell installiert) und Bremssättel aus dem E-Type Series II. Durchgeführt werden die Arbeiten von Jaguar Land Rover Classic, eine eigene Abteilung des Geschäftsbereichs Special Vehicle Operations nur für derartige Projekte.

JAGUAR

Ein 130 Köpfe starkes Team aus hochqualifizierten Ingenieuren, Hochschulabsolventen und Auszubildenden hat sich auf außergewöhnliche Reborn-Restaurierungen für beide Marken und exklusive „Continuation Cars” wie die originalgetreu nachgebauten Modelle des Jaguar E-Type Lightweight und XKSS spezialisiert. Zu den Preisen für die E-Types der Reborn-Serie wollte Jaguar noch nichts vertraten. Nur so viel, dass sie sich nach den jeweiligen Fahrzeutspezifikationen richten.

JAGUAR
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Dafür trägt das Team von Chef Tim Hannig geeignete, aber von den Jahren gezeichnete Exemplare zusammen, um sie mit Originalteilen wieder nach ihren ursprünglichen Werksvorgaben herzurichten. Der Zugang zu Auslieferungslisten mit allen Fahrzeugdaten und Originalzeichnungen sichern dabei die Authentizität. Sogar dem historisch korrekten Punktschweißschema wird gefolgt. „,Reborn' zeigt das große Können unserer Mitarbeiter, wenn es um das Restaurieren und die Instandhaltung unserer Klassiker geht“, sagt Hannig.

Oldtimer: Range Rover

Auf der Oldtimershow Rétromobile Paris feiert der erste im Rahmen des Reborn-Programms wiederaufgebaute Range Rover Classic seine Weltpremiere.

LAND ROVER

Mit dem Reborn-Programm auch für den Range Rover Classic knüpft Jaguar Land Rover Classic an die 2016 gestarteten Werksrestaurierungen für die Serie-I-Modelle des Land Rovers an.

LAND ROVER

Der erste von zunächst zehn wiedergeborenen Range Rovers stammt aus dem Jahr 1978 und präsentiert sich dem Publikum im Farbton Bahama-Gold.

LAND ROVER

Für die Gemischaufbereitung seines 3,5 Liter großen V8 sind zwei Zenith-Stromberg-Vergaser zuständig.

LAND ROVER

Die Leistung von 135 PS und das ab 2500 Umdrehungen anliegende Drehmomentmaximum von 251 Newtonmetern werden via Viergang-Getriebe auf die Antriebsachsen geleitet.

LAND ROVER

Ein sperrbares Mitteldifferenzial und eine Geländeuntersetzung sind natürlich auch an Bord.

LAND ROVER

In einer ersten Serie wird Land Rover Classic am Stammsitz Solihull zehn Exemplare nach deren originalen Spezifikationen der 1970er-Jahre neu aufbauen.

LAND ROVER

Die Preise für einen Range Rover Classic starten ab 135.000 Pfund – ja, das sind rund 155.000 Euro.

LAND ROVER

Und nein, dafür gibt es nicht einmal Lederitze: Die ersten Range Rover waren im Interieur sehr spartanisch gehalten.

LAND ROVER
LAND ROVER
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Und deshalb springen wir gleich weiter in das Jahr 1961, als Jaguar einen der begehrenswertesten Sportwagen aller Zeiten lancierte. Die Rede ist natürlich vom Jaguar E, über dessen nicht enden wollende Motorhaube wir gerade blicken. „Den E-Type wieder neu anzubieten, ist eine extrem spannende Angelegenheit“, sagt Hannig. Bei ihren Restaurationen widerstehen die Briten übrigens der Versuchung, die Oldtimer durch Modernisierungen ihres Charakters zu berauben: Für den E kann man ein synchronisiertes Getriebe haben, eine elektronische Zündung, ein besseres Kühlsystem und ein Retro-Radio, in dem sich ein Navi versteckt. Mehr nicht - und sehr vieles wäre da möglich, nicht wegen des Preises von 335.000 Euro.

So auch beim Range Rover, womit wir im Jahr 1970 und bei einem bis heute standhaltenden Designmeilenstein angekommen sind. Heute gibt es SUV um 160.000, die sind nicht halb so cool.

Kommentare (1)

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scionescio
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Lesenswert?

Das klingt zwar im ersten Moment sehr cool - aber trotzdem verstehe ich nicht, warum man sich so einem Risiko aussetzt!

Kein Airbag, keine berechneten Knautschzonen, überforderte Bremsen, furchtbare Abgaswerte … kein Mensch würde sich nach veralteten medizinischen Standards behandeln lassen und dabei seine Gesundheit regieren!
Außerdem gibt es veraltete und sicherheitstechnisch bedenkliche Technik weit billiger von der Stange bei Dacia zu kaufen....

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