Verkehrsregeln im ÜberblickWas E-Scooter-Fahrer dürfen - und was nicht

Dass immer mehr E-Scooter in den Städten unterwegs sind, ist eine gute Sache. Aber immer öfter fragt man sich - dürfen die das? Wir haben die Antworten.

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Zu zweit darf man auf einen E-Scooter nicht unterwegs sein © Getty Images/Westend61 (Westend61)
 

Egal ob gekauft oder geliehen - der E-Roller boomt als urbane Art der Fortbewegung. Inzwischen sieht man die elektrifizierten Tretroller in der Stadt überall. Und zwar wirklich überall - mitunter kommen sie einem sogar im Supermarkt und auf dem Gehweg entgegen gestromert. Welche Regeln für die Cityflitzer gelten.

Als was sind E-Scooter vor dem Gesetz eingestuft?
E-Scooter gelten als „Mini- oder Kleinroller mit elektrischem Antrieb“, sofern sie eine höchstzulässige Leistung von nicht mehr als 600 Watt und eine Bauartgeschwindigkeit von nicht mehr als 25 km/h aufweisen. Für Roller, die diese Angaben überschreiten, muss ein Mopedführerschein oder eine Lenkberechtigung irgendeiner Führerscheinklasse vorliegen.

Wie schnell darf ich mit dem E-Scooter fahren?
Die Maximalgeschwindigkeit liegt bei 25 km/h. Das bedeutet aber natürlich nicht, dass man immer und überall so schnell fahren darf. Das Tempo muss immer der Verkehrssituation angepasst sein.

Wo darf ich meinen E-Scooter benützen?
Die Regeln decken sich Großteils mit jenen, die für Radfahrer gelten. Insbesondere die Benützungspflicht für Radwege, Mehrzweckstreifen oder Radfahrsteifen, so sie vorhanden sind. Nur wenn keiner vorhanden ist, darf die Fahrbahn benutzt werden. Abgesehen vom Radweg dürfen die Scooter auch nicht nebeneinander unterwegs sein.

Darf ich mit dem E-Scooter auf dem Gehsteig fahren?
Grundsätzlich ist das Befahren von Gehsteigen und Gehwegen mit E-Scootern verboten. Die zuständige Behörde kann es jedoch  erlauben. Ist dies der Fall, so dürfen diese Verkehrsflächen jedoch maximal mit Schrittgeschwindigkeit befahren werden. Ein Fahrverbot gilt auch für den Zebrastreifen: Das Befahren von Schutzwegen zum Queren der Fahrbahn ist verboten.

Darf man mit dem Roller durch die Fußgängerzone düsen?
Das Befahren von Fußgängerzonen mit E-Kleintretrollern ist grundsätzlich verboten. Ist jedoch das Radfahren gestattet, so darf dort auch mit E-Kleintretrollern gefahren werden, wobei die Geschwindigkeit dem Fußgängerverkehr anzupassen ist. Auch  Wohnstraßen und Begegnungszonen muss das Tempo den Fußgängern angepasst werden. 

Mit ist kürzlich ein E-Scooter im Einkaufszentrum entgegen gekommen. Ist das legal?
Nein. In Gebäuden generell, auch in sehr großen wie Bahnhöfen oder Einkaufzentrum ist das Fahren nicht erlaubt.

Kann ich auf dem E-Scooter jemanden mitnehmen?
Nein. Fahren zu zweit ist verboten.

Gilt für E-Scooter-Fahrer eine Promille-Grenze?
Ja. Sie dürfen den Alkoholgrenzwert von 0,8 Promille nicht überschreiten.

Wie müssen E-Scooter ausgestattet sein, um legal auf der Straße unterwegs zu sein?
Ein Elektroroller braucht eine wirksame Bremsvorrichtung, Rückstrahler oder Rückstrahlfolien, die nach vorne in Weiß, nach hinten in Rot und zur Seite in Gelb wirken, sowie bei Dunkelheit und schlechter Sicht ein weißes Licht nach vorne und ein rotes Rücklicht.

Wo darf man einen E-Scooter parken?
Grundsätzlich sind die Roller so abzustellen, dass sie nicht umfallen oder den Verkehr behindern können. Zum Beispiel an Fahrradständern. Auf dem Gehsteig ist das Abstellen von E-Kleintretrollern nur dann zulässig, wenn dieser mehr als 2,5 Meter breit ist. Dies gilt allerdings nicht im Bereich von Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel.

Ich möchte meiner sechsjährigen Tochter einen E-Scooter zum Geburtstag schenken. Was muss ich beachten?
Das gesetzlich vorgeschriebene Alterslimit für die Benutzung liegt bei 12 Jahren bzw. 9 oder 10 Jahren, wenn die Kinder einen Radfahrausweis haben. Bei jüngeren Kindern muss eine Begleitperson von zumindest 16 Jahren dabei sein. In Spiel- und Wohnstraßen, die für den gesamten Fahrzeugverkehr gesperrt sind, ist Kindern die Benutzung ohne Begleitung erlaubt.

Gilt für Fahrer von E-Scootern eine Helmpflicht?
Es gilt (wie auch beim Fahrrad) eine Helmpflicht für Kinder bis zwölf Jahre - darüber hinaus nicht. Laut einer aktuellen Umfrage des Kuratoriums für Verkehrssicherheit tragen nur 10 Prozent der Fahrer einen Helm. Nicht ungefährlich, wie Klaus Robatsch, Leiter der Verkehrssicherheitsabteilung im KFV, vorrechnet: „Fährt man ungebremst in ein festes Hindernis sind 25 km/h wie der Sturz kopfüber von einem 2,5 Meter hohen Baum direkt auf Beton."

Kommentare (8)
herwig67
0
5
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Wissen E-Scooter Fahrer nicht

Diese Regeln kennen die meisten nicht bzw. sind ihnen völlig egal. In der heutigen Spass Gesellschaft ist das Einhalten von Regeln out.

MS80
9
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Scooter-Wahn

Das ist absolute Drecks-Qualität aus Fernost!
Mit diesem wertlosen Spielzeug muss sich der motorisierte Verkehrsteilnehmer tagtäglich abmühen, da sich allerlei Halblustige mit diesem Müll auf den Fahrbahnen tummeln, glauben anscheinend, sie sind am Spielplatz im Urlaubsort!
Wann wird in dieser Causa endlich mittels Gesetz hart durchgegriffen?

Aleksandar
8
21
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Warum?

"Dass immer mehr E-Scooter in den Städten unterwegs sind, ist eine gute Sache." Warum wird das behauptet?
Es werden Akkus hergestellt, deren Herstellung bereits die Umwelt belastet (Gewinnung von Rohstoffen!). Dann braucht der Scooter Energie. Und zuetzt ist der Sondermüll Akku zu entsorgen.
Und alles nur deshalb, weil viele Menschen zu faul sind, sich ohne "fremde" Hife fortzubewegen. Und weil's die Wirtschaft freut, wenn viele Scooter gekauft werden.

melahide
2
1
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Natürlich

wäre ein Fahrrad den E-Scootern vorzuziehen (auch den E-Bikes). Vor allem im doch recht flachen Graz. Allerdings - gegenüber Autos würde ich doch wieder die Scooter vorziehen. So viele Menschen sind in Graz in meist sehr großen Autos alleine unterwegs (das ist die „ich bin flexibel, faul, egoistisch und unabhängig Gesellschaft“) ... wenn da einer sein Auto stehen lässt und mit Scooter fahrt, ist es auch schon wieder besser

Carlo62
7
12
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Mit den selben Argumenten...

...müsste man dann auch Mobiltelefone, Tablets, Kameras, Elektrowerkzeuge und vieles andere verbieten. Es kommt auf die Größe des Akkus an! Gegenüber BEV sind E-Scooter sicher die vernünftige Variante zur Bewältigung der „letzten Meile“.

Aleksandar
4
12
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Auf dem richtigen Weg

Die Umweltzerstörung und der daraus resultierende Klimawandel müssen gestoppt werden. Das geht nur durch Bereitschaft zum Verzicht. Scooter dienen der Bequemlichkeit. Es ist richtig, dass auch Mobiltelefone, Tablets und Kameras (alle mit Akkus) nicht unproblematisch sind. Auch hier wäre es geboten, nachzudenken, ob man tatsächlich ein neues Gerät braucht.

Carlo62
4
2
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Grundsätzlich kann man auf (fast) alles verzichten

Die Frage ist nur, wollen wir auf unsere Lebensqualtiät und schlussendlich auf unsere Gesundheit und Lebenserwartung wirklich nachhaltig verzichten? So wie ich das sehe, möchen Sie auf den ganzen Verkehr verzichten. Ok, dann können Sie aber auch gleich auf den Weg zu Fuß zum Supermarkt auch verzichten, denn dort wird es nichts geben!

Aleksandar
2
4
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Egoistischer geht's wohl nicht mehr?

Ich denke, gesund hält man sich, indem man selbst Bewegung macht, nicht sich durch e-Motoren bewegen lassen. Man darf zu Fuß gehen, darf mit dem Fahrrad strampeln, darf Scooter ohne "e" fahren. Der Individualverkehr gehört selbstverständlich drastisch reduziert; ausgebaut muss werden muss der öffentliche Verkehr. Wir haben für die nachfolgenden Generationen Verantwortung; wir können uns nicht auf den egoistischen Standpunkt stellen: Ich lass mir meine Lebensqualität nicht nehmen; mir ist egal, was kommt, was die anderen ausbaden werden müssen."