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Ohne Wintersportwochen kämen viele Kinder nicht mehr auf Pisten

Skifahren ist für viele Familien inzwischen unleistbar geworden. Skigebiete setzen deswegen auf Gratis-Liftkarten. Das Land greift mit Förderungen unter die Arme.

© Imago | Chris Emil Janßen
Viele Jugendliche kommen nur während Wintersportwochen zum Skifahren
Simone Rendl
Redakteurin Bundesland Steiermark

Die Zeiten, in denen jedes Wochenende auf Skipisten verbracht wurde und Kindern bereits im Kindergartenalter das erste Mal Ski angeschnallt wurden, sind für viele schon lange nicht mehr Realität. Der Klimawandel erschwert kleinen Gebieten den Betrieb, Liftanlagen werden immer häufiger geschlossen. Dort, wo Schnee liegt, steigen jährlich die Preise für Liftkarten. Eine Kombination, die dazu führt, dass immer weniger Kinder und Jugendliche das Skifahren beherrschen. Wintersportwochen und Skifahren im Rahmen des Turnunterrichts werden demnach als Bildungsangebot immer relevanter.

Andreas Hausberger, Fachinspektor für Bewegungserziehung und Sport in der Bildungsdirektion Steiermark, weiß genau, wie wichtig Wintersportwochen sind: „Die Schule ist eigentlich die ‚größte Skischule Österreichs‘. Hier geht es nicht nur um das Erlernen wichtiger Fähigkeiten und den Erhalt und die Pflege des österreichischen Kulturguts Schneesport, sondern auch um das Bilden eines Gemeinschaftsgefühls.“ Für viele Kinder und Jugendliche sei es zudem das erste Mal, von daheim weg zu sein.

300.000 Euro schon ausgeschöpft

Von 102 steirischen AHS und BMHS veranstalteten im Schuljahr 2024/25 insgesamt 70 Schulen mit 9000 Jugendlichen eine Wintersportwoche, bei den Mittelschulen waren es 101 von 162, oder umgerechnet ungefähr 3900 Schülerinnen und Schüler. Zahlreichen Familien fehlt es für die Teilnahme an finanziellen Mitteln. Schon im vergangenen Schuljahr griff das Land Steiermark mit mehreren Hunderttausend Euro Förderung unter die Arme und übernahm in Zuge dessen die Reisekosten für Schülerinnen und Schüler. Insgesamt kam das Förderpaket 95 Schulen und 289 Klassen zugute.

Auch für das Schuljahr 2026/27 standen ob des Erfolgs laut dem Büro von Landeshauptmann Mario Kunasek 300.000 Euro Förderung zur Verfügung, mit der Voraussetzung: „Die Wintersportwochen müssen in steirischen Skigebieten stattfinden.“ Grund dafür sei gleichsam eine Unterstützung des steirischen Tourismus.

Die Schule ist eigentlich die ‚größte Skischule Österreichs‘.

— Andreas Hausberger, Fachinspektor Bewegungserziehung und Sport

Man gehe davon aus, dass eine Verringerung der finanziellen Hürden die Motivation für die Durchführung und Teilnahme an Wintersportwochen positiv beeinflusst. Das zeige laut Land Steiermark auch das große Interesse an der Förderaktion. „Das zur Verfügung gestellte Förderbudget war binnen eines Monats ausgeschöpft.“ Von dem positiven Effekt ist unterdessen auch Bildungslandesrat Stefan Hermann überzeugt: „Wer bereits in der Jugend Gefallen am Skisport findet, wird auch im Laufe seines Lebens mit Begeisterung die steirischen Wintersportgebiete besuchen.“

Aktionen fürs Gratis-Skifahren in der Steiermark

Gratis Skifahren für Schulkinder wird zwar nur in Schladming angeboten, in zahlreichen Skigebieten fahren Kinder in Begleitung von Erwachsenen bis zu einem gewissen Jahrgang gratis.

Am 13. Dezember findet im Naturpark Almenland außerdem der Familienskitag statt – Kinder bis 15 Jahre fahren gratis.

Für Kinder aus einkommensschwachen Familien werden laut Büro des Landeshauptmanns je nach Standort oft individuelle Lösungen gefunden. „Vielerorts leisten der Elternverein oder die Schulgemeinschaft finanzielle Unterstützung. Das ist jedoch immer eine Einzelfallentscheidung.“

Um mehr Kinder auf die Piste zu bekommen, hält auch die Vier-Berge-Skischaukel in Schladming an einer Aktion der vergangenen Jahre fest. Schulkinder dürfen im Rahmen des Turnunterrichts kostenlos auf die Piste. Neben Hauser Kaibling, Planai, Hochwurzen und Reiteralm sind auch die Fageralm, SKI Rittisberg und der Galsterberg bei der Aktion dabei. Die Nutzung ist einfach, so die Liftbetreiber: Die jeweilige Schülergruppe wird vorab bei der zuständigen Liftgesellschaft angemeldet. Zusätzlich ist eine offizielle Bestätigung der Schule erforderlich.