„Nahtloser Übergang“: Kärntner Traditionsgasthof verkauft
Nach über fünf Jahrzehnten suchten die Inhaber des Friesacherhofs in Prebl nach einem Nachfolger für ihr Familienunternehmen. Nun fand sich ein Käufer.

Vor einer ungewissen Zukunft stand zuletzt der Friesacherhof in Prebl auf rund 920 Metern Seehöhe. Denn der Betreiber Michael Friesacher gab heuer im Frühjahr bekannt, für den Traditionsgasthof mit 23 Zimmern nach 30 Jahren einen Nachfolger zu suchen, der bereits mit 1. Jänner 2027 übernimmt. „Nach drei Jahrzehnten intensiver Tätigkeit im Gastgewerbe ist für uns der Moment gekommen, neue Wege zu gehen und uns einem neuen Lebensabschnitt zu widmen“, erklärte Friesacher im Mai gemeinsam mit seiner Frau Aline, mit der er den von seinem Vater Adolf und dessen Zwillingsbruder Maximilian übernommenen Betrieb seit 1996 führt.
Als Begründung für diesen Schritt führte das Gastwirte-Ehepaar bereits im früheren Bericht der Kleinen Zeitung „persönliche Gründe“ an. „Wir sind dankbar für alle Begegnungen, die schönen Momente und die Treue unserer Gäste. Ein besonderer Dank gilt auch unseren Mitarbeitern für ihre Unterstützung über all die Jahre“, sagte das Gastwirteehepaar damals.
Käufer für Traditionsbetrieb gefunden
Doch nun ist klar, wie es mit der Liegenschaft mit einer Grundstücksfläche von insgesamt 3411 Quadratmetern weitergeht. „Glücklicherweise konnte für den Friesacherhof ein Käufer gefunden werden“, berichtet die Immobilienmaklerin Birgit Tatschl von Kandut Immobilien mit Sitz in Wolfsberg. Bei dem Käufer – über die Höhe des Preises wurde Stillschweigen vereinbart – handelt es sich um die KB Investment GmbH mit Sitz in Rieding bei St. Stefan, deren Geschäftsführerin laut Firmenbuch Katalin Brauner heißt. Namentlich in Erscheinung trat die gebürtige Ungarin bereits mit dem Kauf der Kapelle Maria Schnee auf der Koralpe, die sie, wie berichtet, im Herbst vor zwei Jahren erworben hatte.

Aufatmen können jedenfalls die Freunde gutbürgerlicher Küche im Lavanttal. „Die neue Besitzerin wird den Betrieb in derselben Form wie bisher weiterführen. Für den Gast des Friesacherhofs wird sich durch die Übernahme nichts ändern“, sagt Tatschl. Mit dem Erwerb der Immobilie wolle die Käuferin nämlich vor allem auch dazu beitragen, dass das bestehende gastronomische Angebot für die Region erhalten bleibe.
Chef bleibt vorerst an Bord
Nach der offiziellen Übergabe mit 1. Jänner 2027 wird außerdem vorerst auch noch der bisherige Chef des im Jahr 1971 gegründeten Familienunternehmens mit an Bord sein. „Ich werde die neue Eigentümerin für einen nahtlosen Übergang begleiten, weil es in meinem Sinne ist, dass die Tradition und die gutbürgliche Küche im Friesacherhof weitergeführt werden – wenngleich natürlich in das Grundkonzept frische Ideen einfließen werden“, sagt Friesacher, der allerdings ab dem nächsten Jahr als Koch in der Küche langsam Stunden reduzieren werde. Seine Frau wird sich nach der Neuübernahme im nächsten Jahr beruflich neu orientieren. Übernommen werden von der KB Investment GmbH indes jedenfalls auch alle aktuell zehn Beschäftigten.
Reservierungen für Feiern jeglicher Art – der Friesacherhof bietet in vier unterschiedlichen Räumlichkeiten Platz für 180 Gäste – werden bereits jetzt unter 04353 351 oder info@hotel-friesacherhof.at entgegengenommen.