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Palais Attems in Graz: Verkauf wieder vom Tisch

Das Land Steiermark hatte laut Budgetentwurf einen Verkauf des Barockpalais Attems geplant. Der ist nun vom Tisch. Was nicht heißt, dass es fürs Attems vermutlich neue Pläne braucht.

© Gery Wolf
Das barocke Treppenhaus im Palais Attems
Martin Gasser
Ressortleitung Kultur und Medien

Im Budgetentwurf für 2027 war der Verkauf von Immobilien wie dem Schloss Halbenrain und dem Palais Attems eingegangen. 25 Millionen Euro hätte der Verkauf einbringen sollen. Keine neue Idee, das 1962 vom Land Steiermark gekaufte Barockpalais in der Grazer Sackstraße, ist in den letzten Jahrzehnten schon mehrfach zu Verkauf gestanden. Nur: Einmal fanden sich keine Käufer für das denkmalgeschützte Haus, ein anderer Mal stieg die Regierung auf die Bremse, weil die Interessenten aus dem Ausland kamen und kein hinreichendes Nutzungskonzept vorlegten.

Der steirische herbst, die Manuskripte und das Joanneum haben dort Räumlichkeiten angemietet. Auch die Styriarte hat dort ihre Büros und tritt in den Prunkräumen als Veranstalterin auf. Den geplanten Verkauf nahm man zum Anlass für einen geharnischten offenen Brief an die Verantwortlichen, in dem der Verkauf als „Schande“ bezeichnet worden ist.

In einem Interview mit der „Kleinen Zeitung“ hatte der Kulturlandesrat Karlheinz Kornhäusl den Verkauf als „Fehler“ bezeichnet. Kornhäusl ist zwar politisch nicht für Liegenschaften zuständig, stellte aber in Aussicht, mit dem Landeshauptmann Mario Kunasek diesbezüglich noch Gespräche zu führen.

Auch die Grünen und die SPÖ sparten nicht mit Kritik. Die Klubobfrau der Grünen, Sandra Krautwaschl: „Das Palais Attems gehört den Steirerinnen und Steirern, es darf nicht verscherbelt werden.“ Und SPÖ-Klubobmann Hannes Schwarz: „Einmalerlöse aus dem Verkauf von Landesvermögen dürfen nicht dazu dienen, strukturelle Budgetprobleme kurzfristig zu kaschieren.“

„Verkauf steht nicht zur Debatte“

Allerdings kommt nun auch vom LH Entwarnung, aus seinem Büro hieß es Freitagmittag: „An das Büro des Landeshauptmannes wurden keinerlei Pläne für eine mögliche Veräußerung der Liegenschaft herangetragen. Es gibt weder ein entsprechendes Konzept noch konkrete Planungen für einen Verkauf. Auch von Landeshauptmann Mario Kunasek als zuständigem Liegenschaftsreferenten wurde kein Auftrag erteilt, Planungen in diese Richtung aufzunehmen. Ein Verkauf des Palais Attems steht daher nicht zur Debatte.“

Für die Styriarte war die Causa jedoch der Anlass, ein Nutzungskonzept für das Palais Attems vorzulegen. Schon seit Jahren liegen dort Pläne in der Schublade, einiges davon hat man ausprobiert (mit besagten Veranstaltungen). Im Dezember möchte das Festival nun im Dezember der Öffentlichkeit ein neues Nutzungskonzept präsentieren.