Neuer Campus um 58 Millionen Euro in Völkermarkt offiziell eröffnet
Am 23. Oktober wurde die neue Heimat des Gymnasiums und der HAK in Völkermarkt nach zweijähriger Bauzeit offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Nach dem Abriss des knapp fünf Jahrzehnte alten Gymnasiums in Völkermarkt entstand in der Johann-Heinrich-Pestalozzi-Straße 1 in nur zwei Jahren Bauzeit mit einer Gesamtinvestition in der Höhe von 58 Millionen Euro der neue Campus VK. Während des Neubaus des mehrgeschossigen Schulgebäudes samt Doppelturnhalle nach den Plänen der Grazer Architekten Sonja und Martin Frühwirth mussten die Gymnasiasten in ein eigens dafür errichtetes Containerdorf am Gummiparkplatz ausweichen. Mit Beginn des laufenden Schuljahres zog unter dem Dach des neuen Bundesschulclusters auch die Handelsakademie (HAK) in die rund 13.000 Quadratmeter großen Räumlichkeiten ein.

Bei der offiziellen Eröffnung am 23. Oktober in der Sporthalle gab es von Clusterleiterin Elvira Steindorfer Dankesworte in alle Richtungen. „Die Architekten Sonja und Martin Frühwirth haben hier ihre Vision von einer modernen Schule verwirklicht“, schwärmte Steindorfer. Das von der Bundesimmobiliengesellschaft (kurz BIG) errichtete lichtdurchflutete Gebäude sei mehr als „nur ein Bauwerk aus Holz, Beton und Glas“. „Es entstand ein Ort der Begegnung, an dem Zukunft gestaltet werden kann.“ Steindorfer dankte allen beteiligten Firmen, der Politik, der Bildungsdirektion, dem Schulpersonal sowie Schülern und Eltern – und erinnerte an das große Engagement ihrer Vorgängerin Theresa Volpe-Pühringer.
Ein bisschen Neid beim Bürgermeister
Eine persönliche Geschichte verbindet Bürgermeister Markus Lakounigg (SPÖ) mit dem Campus. „Nach der Unterstufe am Gymnasium durfte ich an der HAK die Matura machen. Wenn ich mir heute die Ausstattung ansehe, könnte ich fast ein bisschen neidisch werden. Aber noch einmal maturieren will ich deshalb nicht“, erzählte er mit einem Schmunzeln. Lakounigg dankte dem Bund für die große Investition und das damit verbundene Vertrauen in den Bildungsstandort Völkermarkt. Allen Schülern und Lehrkräften wünschte er, dass sie sich hier wohlfühlen und gerne an ihre Schulzeit zurückdenken.
Grußworte gab es auch von BIG-Geschäftsführer Gerald Beck. Die reinen Errichtungskosten bezifferte er mit knapp 50 Millionen Euro, wobei rund 28 Unternehmen beteiligt waren: „Wir haben bei der Vergabe sehr darauf geachtet, regionale Firmen zu beauftragen.“ Ein Fokus lag zudem auf der Nachhaltigkeit: Dank einer Photovoltaikanlage mit 235 Kilowatt-Peak werde fast die Hälfte der Energie vor Ort selbst produziert.
Bildungsdirektorin Tanja Leitner freute sich über die Stärkung des regionalen Bildungsstandortes Völkermarkt. „In der Schule werden wichtige Weichen für die Zukunft gestellt, wofür mit diesem Campus die perfekten Voraussetzungen geschaffen wurden“, sagte Leitner.

Bereits in seinem früheren Job als Präsidialleiter in der Bildungsdirektion war der heutige Bildungslandesrat Peter Reichmann (SPÖ) in die Planungen für den Campus eingebunden. „Hier entstand ein moderner Bundesbildungscampus, der alle Chancen von morgen vereint“, freute sich Reichmann, der sich auch bei allen Steuerzahlern herzlich bedankte: „Die Investition in Bildung sichert unsere Arbeitsplätze, unsere Innovationskraft und unseren Wohlstand von morgen“.
Bischof besuchte erste Klasse 1961
Vor der Segnung der Räumlichkeiten erinnerte sich Diözesanbischof Josef Marketz an seine Schulzeit am ehemaligen Alpen-Adria-Gymnasium, die am 15. September 1961 mit den ersten beiden Jahrgängen überhaupt begonnen hatte. „Damals bin ich nach dem Slowenischunterricht am Nachmittag manchmal 20 Kilometer zu Fuß nach Hause gegangen“, schilderte Marketz. Umso besonderer sei es für ihn, den neuen Campus VK einzuweihen. „Das Gebäude allein macht allerdings noch keine Schule – es sind die Menschen, die es mit Leben füllen“, betonte er. Für die Zukunft wünschte sich der Bischof, dass der Campus ein Ort des Vertrauens und gegenseitigen Respekts wird, an dem sich niemand wegen seiner individuellen Persönlichkeit verstecken müsse.

Aus gesundheitlichen Gründen nicht bei der Eröffnung dabei sein konnte Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos). Die feierliche Veranstaltung wurde von der Schulband und dem Schulchor musikalisch umrahmt.