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2027 beginnen Bauarbeiten für den Lawinendamm in der Ramsau

Nächsten Sommer starten vorbereitende Arbeiten, der Damm soll dann ab 2028 errichtet werden. Er kostet nun sieben statt, wie bisher angenommen, vier Millionen Euro.

© Martin Huber
Über diese Wiese ging 2019 eine Lawine ab, im oberen Bereich soll künftig der Lawinendamm stehen (Archivbild)
Veronika Höflehner
Teamleiterin Regionalredaktion Liezen

Im Jänner 2019 rollte eine Staublawine vom Dachsteinmassiv ins Dorfzentrum von Ramsau. Es entstand großer Sachschaden an Gebäuden und Fahrzeugen, verletzt wurde aber niemand. Noch während der Aufräumarbeiten wurde der Ruf nach Schutzmaßnahmen laut. In der Zwischenzeit floss sehr viel Schmelzwasser vom Dachsteingletscher ab, knapp acht Jahre später steht nun fest: Im Sommer 2027 sollen die Bauarbeiten für einen Lawinendamm auf einer Wiese oberhalb des Ortszentrums starten.

Nach jahrelangen Verhandlungen seien endlich alle Verfahren abgeschlossen und unter Dach und Fach, bestätigt Stefan Fieger, stellvertretender Sektionsleiter der Wildbach- und Lawinenverbauung Steiermark. „Wir haben den Damm in unserem Bauprogramm für 2027 daher bereits berücksichtigt.“ Kommendes Jahr starten vorbereitende Maßnahmen wie der Bau der Zufahrt, mit dem Damm selbst wird dann 2028 gestartet. 2029 soll er fertig sein.

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Schneemassen im Speisesaal eines Hotels nach dem Lawinenabgang 2019
Schneemassen im Speisesaal eines Hotels nach dem Lawinenabgang 2019 © Christian Nerat

Sieben statt vier Millionen

Warum dauert es insgesamt drei Jahre? „Beim Damm handelt es sich um ein massives Bauwerk mit einer Höhe von 20 Metern und einer Gesamtkubatur von 200.000 Kubikmetern Material. Die Erdbewegungsarbeiten dafür sind sehr aufwendig.“ Zum Vergleich: Das verwendete Material entspricht dem Fassungsvermögen des neuen Mega-Speicherteichs auf der Planai.

Bevor aber mit der Errichtung begonnen werden kann, muss noch das Thema Finanzen geklärt werden. Wichtig ist Fieger zu betonen: „Es geht nicht darum, ob gebaut wird, sondern wer wie viel bezahlt.“ Stehen die beteiligten Parteien doch einer ordentlichen Kostensteigerung gegenüber: Durch die Baukostenindexsteigerung in der langen Verhandlungszeit wird der Damm nun nicht wie vor Jahren berechnet vier, sondern sieben Millionen Euro kosten.

Sorge um Mehrkosten

Voraussichtlich Anfang 2027 wird dazu eine Finanzierungsverhandlung stattfinden. Diese bestimmt, wie viel Bund, Land und Gemeinde jeweils zahlen werden. „Eventuell wird auch die Landesstraßenverwaltung einen kleinen Teil mitfinanzieren, weil sie ja auch betroffen ist.“ Fieger rechnet mit einem Ergebnis noch im ersten Quartal. „Dann können wir im Sommer mit dem Bau starten“.

Mit Skepsis reagiert Bürgermeister Hannes Uttinger auf diese Neuigkeiten: „Wir müssen schauen, welcher Betrag im Endeffekt für die Gemeinde übrig bleibt. Mit der starken Kostenentwicklung ist das schon eine erhebliche Mehrbelastung.“ Will man das Projekt deshalb verhindern? Uttinger verneint: „Nein, wenn das die anscheinend einzig sinnvolle Lösung ist, wird man sich nicht dagegenstellen.“

© Martin Huber
Im schneereichen Winter 2023 hat man Schneewälle zum Schutz des Ortsgebietes aufgeschüttet

Schneewälle bis 2028

Was die Sicherheit des Ortskerns angeht, habe man in der Vergangenheit – zum Beispiel im sehr schneereichen Winter 2023 – Schneewälle auf der betroffenen Wiese aufgeschoben. Diese Übergangslösung werde man bis zur Fertigstellung des Lawinendamms beibehalten, bestätigt der Bürgermeister. Uttinger ergänzt: „Das Hauptbauwerk wird 2028 stehen, damit ist dann bereits vor Abschluss der Arbeiten im Jahr 2029 ein guter Schutz gegeben.“

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