Nigeria meldet ersten Ebola-Fall

In Afrikas bevölkerungsreichstem Land Nigeria ist der erste Fall einer Ebola-Infektion bestätigt worden. Die Patientin sei kürzlich per Flugzeug aus Uganda eingereist und für mehrere Tage in einem Privatkrankenhaus im Gebiet der Hauptstadt Abuja behandelt worden, so das Gesundheitsministerium des westafrikanischen Landes am Dienstag. Laborergebnissen zufolge sei die Frau mit einem Virus des Bundibugyo-Stammes infiziert. Zunächst seien 44 Kontaktpersonen identifiziert worden.
Sie befinde sich in Isolation und werde medizinisch versorgt, sagte Gesundheitsminister Muhammad Ali Pate am Dienstag dem staatlichen Fernsehsender NTA. Die weitere Kontaktnachverfolgung laufe.
In der Region breitet sich derzeit ein größerer Ebola-Ausbruch ausgehend von der Demokratischen Republik Kongo über die Landesgrenzen hinweg aus. Die Regierung in Kinshasa hatte am Sonntag mitgeteilt, dass das Virus auf eine achte Provinz übergegriffen habe. Auch Kenia befindet sich in erhöhter Alarmbereitschaft und meldete am selben Tag einen weiteren Fall, womit die Zahl der Infektionen dort auf acht stieg.
Das Gesundheitsministerium arbeite eng mit dem Nationalen Zentrum für Krankheitskontrolle, dem regionalen Gesundheitssekretariat sowie weiteren zuständigen Behörden zusammen, um die Infektion einzudämmen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern, hieß es. Die Ermittlung von Personen, die mit der Patientin in Kontakt standen, habe begonnen. Bisher seien laut dem Gesundheitsministerium 44 Kontakte identifiziert worden, darunter medizinisches Personal, andere Patienten, Pflegekräfte sowie Reisekontakte.
Das Krankenhaus, in dem sich die Ebola-Patientin befinde, erhalte umgehend Unterstützung, um Maßnahmen zur Infektionsprävention und -kontrolle zu stärken, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die Regierung rief alle öffentlichen und privaten Gesundheitseinrichtungen in dem Land mit rund 220 Millionen Einwohnern zu "höchster Wachsamkeit" auf.
Der aktuelle Ebola-Ausbruch hatte Mitte Mai in der Demokratischen Republik Kongo begonnen. Nigeria ist inzwischen das vierte afrikanische Land, in dem Fälle der Bundibugyo-Variante gemeldet wurden. Im zentralafrikanischen Kongo wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörde aktuell 9.552 Fälle und 4.602 Todesfälle registriert. Im ostafrikanischen Kenia sind derzeit acht Ebola-Fälle, darunter ein Todesfall, bekannt.
Auch in Uganda, das an den Kongo sowie an Kenia grenzt, gab es insgesamt 20 bestätigte Ebola-Fälle, die auf einen Patienten aus dem Kongo zurückgeführt wurden. Zwei Patienten starben. Uganda verkündete Ende August jedoch das Ende seines Ebola-Ausbruchs, nachdem über 42 Tagen kein neuer Fall erfasst wurde.