Etwa hundert Anzeigen und drei verletzte Polizisten
Entdeckte Pyrotechnik im Gästesektor des GAK hätte fast den Anpfiff des Grazer Derbys verzögert.
Ein Derby der Grazer Stadtrivalen SK Sturm und GAK wird nicht nur von den beiden Fußball-Klubs nachbearbeitet. Auch die Exekutive zieht Bilanz. Ein Zwischenbericht weist drei verletzte Polizisten aus, zwei mit einem Knalltrauma, die durch Böllerwürfe verursacht wurden. Sachbeschädigungen bei vier Einsatzfahrzeugen durch Pyrotechnik sowie Vandalismus wurden festgestellt. Während des gesamten Fanmarsches des GAK wurden Böller geschossen, Pyrotechnik in Form von Bengalen und Rauchtöpfen gezündet, heißt es seitens der Polizei.
Eine halbe Stunde vor Anpfiff wurde ein Bundesliga-Meeting einberufen. Der Grund: Die polizeiliche Einsatzleitung hat Bedenken geäußert, weil im GAK-Fansektor massive Pyrotechnik festgestellt wurde, die auch als Wurfgegenstände in Richtung anderer Sektoren verwendet hätte werden können. Im Zuge dessen wurde ein Rucksack mit pyrotechnischen Gegenständen sichergestellt. Nach intensiven Gesprächen habe man entschieden, das Spiel planmäßig anzupfeifen.
Böller bei ausländischen Hooligans
Während des Spiels kam in beiden Fanlagern massiv Pyrotechnik zum Einsatz, aufseiten des GAK gab es auch wiederholt Böllerwürfe. Böller werden in der Fanszene in Österreich sehr selten verwendet. Im Ausland ist das unterschiedlich. Nachdem Hooligan-Touristen aus Bosnien, Slowenien und Tschechien im Gästesektor gesichtet wurden, geht man davon aus, dass die „Gäste“ die Böller mitgebracht hatten. „In Österreich sind solche Böller auf legalem Weg gar nicht erhältlich“, sagt ein Ermittler. Diese Kategorie von Böllern stellt nach Einschätzung von Experten eine Gefährdung von Leib und Leben dar. Ausländische Fans sind aufgrund von Fan-Freundschaften kein Novum. Das wird seit Jahrzehnten gelebt.
Mit enormer Brutalität sind vermummte Hooligans wahllos auf Sturm-Anhänger vor dem Spiel im Business-Center unweit des Stadions losgegangen. Die Ermittlungen der Polizei laufen. Nach dem Spiel gab es auf beiden Seiten insgesamt etwa 100 Anzeigen. Eine Gruppe von etwa 50 Personen wurde im Süden des Stadions von der Polizei eingekesselt, weil sie sich vermummt und im Laufschritt in Richtung Norden bewegten. Die Gruppe ist dem GAK-Fanlager zuzuordnen, heißt es seitens der Polizei. Später am Abend wurde eine Gruppe von Sturm-Fans im Bereich Brockmanngasse/Kastellfeldgasse angehalten, die sich offenbar für Attacken gerüstet hatte. Auch in diesem Fall folgten Anzeigen.
