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Trump an der Kreml-Leine – und die Ukraine bezahlt

Thomas Golser
Redakteur Außenpolitik/International
© IMAGO

Putin will, dass er mit Xi und Trump die ukrainischen Felle verteilt: Der Gipfel wäre das Gegenteil von Völkerrecht – und fatal für den Angegriffenen.

Falls die Meldung stimmt – und das „Wall Street Journal“ ist meist gut informiert –, sind die Vorzeichen düster: Russlands Kriegsherr Wladimir Putin hat offenbar ein Gipfeltreffen mit dem ihm derzeit sehr gewogenen US-Präsidenten Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping vorgeschlagen. Ziel: das Aushandeln eines Endes des Ukrainekrieges, selbstverständlich zugunsten Moskaus – und ohne Teilnahme des angegriffenen souveränen europäischen Staates.

So erstrebenswert Frieden nach 1699 Tagen Krieg ist: Was bliebe der Ukraine am Ende noch?“

Man sollte ein solches Treffen nicht als Bemühen um Frieden werten: Putin riecht nach dem Dieseldeal mit Trump und dessen Aussetzen von US-Sanktionen gegen Russland wie ein Bluthund die Gunst der Stunde. Man kommt an der Front nicht mehr weiter und zielt stattdessen auf ukrainische Zivilisten und Infrastruktur – aber unter der Tuchent ließen sich doch noch die maximalen Vorteile für Russland herausholen. Die Ukraine, die nicht einmal mehr auf schnelles Starlink-Internet von Trump-Großspender Elon Musk zählen kann, muss angesichts der Entwicklungen mit dem Schlimmsten rechnen. Wenn Autokraten am Basar der Macht zusammentreten, um die Felle zu verteilen, ist Völkerrecht deaktiviert.

Der Preis wäre zu hoch

Trump wurde zum Werkzeug des Kremls – willfährig geradezu, vor den in großen Schritten nahenden US-Zwischenwahlen auch mit für Europa und die Ukraine folgenschweren Entscheidungen. Putin dürfte auf mehr Gebiete pochen, als sich mit seinen kriegsmüden Truppen erobern ließen. China könnte den Mediator geben, der sich eineinhalb Augen zuhält. So erstrebenswert Frieden nach 1699 Tagen Krieg ist: Was bliebe der Ukraine und ihrer Bevölkerung am Ende noch?