Krimipreis für einen Autor, der „lieber öfter daneben liegen“ würde
Bestseller-Autor Marc Elsberg erhielt den Österreichischen Krimipreis 2026 für seinen neuen Thriller „Eden – Wenn das Sterben beginnt“. Das Kärntner Krimifest läuft noch bis Sonntag.

Die Verleihung des Österreichischen Krimipreises an Autor Marc Elsberg im Casineum Velden war wohl der literarische Höhepunkt im Rahmen des Kärntner Krimifestes. Bis einschließlich Sonntag hat man noch Gelegenheit, sich den düsteren Seiten der menschlichen Seele hinzugeben – Gänsehaut inklusive. Dafür werden Nicola Förg, Thomas Raab und Bernhard Aichner sorgen.
Letzterer hielt auch die Laudatio auf seinen Bestseller-Schreibkollegen und lobte dessen Fähigkeit, in seinen Büchern den Blick auf die größeren Zusammenhänge im beunruhigenden Weltgeschehen zu richten. „Wir Autorinnen und Autoren erfinden Geschichten und hoffen, dass daraus etwas entsteht, das andere berührt. Bei Elsberg hat es aber zudem den Anschein, als hätte die Welt irgendwann beschlossen, seine Geschichten nachzuspielen“, erklärte Aichner. Eine Fähigkeit, die Elsberg erstmals mit seinem Roman „Blackout“ (2012), der 2021 auch erfolgreich verfilmt wurde, eindringlich unter Beweis stellte.

Auch in seinem neuen Thriller „Eden – Wenn das Sterben beginnt“ widmet sich der österreichische Autor einem mehr als brisanten Szenario – nämlich dem weltweiten Artensterben und der damit einhergehenden globalen Öko-Krise. „Ich würde mit meinen Romanen selbst lieber öfter daneben liegen, aber dann gebe es wohl keine Preise“, erklärte Elsberg, der bei der Verleihung nicht nur Kostproben aus seinem neuen Werk zum Besten gab, sondern dem Publikum auch ein paar seiner literarischen Handwerktricks verriet. Etwa den, wie man eine Figur von Anfang an sympathisch macht. „Man muss sie nur ein Kind oder ein Tier retten lassen. Ich weiß, das ist zwar ein billiger Trick, aber er wirkt immer“, sagte Elsberg, dessen Bücher sich millionenfach verkaufen. „Bitte hör nicht auf, uns wachzurütteln und weiter zu beunruhigen. Wir lieben es nämlich“, sagte Aichner am Ende. Eine Bitte, der Elsberg bestimmt gerne nachkommen wird.