Wieder ein Neustart auf beliebter Osttiroler Alpenvereinshütte
Nach nur einer Saison hat sich der Wirt der Lienzer Hütte wieder verabschiedet. Ein Nachfolger steht parat, in das Traditionshaus wird weiter investiert.
Diese Liaison währte nicht lange. Erst in diesem Jahr übernahm Christoph Weninger mit seiner Freundin Jeanette Pankratz die Lienzer Hütte im Gemeindegebiet von Nußdorf-Debant. Nach nur einer Saison auf dem traditionsreichen Alpenvereinshaus der Sektion Lienz ist schon wieder Schluss. Die Inhalte der Hütten-Internetseite – im Besitz der Sektion, aber von Weninger zuletzt gepflegt – sind gelöscht, Kontaktdaten des Wirts nicht mehr auffindbar. Sektionsobmann Manuel Mascher hat die Trennung von dem Pächterpaar aus Bayern inzwischen bestätigt.
Weninger führte zuvor in der Ramsau die Austriahütte, war auch schon in Bayern als Hüttenwirt tätig. Im Herzen der Schobergruppe fand er sein Glück anscheinend nicht. Während der Saison gab der Wirt sich auf Anfragen der Kleinen Zeitung eher zugeknöpft, sagte nur, dass er eine „mit dem Auto bewirtschaftbare Hütte“ gesucht hätte. Bei Google findet man neben positiven Einträgen auch ungewöhnlich viele negative Rezensionen. Vor allem Übernachtungsgäste beschweren sich da über die kargen Portionen und den dürftigen Service am Abend. Auch Mascher räumt Unstimmigkeiten mit dem Ex-Pächter ein, will aber nach vorn schauen: „Wichtig ist, dass wieder Ruhe auf der Lienzer Hütte einkehrt.“
Dritter Wechsel in drei Jahren
Die Sehnsucht ist verständlich. Vor Weninger war Reinhold Hofmann aus Südtirol der Hausherr auf 1977 Meter Seehöhe. Auch er blieb nur zwei Hüttensommer. Davor hingegen schupften Berni und Georg Baumgartner die Lienzer Hütte im hinteren Winkel des Debanttals fast 40 Jahre lang. Im Jahr 1985 fingen sie auf der bei Tagesgästen, (E-)Bikern, Fernwanderern und 3000er-Gipfeljägern äußerst beliebten Hütte an. Auch diesen Sommer sei die Buchungslage ausgezeichnet gewesen, sagt Mascher. Rund 80 Betten in Zimmern und Lagern bietet der Stützpunkt am Fuß von Hochschober (3242 Meter) und Glödis (3206 Meter). Er ist damit einer der wichtigsten und größten im Bezirk.
Der neue Wirt steht in den Startlöchern
Der Sektionsobmann hat die Nachfolge bereits geregelt. Wer es wird, will der Alpenverein noch nicht verraten, aber es sei ein erfahrener Gastronom und „kein Unbekannter in der Region“. Mascher und der Wirt in spe sind bereits im intensiven Austausch, nicht zuletzt, weil es nach der Winterruhe Anfang Juni 2027 wieder losgehen soll. Zudem hat sich ein Fernsehteam für das kommende Frühjahr angekündigt. „Neustart im Debanttal“ lautet der Arbeitstitel des dann entstehenden Beitrags der Sendung Heimatleuchten von ServusTV.
Der Name ist auch für die Sektion Programm. Die Küche samt Theke soll auf den neusten technischen Stand gebracht werden, nachdem heuer mit Unterstützung der Firma Liebherr neue Gefriergeräte angeschafft wurden. Die Sitzplätze im Außenbereich werden angepasst beziehungsweise teilweise verlegt, und es wird ein Stellplatz für die E-Bikes entstehen. Auch den einst von den kleinen Gästen belagerten, liebevoll gestalteten, aber zuletzt stillgelegten Außenspielplatz will man reaktivieren – vorbehaltlich der behördlichen Auflagen und der TÜV-Abnahme.
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Sektion investiert weiter in die Lienzer Hütte
Bereits Mitte des Jahres hatte die Sektion zudem die Sanierung des Daches auf der Wetterseite beschlossen. Auch diese Arbeiten werden nach dem Winter starten, ebenfalls wird in einen Batteriespeicher und die Kraftwerkstechnik investiert. Mascher: „Wir rechnen für alles mit Kosten zwischen 140.000 und 180.000 Euro. Die Projekte sind eingereicht und genehmigt.“ Liebhaber der vom Parkplatz Seichenbrunn aus leicht zu erreichenden Lienzer Hütte können der Sektion finanziell unter die Arme greifen. „Wir starten eine Bausteinaktion. Wir haben fast 500 Quadratmeter Dachfläche, da suchen wir dann pro Quadratmeter Sponsoren“, hofft der Obmann auf Unterstützung.

