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Frechdachs David Waschnig: „Ich habe als Person nicht so funktioniert, wie hier“

KAC-Youngster David Waschnig (19) zeigt, wie wohl er sich daheim in Klagenfurt fühlt. „Am Eis bin ich leidenschaftlich, hungrig und aggressiv.“ Am Sonntag wartet auswärts Budapest.

© GEPA
KAC-Youngster David Waschnig
Denise Maryodnig
Redakteurin Sport

Dreieinhalb Wochen Kanada, höchste Juniorenliga, neue Welt: Im Sommer sammelte David Waschnig bei Baie-Comeau Drakkar in der QMJHL Erfahrungen – doch angekommen fühlte er sich nicht ganz. „Es war zu diesem Zeitpunkt nicht das, wo ich mich als Person wohlgefühlt habe. Ich habe dort nicht so funktioniert wie hier. Ich hatte Heimweh und bin einfach mit daheim sehr verbunden. Es war interessant und lehrreich, weil dieses nordamerikanische Eishockey doch anders ist. Ich bereue trotzdem keine Sekunde.“ Wer irgendwann in die Fußstapfen von NHL-Crack Marco Kasper treten will, müsste den Sprung über den großen Teich aber vielleicht noch einmal wagen? „Das stimmt, wobei ich nicht weiß, ob ich diese Fußstapfen füllen kann. Aber komplett abgeschrieben habe ich Übersee dennoch nicht, das wäre gelogen.“

Zurück bei den Rotjacken legte der 19-Jährige los: Vier Tore und zwei Assists machen ihn aktuell zum Führenden der teaminternen Juniorenwertung. „Es macht so viel Spaß und ich bin froh, wieder mein gewohntes Umfeld um mich zu haben“, sagt Waschnig. Seine KAC-Geschichte begann schon als Dreijähriger bei den Bambinis – schließlich wollte er tun, was der große Bruder vormachte. Von dort führte der Weg durch sämtliche Nachwuchsstationen bis in die Kampfmannschaft: Im Oktober 2024 gab er mit 17 Jahren sein ICE-Debüt („das war noch eine Saison mit Gitter“). „Der KAC-Spirit ist mir quasi in die Wiege gelegt worden.“

„Bin ein kleines Schlitzohr, das auch gern mal stichelt“

Dass im Klagenfurter SSLK-Absolventen einiges steckt, ist längst kein Geheimnis. Für staunende Gesichter sorgte zuletzt sein Treffer gegen Salzburg: Überlegt und mit viel Gefühl bugsierte er den Puck von hinter dem Tor über die Innenseite von Tolvanens linkem Schlittschuh ins Netz. „Ich war noch keine zehn Sekunden auf dem Eis und schon ist das Tor gefallen. Das war schon cool“, grinst der leidenschaftliche Golf- und Padeltennisspieler, dessen Qualitäten was für welche wären? „Ich spiele ein sehr direktes, schnelles und intensives Eishockey, so gut es geht, körperbetont. Ich habe einen einfachen Spielstil, bin defensiv solide und versuche nach vorne hin genügend ‚Output‘ zu machen. Aber ich muss noch effizienter werden und mit dem Puck teilweise ruhiger agieren.“

Mit 1,83 Metern, viel Instinkt und einem klaren Ziel vor Augen lebt er seinen Kindheitstraum. Sein Idol ist Nicklas Bäckström – und auch abseits des Eises hat „Wasche“ einiges zu bieten. „Privat bin ich der ruhige, lockere, humorvolle und gesellige Typ, mit dem man ständig Spaß haben kann. Am Eis bin ich der leidenschaftliche, hungrige und aggressive. Ein kleines Schlitzohr, das auch gern mal stichelt“, erzählt er schmunzelnd. Langfristig will er sich in der A-Nationalmannschaft etablieren. „Ein Karriere-Highlight wäre ganz klar ein WM-Spiel.“

Und sportlich? Für den Rekordmeister ging es am Samstag Richtung Budapest. Neben den Langzeitausfällen Sebastian Dahm, Fabian Hochegger und Matt Fraser stehen auch Maximilian Preiml und Jan Muršak nicht zur Verfügung.