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Gault&Millau 2027: Am Weißensee regnet es Hauben

Der Weißensee wird zum kulinarischen Hotspot des neuen Gault&Millau. Zwei Kärntner Köche schaffen den Sprung in die Vier-Hauben-Liga. Alle Ergebnisse am Ende des Artikels.

© Laura Quedritsch
Das „Rouge Noir“ im Neusacherhof am Weißensee von Stefan Glantschnig verbessert sich von 16,5 auf 17 Punkte und steigt damit in die Vier-Hauben-Liga auf.
Georg Hoffelner
Themenlead Kulinarik

Wer am Weißensee derzeit nach oben blickt, sollte vorsichtshalber einen Kochhelm tragen. Denn dort regnet es offenbar Hauben. Gleich mehrere Restaurants rund um den Kärntner See zählen zu den großen Gewinnern des neuen Gault&Millau 2027. Insgesamt sind 54 Kärntner Betriebe im aktuellen Restaurantführer vertreten, elf davon haben sich verbessert, drei sind neu dabei. Fünf Restaurants dürfen sich über eine zusätzliche Haube freuen.

Besonders erfreulich ist das Ergebnis für Stefan Glantschnig. Sein „Rouge Noir“ im Neusacherhof am Weißensee verbessert sich von 16,5 auf 17 Punkte und steigt damit in die Vier-Hauben-Liga auf. Damit gehört der Koch nun zu den acht höchstbewerteten Restaurantadressen Kärntens.

© KK
Ebenfalls in die Vier-Hauben-Liga schafft es Stefan Lastin mit der Gamskogelhütte am Katschberg.

Den zweiten großen Sprung in die Vier-Hauben-Liga schafft Stefan Lastin. Mit seinem Fine-Dining-Konzept auf der Gamskogelhütte am Katschberg steigert er sich von 16,5 auf 17 Punkte. Dass es für Spitzenküche nicht unbedingt eine Innenstadtadresse braucht, ist damit einmal mehr bewiesen. Auf der Gamskogelhütte liegt das kulinarische Niveau jedenfalls ziemlich hoch – und das nicht nur geografisch.

© Kk/das Leonhard
Von 14,5 auf 15 Punkte und damit künftig mit drei statt zwei Hauben: das „Leonhard“ von Sandra Egger.

Übrigens: Glantschnig ist am Weissensee keineswegs allein auf Erfolgskurs. Gleich drei weitere Betriebe überspringen die Grenze von 14,5 auf 15 Punkte und dürfen sich damit künftig mit drei statt zwei Hauben schmücken: das „Leonhard“ von Sandra Egger, der „Gralhof“ mit Leonhard Egger und Nina Terliesner sowie das „Hotel zum Weissensee“ mit Franziskus Koch. Auch Marcell Kunej legt mit seinem „Loewenzahn“ um einen halben Punkt auf 15,5 Punkte zu und behält drei Hauben.

© Gralhof
Ebenfalls von 14,5 auf 15 Punkte: Michael und Corinna Knaller im Gralhof nun auch im Drei-Hauben-Bereich.

Das bedeutet: Fünf Restaurants am Weißensee verbessern ihre Punktezahl, vier davon gewinnen eine zusätzliche Haube. Eine beachtliche Bilanz für einen See, der ohnehin schon zu den kulinarisch interessantesten Adressen Kärntens zählt.

Einer, der sich von diesem Haubenregen nicht beeindrucken lassen muss, ist Hannes Müller. Sein Restaurant „Die Forelle“ hält unverändert bei 18,5 Punkten und vier Hauben. Gemeinsam mit Hubert Wallner, der in Maria Wörth ebenfalls 18,5 Punkte erreicht, bildet Müller weiterhin die Spitze der Kärntner Gastronomie. Beide bleiben damit das Maß der Dinge im südlichsten Bundesland.

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Nach wie vor an Kärntens Spitze: Hannes Müller und seine „Forelle“ am Weissensee mit 18,5 Punkten.
Nach wie vor an Kärntens Spitze: Hannes Müller und seine „Forelle“ am Weissensee mit 18,5 Punkten. © Laura Quedritsch

Stabil bleiben die weiteren Vier-Hauben-Betriebe: Manuel Ressi im „Bärenwirt“ in Hermagor, Florian Bucar im Biohotel „der daberer“ im Gailtal, Roman Pichler im „Moritz“ in Grafenstein und Michael Sicher in Tainach halten jeweils bei 17 Punkten.

Abseits der großen Haubensprünge darf sich Ralph Kollnitzer besonders freuen. Sein „Roots“ in Wolfsberg legt von 15,5 auf 16,5 Punkte zu. Gemeinsam mit dem „Kleinsasserhof“ in Spittal an der Drau, der sich von 11,5 auf 12,5 Punkte steigert, zählt das Restaurant damit zu den beiden größten Kärntner Punktegewinnern des Jahres. Während Kollnitzer seine drei Hauben behält, bleibt es beim Kleinsasserhof trotz des kräftigen Punkteplus bei einer Haube.

© Markus Traussnig
Ralph Kollnitzer darf sich über drei Hauben freuen. Sein „Roots“ in Wolfsberg legt von 15,5 auf 16,5 Punkte zu. 

Weitere Verbesserungen gibt es für den „Seefischer“ in Döbriach, der nun bei 14 Punkten steht, das Restaurant „151“ in Klagenfurt und das „Seerestaurant Rose“ in Velden, die beide auf 12,5 Punkte zulegen.

Auch neue Namen finden sich im Guide. In Klagenfurt schafft die „Osteria Veneta“ von Christian Cabalier auf Anhieb 13,5 Punkte und zwei Hauben. Ebenfalls zwei Hauben erhält „Villa Verdin x Kerschbaumer“ in Millstatt. Der „Plåtzhirsch“ in Döbriach steigt mit 11,5 Punkten und einer Haube ein.

© Peter Rass
Christian Cabalier in der Osteria Veneta hat auf Anhieb 13,5 Punkte und zwei Hauben erkocht.

Neben den Restaurantbewertungen gibt es auch abseits der Teller Grund zum Feiern. Der „Gralhof“ am Weißensee wird für die Weinkarte des Jahres mit Österreich-Schwerpunkt ausgezeichnet. Das Bierhotel „Loncium“ in Kötschach-Mauthen erhält den Preis für die Bierkarte des Jahres. Der Future Award Kärnten geht an „Villa Verdin x Kerschbaumer“ in Millstatt. Und im Hotelguide wird das Vivamayr Medical Health Resort in Maria Wörth als Longevity-Hotel des Jahres ausgezeichnet.

© Zipline
Das Bierhotel „Loncium“ in Kötschach-Mauthen hat den Preis für die Bierkarte des Jahres erhalten.

Unterm Strich bleibt Kärntens kulinarische Spitze fest in den Händen von Hannes Müller und Hubert Wallner. Dahinter allerdings wird kräftig nachgerückt. Besonders der Weißensee entwickelt sich immer mehr zu einer bemerkenswerten Ansammlung ausgezeichneter Küchen. Wer dort künftig essen geht, hat jedenfalls ein Luxusproblem: Die Auswahl ist fast so groß wie die Aussicht schön.