Vergiftete Hipp-Gläschen: Verdächtiger nicht mehr in U-Haft
Seit Mai saß der 39-jährige Slowake und ehemalige Hipp-Mitarbeiter in Eisenstadt in U-Haft. Er darf das Land nicht verlassen.

Im Fall des Erpressungsversuchs gegen den deutschen Babykosthersteller Hipp ist der Verdächtige aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Das teilte das Landesgericht Eisenstadt am Donnerstag mit. Ein vom Beschuldigten geleistetes Gelöbnis und die ihm erteilten Weisungen sollen sicherstellen, dass er während des Verfahrens im Inland bleibt, hieß es.
Der Mann soll jeweils zwei Hipp-Gläser in Österreich, Tschechien und der Slowakei mit Rattengift manipuliert haben, wobei das zweite Glas, das in einer Spar-Filiale in Eisenstadt verkauft worden sein soll, bisher nicht gefunden wurde. In dem im Burgenland sichergestellten Glas waren 15 Mikrogramm Rattengift enthalten. Ein Gutachten ergab, dass die Dosis beim Verzehr nicht lebensgefährlich gewesen wäre, aber gesundheitliche Folgen gehabt hätte.
Ermittlungen im Hipp-Fall noch nicht ganz abgeschlossen
Der ehemalige Hipp-Mitarbeiter war am 2. Mai im Bundesland Salzburg festgenommen worden und saß seither in der Justizanstalt Eisenstadt in U-Haft. Aus dieser wurde er mit Beschluss vom 13. Oktober unter Anwendung gelinderer Mittel enthaftet, berichtete zuerst der ORF online.
Die Ermittlungen in dem Fall sind noch nicht ganz abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt wartet derzeit noch auf den Abschlussbericht, hieß es am Donnerstag zur APA. Die Entlassung des Mannes aus der U-Haft sei gegen gelindere Mittel erfolgt, der Tatverdacht bestehe weiterhin.
Vergiftete Hipp-Gläschen
An der Wohnadresse des 39-jährigen Verdächtigen war im Frühjahr Rattengift sichergestellt worden, das laut Staatsanwaltschaft in Konzentration und Verhältnis mit jenem vergleichbar ist, das im sichergestellten Glas gefunden wurde. Ein Beweis, dass es sich um dasselbe Gift handle, sei das jedoch nicht, hatte es geheißen. Der gebürtige Slowake bestreitet, mit der Tat etwas zu tun zu haben, gestand jedoch eine Urkundenfälschung - nämlich gefälschte Gehaltszettel für einen Kredit.
