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Ökoregion Kaindorf: Gemeinden rüsten sich gegen Wetterextreme

Vom Humusaufbau bis zur Blackout-Vorsorge: Bei der Naturgefahrentagung in Ebersdorf tauschen Gemeinden ihre Strategien gegen die zunehmenden Wetterextreme aus.

© Ökoregion Kaindorf
Wolfgang Fank, Lisa Humer, Andreas Schaffhauser, Simone Schmidtbauer, Dietmar Lang, Margit Schlagbauer, Werner Schwab, Robert Stelzer und Rainer Dunst (v. l.) bei der Naturgefahrentagung in Ebersdorf
Margot Jeitler
Von   und Franz Brugner

Das Wetter spielt bedingt durch den Klimawandel zunehmend verrückt. Bei der Naturgefahrentagung 2026 in der Ökoregion Kaindorf wurden daher Strategien gegen die akuten Wetterextreme erörtert.

In ihrer Begrüßungsrede zum Auftakt der diesjährigen Naturgefahrentagung im Kulturzentrum Ebersdorf griff Agrar-Landesrätin Simone Schmidtbauer auf den Leitspruch der Ökoregion Kaindorf zurück. „Nur wer etwas tut, kann etwas verändern“, betonte sie und lobte im selben Atemzug die Pionierarbeit des Vereins unter Obmann Rainer Dunst. Schmidtbauer: „Hier waren Vordenker und mutige Visionäre am Werk.“ Sie appellierte an die Eigenverantwortung eines jeden Einzelnen, sich bei seinen Kaufentscheidungen und Handlungen permanent die Frage zu stellen, wie sich diese auf den eigenen ökologischen Fußabdruck auswirken würden. Abschließend urgierte die Agrar-Landesrätin: „Wir sind der nächsten Generation verpflichtet, einen lebenswerten Planeten zu hinterlassen“.

Mensch als Teil des Problems und der Lösung

Inhaltlicher Schwerpunkt des Treffens sei es, einen Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen den mitwirkenden Gemeinden vorzunehmen, sich zu vernetzen und gezielte Vorsorgemaßnahmen gegen die verstärkt auftretenden Wetterkapriolen zu erörtern, wie Andreas Schaffhauser von GeoSphere Austria erklärte. Unser Wirtschaftssystem sei nicht entsprechend auf die ökologischen Entgleisungen vorbereitet, resümierte er.

Wolfgang Fank, Direktor der Fachschule Kirchberg am Walde, brachte die sich verschärfende Klimakatastrophe auf den Punkt: „Wir sind Teil des Problems, aber auch Teil der Lösung.“ Er sieht es als seine Aufgabe an, mit den Schülern seiner Schule in der Land- und Forstwirtschaft experimentelle Schritte zu setzen, um zukunftsfit zu bleiben. Dazu gehörten etwa gezielte Maßnahmen zur Erhöhung der Speicherfähigkeit der Ackerflächen oder der Pflanzung klimaresistenter Waldbäume.

Schwarzes Gold für Klimaresilienz

Wie erfolgreiche Naturgefahrenvorsorge in der Praxis aussehen kann, zeigten Robert Stelzer, Vizebürgermeister der unwettergeplagten Gemeinde Gasen, und Werner Schwab, Bürgermeister der Gemeinde Sölk, anhand von durchgeführten baulichen Schutzmaßnahmen auf. Um Bewusstseinsbildung zu betreiben, wurde in Gasen 2024 außerdem ein Erlebnisweg mit zehn Stationen eröffnet, der den positiven Aspekt des Wassers hervorkehrt.

Rainer Dunst wiederum verwies auf erfolgreiche Projekte der Ökoregion Kaindorf wie etwa das Humusaufbauprogramm zur CO2-Bindung in landwirtschaftlichen Böden, das entscheidend zu deren Klimaresilienz beiträgt. Gastgeber Dieter Lang, Bürgermeister von Ebersdorf, erläuterte die getroffenen Vorsorgemaßnahmen im Falle eines länger anhaltenden Blackouts des überregionalen Stromnetzes. Lisa Humer vom Klima- und Energiefonds präsentierte Unterstützungsangebote und Förderinstrumente für Gemeinden und Regionen.