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Weltpremiere: David Lapuch entführt in die nächtliche Provinz

Regisseur David Lapuch stellt am 15. Oktober im KIZ Royal Graz seinen ersten Langspielfilm „Nachts in der Provinz“ vor. Der nächste ist schon in Arbeit.

© Diagonale/Silvia Hödl
Filmemacher David Lapuch
Nina Müller
Bundesland Steiermark | Graz

Ein Würstelstandler und eine junge Frau, der blöderweise ein Pferd abhanden gekommen ist. Eine Pizzazustellerin, die ihren Heimatort jetzt endlich verlassen will – oder doch nicht? Es sind zwei Geschichten, die auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun haben. Auf den zweiten dann doch: Sie spielen beide in der Nacht und irgendwo am Land, haben beide eine ähnliche Grundstimmung. „Sie verbindet dieselbe filmische DNA: die steirische Provinz bei Nacht, Menschen an Wendepunkten ihres Lebens, der eigenwillige Humor, die Melancholie – und Momente, in denen sich das Alltägliche unvermittelt ins Fantastische verschiebt“, fasst Regisseur David Lapuch die Gemeinsamkeiten seiner beiden letzten Kurzfilme zusammen.

Deshalb entschied sich Lapuch zu einem ungewöhnlichen Schritt: „Cornetto im Gras“ (2023) und „Frutti di Mare“ (2024) bilden nun gemeinsam einen 84-minütigen Film. Quasi als „Überleitung“ hat Lapuch einen Prolog und einen verbindenden Mittelteil als neuen dramaturgischen Rahmen gedreht. Als Sprecherin konnte er dafür Schauspiellegende Maria Hofstätter (unvergessen in „Hundstage“, herausragend in „Paradies: Hoffnung“ und „Fuchs im Bau“) gewinnen. Mit Marlene Hauser, Thomas Schubert, Harry Lampl und Lukas Walcher sind in den Kurzfilmen einige der besten jungen Darsteller Österreichs in Lapuchs Ensemble.

Einige von ihnen sind auch bei Lapuchs nächstem Filmprojekt „Raunächte“ dabei, für das er kürzlich in Lieboch und Söding-St. Johann gedreht hat – es wird der erste „richtige“ Langspielfilm des Steirers, den man auch als Regisseur von Musikvideos von Paul Plut und Voodoo Jürgens kennt. Für die Kurzfilme konnte der 38-Jährige schon einige Preise abräumen – so wurde „Cornetto im Gras“ 2023 bei der Diagonale für seine „erzählerische Eigenständigkeit“ und „eigenbrötlerische Weirdness“ als bester Kurzspielfilm ausgezeichnet – eine Seltenheit für Autodidakten unter den Filmemachern, gibt doch sonst die Filmakademie den Ton in der Szene an. Internationale Aufmerksamkeit in der Genrekino-Szene hatte Lapuch davor schon mit der H.-P.-Lovecraft-Verfilmung „Das Bild im Haus“ bekommen, die 2020 den Hollywood Blood Horror Award und den Preis für den besten Kurzfilm beim IndieX Film Fest einheimste.

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„Frutti di Mare“ erzählt von einer Pizzazustellerin, die vor einer wichtigen Entscheidung steht. Gedreht wurde u. a. im „Captain‘s Riff“ in Graz
„Frutti di Mare“ erzählt von einer Pizzazustellerin, die vor einer wichtigen Entscheidung steht. Gedreht wurde u. a. im „Captain‘s Riff“ in Graz © David Lapuch

Als nächstes steht jetzt aber die Weltpremiere von „Nachts in der Provinz“ am 15. Oktober um 20.30 Uhr im KIZ Royalkino Graz an. Weitere Vorstellungen folgen österreichweit, u. a. in Graz im Rechbauerkino, im Kino Gröbming und im Stadtkino Bruck.

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