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Überfall auf betagte Kärntner: Polizei geht von Mittätern aus

In der Vorwoche wurden drei Personen in einem Haus in Bad Bleiberg von zwei Männern überfallen, verletzt und ausgeraubt. Komplizen könnten im Fluchtauto gewartet haben.

© Lisa Steinthaler
Der Tatort lag nicht abgelegen, sondern mitten in einer Wohnsiedlung in Bad Bleiberg (Archivfoto)
Jochen Habich
Redakteur Kärnten-Ressort

Es war ein Albtraum, der am vergangenen Donnerstag für ein betagtes Paar (78) und deren Pflegerin (67) wahr geworden ist: Gegen 14 Uhr stürmten, wie berichtet, zwei maskierte Männer in das Haus des 78-jährigen Mannes in der Gemeinde Bad Bleiberg.

Sie fesselten den deutschen Staatsbürger, bedrohten ihn mit einem Messer, traten und schlugen auf ihn ein. Die Täter zwangen den Schwerverletzten so mit ihnen das Haus nach Wertgegenständen zu durchsuchen. Auch die aus Bosnien stammende Pflegehelferin wurde von den Unbekannten attackiert, aber zum Glück nicht verletzt, und ebenfalls gefesselt. Die bettlägrige und schwer an Demenz erkrankte Lebensgefährtin des Hausbesitzers haben die Männer verschont.

Überfall dauerte rund 30 Minuten

Nur rund 30 Minuten haben die Räuber dann das Haus wieder verlassen. Mit zahlreichen Wertgegenständen als Beute. Wie hoch der Sachschaden ist, sagt die Polizei nicht. Kurz danach verständigte die Pflegerin die Nachbarn, die dann wiederum die Einsatzkräfte alarmierten. Eine sofort eingeleitete Großfahndung blieb ohne Erfolg.

Home-Invasion

Das Bundeskriminalamt spricht von einer Home Invasion (deutsch: Eigenheim-Invasion), wenn Täter in ein Haus oder in eine Wohnung eindringen, um diese auszurauben, nachdem sie die Bewohner überwältigt haben. Anders als bei einem Einbruch wählen die Täter absichtlich Objekte aus, bei denen jemand zuhause ist.

Meist wird eine Home Invasion von mehreren Tätern auf relativ brutale Art und Weise begangen. Als Opfer werden oft betagtere Personen gewählt, da die Täter hier weniger Gegenwehr erwarten. Die Objekte werden gezielt ausgewählt, weil die Täter in den allermeisten Fällen bereits wissen, dass eine hohe Beute zu erwarten ist.

Ein Dutzend Hinweise

Mittlerweile sind rund ein Dutzend Hinweise bei den Ermittlern eingegangen. Der entscheidende war allerdings nicht nicht darunter. Auch der Mann, er musste im LKH Villach behandelt werden, und die 67-Jährige konnten schon befragt werden. All das hat einige neue Erkenntnisse gebracht: Die beiden Räuber dürften nicht alleine gewesen sein. „Es ist nicht auszuschließen, dass es auch Mittäter gibt“, sagt Matthias Kogelnig, Sprecher der Landespolizeidirektion Kärnten.

Diese könnten in einem Fluchtauto nahe des Tatortes gewartet haben. Weitere Erkenntnisse erhoffen sich die Ermittler des Landeskriminalamtes Kärnten auch von der Auswertung des mutmaßlichen Tatmessers. Es wird derzeit auf mögliche (DNA-)Spuren untersucht. „Das Ergebnis ist noch ausständig“, sagt LPD-Sprecher Kogelnig.

Tatort mitten in Wohnsiedlung

Ungewöhnlich an dieser Home Invasion war der Tatort: Im Unterschied zu anderen vergleichbaren Fällen ist das Wohnhaus nicht an einem abgelegenen Ort, sondern mitten in einer Siedlung in Bad Bleiberg.

Zeugenaufruf

Bewohner der Gemeinde Bad Bleiberg und angrenzender Gemeinden werden von der Polizei ersucht, Hinweise zu verdächtigen Personen oder Fahrzeugen, auch im Zusammenhang mit Wahrnehmungen in den Tagen vor der Tat, dem Landeskriminalamt Kärnten (Telefonnummer: 059133 203333) mitzuteilen. Hinweise werden vertraulich behandelt und können auch bei jeder Polizeidienststelle erstattet werden.