Nach „moralischen Verfehlungen“: Kontroverser Kärntner Pfarrer wieder im Amt
Nach mutmaßlichen moralischen Verfehlungen, Abberufung, einjähriger Auszeit und Protesten fand Pfarrer Michael Golavčnik in St. Kanzian neue „Schäfchen“.

Vor etwas mehr als einem Jahr verkündete die Pressestelle der Diözese Gurk: „Michael Golavčnik nimmt eine einjährige Sabbatzeit und wird als Provisor der Pfarren Schwabegg/Žvabek und Neuhaus/Suha entlastet.“ Gleich sieben Pfarrgemeinderäte sind damals aus Protest gegen die Abberufung des Geistlichen zurückgetreten – obwohl diesem moralische Verfehlungen zur Last gelegt wurden.
Es sei „nicht das Zölibat das Hauptproblem“ gewesen, äußerte sich Kanzler Jakob Ibounig zur Causa, „sondern das Eindringen in andere Beziehungen hinein“. Dies habe in der Gemeinde „Spaltungen zurückgelassen“. Dazu Generalvikar Johann Sedlmaier: „Fakt ist, dass die Diözesanleitung mit dem Priester gemeinsam vereinbart hat, dass ihm ein Sabbatjahr gewährt wird, um seine Situation sowie vor allem seine Berufung zu überdenken.“
Zum Hintergrund
Das scheint inzwischen passiert zu sein, denn nun übernahm Golavčnik die Leitung der Pfarren St. Kanzian am Klopeiner See und Stein im Jauntal. Er folgt auf Friedrich Isop, der im Mai verstorben ist. „Möge er sich bei uns rasch zuhause fühlen und in seiner neuen Aufgabe viele schöne und bereichernde Begegnungen erleben“, schreibt die Gemeinde St. Kanzian am Klopeiner See auf Facebook.
Nachruf Friedrich Isop
Der 1972 in Klagenfurt geborene Golavčnik stammt aus Jaunstein und wurde 2002 zum Priester geweiht. Er war zuletzt zehn Jahre lang Pfarrvorsteher in Schwabegg und Neuhaus. Zusätzlich wird er als Aushilfsseelsorger in drei weiteren Pfarren tätig sein und weiterhin Religionsunterricht an höheren Schulen in Klagenfurt erteilen.
Golavčnik wollte nicht Stellung nehmen.

