Friedensnobelpreisträgerin Pillay als klares Signal an Trump
Die Südafrikanerin war unter anderem Richterin am Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda, und ist dort im Augenblick Ad-hoc-Richterin am Internationalen Gerichtshof in der Rechtssache Gambia gegen Myanmar.

Das Nobel-Institut in Oslo entschied: Die renommierte, international tätige Juristin Navanethem „Navi“ Pillay wird in diesem Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Die Südafrikanerin war unter anderem Richterin am Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda und ist dort im Augenblick Ad-hoc-Richterin am Internationalen Gerichtshof der Vereinten Nationen in der Rechtssache Gambia gegen Myanmar.
Das Komitee betonte in seiner Erklärung zur Preisträgerin deren unermüdlichen Kampf für Recht, Frieden und Menschlichkeit, wies aber auch auf den enormen Druck, unter dem das Völkerrecht und die internationalen Gerichtshöfe stehen. Nicht zuletzt der IStGH wird massiv von der US-Regierung unter Donald Trump kritisiert und attackiert. Insofern darf die Preisträgerin auch als eindeutiges Signal an den US-Präsidenten, der der Politik der Machtsphären folgt und Völkerrecht keinerlei Beachtung schenkt, gewertet werden.
Ein roter Faden zieht sich durch ihre gesamte Laufbahn - von ihrer frühen Arbeit bei der Verteidigung von Nelson Mandela und anderen, die sich gegen die Apartheid auflehnten, bis hin zu ihrer Tätigkeit als Richterin in einigen der wichtigsten internationalen Prozesse unserer Zeit.“
— Aus der Erklärung des Nobelkomitees in Oslo
Laut Jørgen Watne Frydnes, dem Vorsitzenden des Komitees, habe der seit 1901 vergebene Friedensnobelpreis angesichts der Lage der Welt mehr Relevanz mehr denn je, auch wenn es quantitativ weniger Konflikte geben möge. Pillay sei einer der „couragiertesten und profiliertesten Rechtsexperten unserer Zeit“. Die Welt erlebe unzählige Konflikte, es brauche daher Institutionen und Personen, die sich für ein internationales Miteinander und Würde einsetzen – wie Pillay.
Die 85-Jährige war nicht zuletzt UNO-Menschenrechtskommissarin und auch als Frau in mancher Beziehung eine Vorreiterin: 1967 eröffnet sie als erste Frau in ihrer einstigen Heimatprovinz Natal eine Anwaltskanzlei. Anschließend setzte sie sich vor Gericht für Anti-Apartheid-Aktivistinnen und Aktivisten ein, deckte die damals weit verbreitete Folter in Südafrika auf und trug zur Durchsetzung der Rechte von Gefangenen bei.