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Dürüm statt Suppe für die Mutter: Vadlau änderte OP-Menü in Klinik

Zwei Millionen Menschen sehen zu, wie Olympiasiegerin Lara Vadlau einen Streit um das Essen in einem Spital entfacht. Dort stellt man ihre Behauptungen in Abrede.

Lara Vadlau mit ihren Eltern Eva und Ernst
© KLZ / Josef Bodner
Lara Vadlau mit ihren Eltern Eva und Ernst
Thomas Martinz
Redakteur Bundesland Kärnten

Fast zwei Millionen Menschen haben sich laut Segel-Olympiasiegerin Lara Vadlau ein Video angesehen, das die Kärntnerin am Montag in einer Privatklinik aufgenommen und auf Instagram gepostet hat. Darin beklagt sich Vadlau darüber, was ihrer Mutter Eva 15 Stunden vor einer Hüftoperation zum Essen serviert wurde: Eine klare Suppe und ein Kompott!

„Ich könnte als Medizinerin ausrasten“, sagt sie. Gemeinsam mit Vater Ernst besucht sie ihre Mutter vor der OP. Diese hält einen Dürüm in die Video-Kamera, den der Besuch offenbar kurzfristig anstatt der Spitals-Kost besorgt hat. „Ein proteinreiches Abendessen“, freut sich die Patientin über das neue OP-Menü. „Das Allerwichtigste ist, die Patienten so gut wie möglich auf eine Operation vorzubereiten und das macht man nicht mit Nahrungskarenz“, regt sich Lara Vadlau auf, die in sozialen Medien immer wieder Ratschläge in Sachen Ernährung postet. Papa Ernst echauffiert sich schließlich auch noch über das einfache Mahl: „Und das in einem Privatsanatorium, das nicht richtig billig ist“.

Nach der Operation meldete sich Vadlau wieder auf Instagram zu Wort, diesmal mit „unfassbaren News“. Auf ihre Initiative hin würden jetzt in der Klinik „neue Leitlinien“ bezüglich Ernährung geschaffen. Das unterstreicht sie auch im Gespräch mit der Kleinen Zeitung. „Die Klinik hat seit 30 Jahren ihre Ernährungsstandards. Wir haben hausintern über das Pflegepersonal die Sache thematisiert. Und schließlich ist sogar der Primar auf uns zugekommen. Er war schockiert, dass meine Mutter nur eine klare Suppe bekommen hat und hat sich bedankt, dass wir dieses Thema losgetreten haben. Die Ernährungs-Guidelines werden nun überarbeitet“, so Vadlau.

„Werfen nichts über den Haufen“

Die Klinik sieht das anders. „Wir haben gar keine Essensleitlinien, also werden wir auch nichts ändern“, heißt es auf Anfrage der Kleinen Zeitung. Es sei normal, dass die Anästhesie nach der OP zum Patienten komme, und nachfrage, ob alles passe. Mehr sei nicht geschehen. „Es hat sich in unserem Haus bewährt, den Patienten vor einer OP eine Kleinigkeit zum Essen anzubieten, weil sie aufgeregt sind und schweres Essen eher ablehnen. Wir beschäftigen uns mit allen Patientenanregungen, akzeptieren andere Meinungen, aber wir werfen jetzt nicht grundsätzlich alles über den Haufen“, erklärt die Klinik. Wichtig sei, dass die OP bei Frau Vadlau gut verlaufen sei. Man wünsche ihr gute Besserung.