Kärntner Heldinnen und Helden wurden auf die Bühne geholt
Beim Galaabend der „Stillen Heldinnen und Helden“ wurden Ehrenamtliche aus Villach, Klagenfurt, Völkermarkt und Lavanttal geehrt. Einige von ihnen gaben Einblicke in ihr Schaffen.

Sie helfen, retten, begleiten und packen an – meist abseits des großen Rampenlichts. Bei der „Stille Heldinnen und Helden Gala“ am Dienstag, dem 6. Oktober 2026, standen jene Ehrenamtlichen aus Klagenfurt, Villach, dem Bezirk Völkermarkt und dem Lavanttal im Mittelpunkt, die in den vergangenen Wochen in der Kleinen Zeitung vorgestellt wurden. Fünf von ihnen erzählten auf der Bühne, was sie antreibt, was sie in ihrem Ehrenamt erleben und warum sie weitermachen.
Christian Puschl: Einer, der gerne anpackt

Seit seinem 13. Lebensjahr engagiert sich Christian Puschl beim Roten Kreuz Völkermarkt. Heute ist er Rettungssanitäter, Erste-Hilfe-Lehrbeauftragter und Einsatzoffizier im Bezirksrettungskommando. Dass ihm das Stillstehen nicht liegt, zeigt sich auch in seinem Motto, das er immer wieder gerne zitiert. Und das von niemand geringerem als John F. Kennedy: „Einen Vorsprung im Leben hat, wer da anpackt, wo die anderen erst einmal reden.“ Kurz und knapp bringt der 25-Jährige es auf den Punkt: „Ich packe generell gerne an.“ Erst kürzlich wurde er zum Bezirksrettungskommandanten gewählt. Denn neben den Einsätzen und der Kameradschaft gefällt ihm besonders die Arbeit im Hintergrund: „Die Vorbereitungen haben mich von Anfang an interessiert.“ Auch jungen Menschen empfiehlt er das Ehrenamt: „Eine Bereicherung“, sei es – ganz egal, in welchem Bereich. Nach dieser steilen Laufbahn fragt man sich natürlich, ob er irgendwann Präsident des Roten Kreuzes Österreich sein möchte: „Ich bin sehr glücklich in Völkermarkt“, sagt Puschl mit einem Lachen.
Thomas Arnesch: Er bricht Tabus

Thomas Arnesch kümmert sich im Zuge seiner Tätigkeit beim Verein Wandelstern seit vier Jahren um ein Tabuthema. Er hilft Frauen nach einem Schwangerschaftsverlust, aber auch Männern. Fast jede zweite Frau sei davon betroffen. „Wir müssen diesem Thema die Wichtigkeit geben, die es verdient hat“, will der 35-Jährige betont wissen und er weiß, dass diesbezüglich noch viel Arbeit vor ihm liegt. Gerade Männer seien in dieser Situation oft hilflos, denn sie wissen nicht, wie es sich anfühlt ein Kind zu verlieren. Gleichzeitig dürften Männer nicht weinen und keine Gefühle zeigen. Geraten die Gefühle dann außer Kontrolle, ist oft Gewalt ein Thema. Das gilt es zu verhindern. „Daher geht es oft nicht nur um die richtigen Worte zu finden“, weiß Arnesch, der sich in seinem Brotberuf in der Gewerkschaft Vida für die Rechte von Arbeitnehmern einsetzt, aus Erfahrung. „Oft reicht es nur seine zwei Ohren zu benutzen und zuzuhören“
Elias Rieger: Wasserretter mit Teamgeist

Über einen Freund kam Elias Rieger zur Wasserrettung St. Andrä im Lavanttal. Seit 2020 ist der 18-Jährige dabei, mittlerweile auch als Jugendgruppenleiter. Was ihn hält? Vor allem die Gemeinschaft: „Die Leute müssen passen, wir sind ein tolles Team.“ Gleichzeitig seien Dienst und Einsätze spannend und abwechslungsreich. Bei einer Alarmierung bleibt wenig Zeit zum Nachdenken: „Einfach schnell los, zur Zentrale und dann redet man sich aus.“ Belastende Einsätze bespreche er mit Kameraden, Familie oder Freunden und reflektiert sie für sich. „Da hat jeder seine eigene Herangehensweise.“ Jugendlichen möchte er die Wasserrettung ans Herz legen: „Es ist sinnvolle Beschäftigung und man trifft neue Leute.“ Auch im Winter wird es nicht langweilig: Übungen, Christbaumtauchen und organisatorische Arbeit halten die Einsatzstelle auf Trab.
Juliane Flir: Sie brennt für die Feuerwehr

Juliane Flir brennt für die Feuerwehr. Mit bereits elf Jahren stieß die heute 23-Jährige im Rahmen eines Sicherheitstages dazu und verbucht mittlerweile über 700 Einsätze – Brände, Verkehrsunfälle oder Tierrettungen - auf ihrem Konto. Dabei ist sie zumeist eine der Ersten in der Einsatzstelle, denn Flir und ihr Partner – ebenfalls Feuerwehrmann – wohnen direkt neben der Hauptfeuerwache Villach. „Wenn die Sirene heult, entsteht bei uns immer ein Kampf, wer zuerst beim Feuerwehrauto ist“, plaudert die gelernte Drogistin ein wenig aus der Schule und gibt zu: „Meistens ist es er!“ Es sei auch schon vorgekommen, dass sie in Socken oder Hausschuhen zu einem Einsatz eilte. In der Hektik habe sie selbst schon einmal auf eine eingeschaltete Herdplatte vergessen und löste damit selbst einen Einsatz aus. In der Feuerwehr schätzt sie die Kameradschaft: „Wir fahren sogar gemeinsam auf Urlaub!“ Dass Juliane Flir bei den Einsätzen nicht immer in der ersten Reihe steht, liegt in der Natur der Sache. „Wir Frauen haben halt einfach nicht die Kraft, aber wir arbeiten dann halt zu. Man muss nicht immer der Action Hero sein.“
Michaela Napetschnig: Ein Licht in schweren Stunden

Seit vier Jahren engagiert sich Michaela Napetschnig im Kriseninterventionsteam in Wolfsberg. Ihre wichtigste Eigenschaft dabei: flexibel auf Menschen eingehen zu können. „Manche brauchen, dass man nur da sitzt, andere müssen noch fertig kochen oder in den Stall gehen.“ Nach einem schlimmen Schicksalsschlag gehe es zunächst darum, Menschen wieder handlungsfähig zu machen. „Das reißt den Betroffenen die Füße unter den Boden weg“, schilderte die Völkermarkterin die Situation nach einer schlimmen Nachricht. Dann versuche das Kriseninterventionsteam, „das Licht am Ende des Tunnels“ zu sein. Mit der Belastung hat die 33-Jährige über die Jahre einen guten Umgang gefunden. Pferd und Hund sorgen täglich für ihren Ausgleich. Ihr Tipp für schwierige Situationen ist denkbar einfach: „Zuhören und einfach nur da sein.“