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Ronaldo wirft Portugal-Coach Jesus Wortbruch vor, plant aber Rückkehr

Portugals Teamchef Jorge Jesus ließ Cristiano Ronaldo gegen Norwegen aufwärmen, wechselte ihn jedoch nicht ein. Damit wurde laut Ronaldo das erste von zwei Versprechen gebrochen.

Gegen Wales spielte Ronaldo noch, gegen Norwegen kam er nicht zum Einsatz
© IMAGO/Luis Loureiro
Gegen Wales spielte Ronaldo noch, gegen Norwegen kam er nicht zum Einsatz

Nächste Runde im Disput zwischen Cristiano Ronaldo und Jorge Jesus. Nach dem Zerwürfnis nach dem ersten Norwegen-Spiel mit anschließender Abreise aus dem Teamcamp legt der portugiesische Fußballstar nun seine Sicht der Dinge dar. In einem langen Statement wirft Ronaldo seinem Teamchef gleich zweifachen Wortbruch vor.

Was war passiert? Nachdem Ronaldo am ersten Spieltag der diesjährigen Nations League gegen Wales 67 Minuten auf dem Platz stand, hieß es zunächst, dass Portugals Rekordteamspieler (234) und -torschütze (146) aus Gründen der Regeneration und Trainingssteuerung in Norwegen (und auch Dänemark) nicht zum Einsatz kommen werde. Wie Ronaldo nun in seinem Statement darlegt, soll Jesus ihn jedoch gefragt haben, ob er für rund 30 Minuten bereit sei. Schließlich schickte Jesus seinen Stürmer ab der Halbzeitpause zum Aufwärmen, wechselte ihn jedoch nicht ein – eine folgenschwere Aktion. „Der Trainer hatte sein Versprechen mir gegenüber gebrochen“, teilt Ronaldo mit.

CR7 stapfte nach Spielende sofort wütend in die Kabine und verabschiedete sich nicht von den mitgereisten Fans. „Ich entschuldige mich dafür“, so Ronaldo in seinem Statement.

Jorge Jesus las „Entschuldigungsliste“ nicht vor

Das Fass zum Überlaufen brachte laut dem 41-Jährigen jedoch Jesus‘ Pressekonferenz vor dem Dänemark-Spiel. Laut Ronaldo sprachen sich die beiden unter dem Beisein von Al-Nassrs Sportdirektor Simão Coutinho eigentlich aus und einigten sich auf eine acht Punkte umfassende „Entschuldigungsliste“, die der portugiesische Teamchef vor den Medienvertretern vorlesen sollte. Darin stand unter anderem: „Ich habe einen Fehler begangen, als ich jemanden vom Kaliber eines Pelé oder Maradona zum Aufwärmen auf das Spielfeld schickte und ihn dann doch nicht einsetzte. Wenn es heute wäre, würde ich das nicht tun. Um das Thema abzuschließen: Ich möchte Cristiano in der Nationalmannschaft haben. Tatsächlich möchte ich ihn nicht nur ein bisschen, sondern sehr gerne. Glücklicherweise glaubt er auch an mich. Er glaubte bei Al-Nassr an mich und tut dies auch hier.“

Jesus hielt sich laut Ronaldos Aussage jedoch nicht an die Abmachung. Vielmehr antwortete er angesprochen auf sein Versprechen an Ronaldo vor dem Norwegen-Spiel: „Ich kann versprechen, was ich will. Ich bin der Trainer.“

Ronaldo entschuldigt sich für überstürzte Abreise vom Teamcamp

„Es war das zweite Mal, dass er sein Versprechen mir gegenüber gebrochen hatte.“ Ronaldo reiste daraufhin vom Teamcamp ab. Auch dafür entschuldigte er sich: „Trotz des absoluten Vertrauensbruchs seitens des Trainers - was Zeugen dieser Gespräche bestätigen können - hätte ich das nicht tun dürfen. Die Verantwortung liegt allein bei mir“, so Ronaldo. „Ich hatte das Gefühl, dass mein Verbleib von diesem Moment an der Mannschaft nur geschadet hätte, und ich tat das, was ich immer gesagt hatte: Wenn ich mich nicht mehr als nützlich empfinde, packe ich meine Sachen und gehe.“

Stimmen über ein unrühmliches Ende der Teamkarriere von Portugals größtem Fußballer aller Zeiten wurden danach unweigerlich laut. Diese lässt CR7 jedoch verstummen. Ronaldo rechnet mit einer Sanktion vonseiten des portugiesischen Verbandes für sein Verhalten. Danach stehe er aber wieder bei Bedarf bereit. „Sollte ich also körperlich fit sein und für meinen Verein spielen - und hoffentlich auch Tore erzielen -, werde ich nach Ablauf einer eventuell gegen mich verhängten Sperre zur Verfügung stehen, um für unsere Nationalmannschaft anzutreten und zu gewinnen; so wie ich es bis heute immer getan habe.“

Die Tür für eine Rückkehr lässt ihm auch sein Teamchef offen. „Für mich ist Cris bei der nächsten Nominierung - sofern er bei Al-Nassr spielt - ein Kandidat für den Kader. Wenn er zurückkehren will, wird er zurückkehren“, sagte der 72-Jährige nach dem 2:1-Erfolg gegen Norwegen in Porto.

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