Nach Aufruf: Happy End für 1200 südweststeirische Legehennen
Die Resonanz war enorm: Nach dem Aufruf in der Kleinen Zeitung konnten 1200 Legehennen aus Groß St. Florian auf neue Lebensplätze vermittelt werden.

„Die Pipsi ist eine ganz Zahndürre.“ Helmut Meyer aus Schrötten in Hengsberg schaut auf einen seiner sieben Neuzugänge und schmunzelt. Sollte der Legehenne bis zum Winter noch Federkleid fehlen, ist die Sache für ihn klar: „Dann stricken wir ihr halt ein Wintermanterl", schmunzelt Meyer.
Bei seiner Frau Heidelinde und ihm leben mittlerweile rund 47 Hühner – Sulmtaler, Sperber, Weiß- und Grünleger. Geschlachtet werden bei ihm keine Tiere. „Die dürfen ihr Leben ausleben.“ Manche danken es ihm mit großer Anhänglichkeit. „Die Pipsi ist immer bei mir. Das ist ein richtiges Lausdirndl.“ Auch Henne Susi weicht ihm kaum von der Seite, wenn er draußen Holz arbeitet.

Gemeinsam für ein zweites Hühnerleben
Helmut Meyer ist einer von vielen, die nach einem Aufruf in der Kleinen Zeitung Legehennen aufgenommen haben. Was ursprünglich mit der Suche nach neuen Plätzen für gut 200 Tiere vom Schwoagerhof der Familie Lamprecht in Kraubath bei Groß St. Florian begann, nahm unerwartete Dimensionen an.
„Als wir die 1000er-Marke überschritten hatten, konnten wir es gar nicht glauben“, erzählt Tierschützerin Angelika Höller-Schmitt. Gemeinsam mit Britta Schmitt, Petra Verbeni und Stefan Lamprecht organisierte sie die Vermittlung. Die rund eineinhalb Jahre alten Hennen bringen noch etwa 80 Prozent ihrer ursprünglichen Legeleistung, werden im Betriebsablauf aber ersetzt.

„Nach dem Aufruf in der Zeitung habe ich den ganzen Tag telefoniert. 1200 Hühner vermittelt – unglaublich", schildert Petra Verbeni vom Schwoagerhof. „Damit hätten wir nie gerechnet, das ist echt super.“ Von Graz über Voitsberg und sogar aus Kärnten reisten Menschen an, um Legehennen bei sich aufzunehmen.
Das war einer der schönsten Tage in meinem Leben.
— Jakob Jungwirth

Und wer selbst keine Hühner halten kann, half eben anders. So wie der zwölfjährige Jakob Jungwirth aus Graz. „Wir wohnen mitten in der Stadt. Trotz großer Terrasse wäre eine artgerechte Haltung bei uns nicht möglich“, sagt seine Mutter Kerstin. Also suchte Jakob nach geeigneten Plätzen und half bei der Lieferung im Raum Graz mit.
Sein Resümee: „Das war einer der schönsten Tage in meinem Leben. Weil ich Lebewesen gerettet und ihnen ein neues Leben geschenkt habe.“ Ob er beim nächsten Mal wieder dabei ist? „Auf jeden Fall“, strahlt Jakob.
Fußbad für „Frau Schmitt“
Auch die beiden Tierschützerinnen Angelika Höller-Schmitt und Britta Schmitt nahmen selbst wieder Hennen auf. Eine heißt inzwischen „Frau Schmitt“. Wegen verhornter Fußballen bekommt sie Fußbäder und Vaseline. „Wir sind total happy mit ihr.“

