„Es ist unaussprechbar“: Feldbach trauert um 13-Jährige
Am Tag nach dem Mopedunfall, bei dem eine 13-jährige Feldbacherin ihr Leben verlor, herrscht große Betroffenheit in der Stadt. Psychologen und das Kristeninterventionsteam sind im Einsatz.
In der Stadtgemeinde Feldbach herrschen Schock und tiefe Trauer nach dem schrecklichen Unfall am Mittwochnachmittag, bei dem eine 13-Jährige ihr Leben verlor. Wie berichtet, war das Mädchen gemeinsam mit ihrer älteren Schwester (15) mit dem Moped auf der Europastraße Richtung Mühldorf unterwegs, als es zur Kollision mit einem abbiegenden Lkw kam.
Der 61-jährige Lkw-Fahrer aus der Südoststeiermark hatte für einen Pkw angehalten. Beim anschließenden Linksabbiegen hatte er das Moped mit den beiden Schwestern offenbar nicht gesehen, es kam zur Kollision. Die 13-jährige Feldbacherin verstarb noch an der Unfallstelle. Ihre ältere Schwester wurde leicht verletzt ins Krankenhaus Feldbach gebracht.
Kerzen an der Unfallstelle in der Europastraße
Wie groß die Betroffenheit einen Tag nach der Tragödie ist, zeigen die angezündeten Kerzen an der Unfallstelle. Den Donnerstag über waren Menschen gekommen, um der jungen Feldbacherin zu gedenken. „Was gestern passiert ist, geht tief und ist unaussprechbar“, sagt Feldbachs Bürgermeister Josef Ober sichtlich betroffen.
Er kennt die Familie. Das junge Mädchen beschreibt er als lebensfroh, gescheit und talentiert.. „Mein Mitgefühl gilt der Familie. Es ist eine sehr schwierige Situation für alle“, so Ober.
Borg trauert um Schülerin
Auch am Borg/Brg Feldbach, das Mädchen besuchte die vierte Klasse der Unterstufe des Gymnasiums, ist die Trauer groß. „Deine Schritte sind verstummt, doch die Spuren deines Lebens bleiben unvergessen. Das Borg/Brg Feldbach trauert um eine Schülerin“, heißt es in einem Facebook-Post der Schule.
Derzeit seien zahlreiche Klassen auf Kennenlern- und Sprachwochen, nur neun Klassen waren am Donnerstag im Haus, erzählt Direktor Gunter Wilfinger. „Es herrscht viel Trauer. Alle sind sehr betroffen, Lehrer wie Schüler“, schildert der Schulleiter. Denn: Das tragische Unglück betreffe viele Klassen direkt. „Das Mädchen war im klassenübergreifenden Ultimate Frisbee-Team und auch ihre beiden älteren Schwestern gehen hier zur Schule.“
Es herrscht viel Trauer. Alle sind sehr betroffen, Lehrer wie Schüler
— Gunter Wilfinger, Direktor des Borg/BRG Feldbach
Gut 20 Personen, darunter sechs Schulpsychologinnen und -psychologen, eine Schulsozialarbeiterin und das Kriseninterventionsteam (KIT) standen den trauernden Schülerinnen und Schülern und dem Lehrerkollegium zur Seite. „Der Schulwart hat Taschentücher, Getränke und Traubenzucker geholt, unsere Elternvereinsobfrau, die Psychologin ist, kam an ihrem freien Tag an die Schule, um zu helfen. Auch die Klassenvorständin des Mädchens ist von der Kennenlernwoche in Pöllau zurückgekommen, um bei ihren Schülern zu sein. Alle, die helfen konnten, waren heute da“, schildert Wilfinger.
Berührt haben ihn auch Gesten der Lehrkräfte und Schüler, die derzeit im Ausland sind: „Sie haben in Monaco und auch in Rom Kerzen für sie angezündet. Alle sind trotz der Trauer sehr empathisch, besonnen und ruhig. Aber es ist ja noch der erste Schock“, so Wilfinger. Psychosoziale Begleitung für alle, die es brauchen, ist daher auch für die kommenden Wochen vorgesehen. In einigen Wochen möchte man für die Verstorbene auch eine Gedenkfeier abhalten.
Belastender Einsatz für die Feuerwehr
Äußerst belastend war der Einsatz für die Feuerwehren Mühldorf und Feldbach. „Wir versuchen bei tragischen Einsätzen immer unsere jüngeren Kameraden zu schützen. Wenn es möglich ist, gehen die Reiferen, die mit mehr Ausbildung und Erfahrung, ganz nach vorne“, so Florian Karner von der FF Feldbach. Auch um die beteiligten Feuerwehrkräfte kümmerte sich das KIT.
Für die Wehren im Raum Feldbach ist es nicht der erste schwierige Einsatz mit Todesfolge in diesem Jahr. So waren sie im Einsatz, als im März zwei junge Mühldorfer bei einem Motocross-Unfall ihr Leben verloren, wurden gerufen als ein 19-Jähriger beim „Roofing“ von einem Stromschlag getötet wurde oder beim tödlichen Unfall einer 23-Jährigen aus Weiz: „Dieses Jahr haben leider schon einige junge Menschen in Feldbach ihr Leben auf tragische Weise verloren“, so Karner.