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Fahrrad und Co.: Das verlieren die Leute auf der St. Veiter Wiesn

Die Hochsaison im St. Veiter Fundamt startet mit dem Wiesenmarkt. Von Fahrrad bis Taschenwaage. Auf der Wiesn wurde schon einiges verloren.

Eine junge Frau sitzt an ihrem Schreibtisch und lächelt in die Kamera.
© Gert Köstinger
Claudia Koch ist die Leiterin des Fundbüros in St. Veit

Es ist ein angenehmer Herbstabend auf dem Gelände des St. Veiter Wiesenmarktes, viele Besucherinnen und Besucher haben Spaß und vielleicht haben manche auch das eine oder andere Gläschen über den Durst getrunken. Wenn es dunkel auf der Wiesn wird, herrscht aber in der Marktkanzlei reger Betrieb. Nicht nur, weil dort die Feuerwehr für Sicherheit und Ordnung sorgt, auch eine Fund-Box ist dort zu finden, bei der allerlei Dinge abgegeben werden.

„Am Wiesenmarkt werden viele Brieftaschen, Ausweise, Schlüssel, Brillen und sogar Regenschirme in die Fund-Box gegeben. Wenn sie nicht direkt bei der Marktkanzlei abgeholt werden, werden sie am nächsten Morgen ins Fundamt im Rathaus gebracht“, erklärt Claudia Koch, die in der Kanzleistelle und im Fundamt tätig ist.

Einige Dinge, die in diesem Jahr beim Wiesenmarkt abgegeben wurden, wurden im Fundbüro noch nicht abgeholt
© Gert Köstinger
Einige Dinge, die in diesem Jahr beim Wiesenmarkt abgegeben wurden, wurden im Fundbüro noch nicht abgeholt

„Bei einer Brieftasche ist es immer super, wenn ein Ausweis drin ist. Durch diesen können wir die Person ausfindig machen und sie auch kontaktieren.“ Pro Tag werden rund 20 Dinge beim Fundamt auf der Wiesn abgegeben. Doch was passiert mit Sachen, die nicht gleich ihren Besitzer wiederfinden? „Dinge, die über 100 Euro wert sind, werden für ein Jahr aufbewahrt. Dinge unter 100 Euro für ein halbes Jahr.“ Und wenn dann noch immer niemand gefunden wurde? „Es ist sehr selten, dass etwas bei uns bleibt, aber wenn doch, dann wird es an soziale Einrichtungen weitergegeben, die es brauchen können, wie etwa den Togetherpoint. Schlüssel müssen jedoch entsorgt werden“, erklärt die 21-Jährige.

Die Fund-Box findet man direkt bei der Marktkanzlei
© Gert Köstinger
Die Fund-Box findet man direkt bei der Marktkanzlei

Am Wiesenmarkt wird vor allem während des Vergnügens bei einem Fahrgeschäft etwas verloren. „Wenn man etwas eingesteckt oder die Brille beim Fahren auf hat, kann es leicht sein, dass die Geschwindigkeit oder ein Überschlag Schuld daran ist, dass etwas verloren geht.“

Doch wie wird nun kontrolliert, ob ein Gegenstand wirklich einer Person gehört? „Bei einem Schlüssel muss der Ersatzschlüssel mitgebracht werden, bei einem Handy muss man es entsperren können, bei anderen Gegenständen wäre die Kaufrechnung super, oder man beweist mit Fotos, dass man der Besitzer oder die Besitzerin ist.“ Zu den wohl skurrilsten Teilen, die am Wiesenmarkt abgegeben worden sind, zählen ein Fahrrad oder eine Taschenwaage.

Und auch im Fundbüro wurden unter dem Jahr ziemlich unübliche Dinge abgegeben. „Ein Besen, ein Rollator und auch Bargeld. Das waren damals 480 Euro. Hier muss der Besitzer quasi einen Bankauszug mitbringen und der Fundort und die Uhrzeit müssen mit denen vom Finder übereinstimmen“, betont die Frauensteinerin, die seit einem Jahr das Fundamt über hat. Sie machte ihre Lehre in der Gemeinde St. Veit und folgte auf Karoline Kazianka, die in den Ruhestand wechselte.

Seit Jahresbeginn hat sich noch nichts Spannendes in Kochs Fundbüro verirrt. „Das kann sich aber täglich ändern.“