Keine Trendwende: Steirische Arbeitslosigkeit steigt deutlich
Ende September waren steiermarkweit – inklusive Schulungsteilnehmer – knapp 45.800 Personen ohne Job, ein Plus von mehr als fünf Prozent. Eine Entspannung ist weiterhin nicht in Sicht.
Das Bild hat sich auch zu Herbstbeginn nicht geändert: Die Arbeitslosigkeit in der Steiermark steigt. Von einer „weiterhin angespannten Situation am steirischen Arbeitsmarkt“, spricht Karl-Heinz Snobe. Der Geschäftsführer des steirischen Arbeitsmarktservice (AMS) hält auch keine allzu erfreuliche Prognose bereit und verweist darauf, „dass schon aus saisonalen Gründen die Zahl der arbeitslosen Personen in den nächsten Monaten weiter steigen wird“.
Insgesamt, so Snobe, „rechnen wir heuer im Schnitt mit 41.000 arbeitslosen Menschen in unserem Bundesland“. Mit Ende September waren 37.501 Personen als arbeitslos beim AMS Steiermark vorgemerkt. Ein deutliches Plus von 5,9 Prozent oder 2082 Betroffenen im Vergleich zum September 2025. Inklusive Teilnehmerinnen und Teilnehmern an Schulungen sind 45.771 Steirerinnen und Steirer ohne Beschäftigung – ein Anstieg von 5,1 Prozent bzw. 2234 Personen zum Vorjahresmonat.
Im steirischen Handel sind aktuell 4956 Personen beim AMS arbeitslos gemeldet (plus 4,0 Prozent), hier ist auch die Zahl der offenen Stellen um 7,5 Prozent auf 1415 gesunken. In der Produktion (Herstellung von Waren) legte die Arbeitslosigkeit in der Steiermark um 4,2 Prozent auf 4382 Betroffene zu, es wurde aber auch ein deutliches Plus bei den offenen Stellen registriert, sie kletterten um 25,2 Prozent auf 1104. Einen Rückgang der Arbeitslosenzahlen verzeichneten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum u. a. die Branchen Beherbergung und Gastronomie (minus 2,1 Prozent auf 3471), Verkehr und Lagerei (minus 9,4 Prozent auf 1538) sowie die Bauwirtschaft (minus 1,5 Prozent auf 2057). Im Bauwesen sind aber die offenen Stellen um 11,1 Prozent auf 639 klar rückläufig.
Insgesamt waren beim AMS Ende September 10.149 sofort verfügbare offene Stellen gemeldet, ein Minus von 3,3 Prozent. Ein kleiner Lichtblick: Die Zahl der Lehrstellensuchenden ist steiermarkweit um 1,6 Prozent auf 1353 Betroffene gesunken.
Weiterhin stärkerer Anstieg bei Frauen
Weiterhin sind Frauen mit einem Plus von 8,2 Prozent auf 17.700 Betroffene stärker von der Zunahme der Arbeitslosigkeit betroffen als Männer (plus 3,9 Prozent auf 19.801). Ein Grund liegt in der Erhöhung des Pensionsantrittsalters von Frauen. Zudem waren zuletzt Branchen, in denen der Frauenanteil traditionell höher ist, vielfach stärker von Personalabbau betroffen.
Die geschätzte unselbständige Beschäftigung lag Ende September bei 553.000 Personen (plus 0,1 Prozent), die Arbeitslosenquote bei 6,4 Prozent (plus 0,3 Prozentpunkte zum Vorjahr).
Bis auf den Bezirk Liezen, wo sich im September ein zarter Rückgang von 0,1 Prozent bei der Arbeitslosigkeit ergeben hat, verzeichnete jeder steirische Arbeitsmarktbezirk Zuwächse. Am stärksten – jeweils im zweistelligen Prozentbereich – sind sie in Murau (plus 10,2 Prozent), Weiz (plus 10,2 Prozent) und Mürzzuschlag (plus 16,2 Prozent) ausgefallen.
Repnik übernimmt
Mit Monatswechsel ist Christian Repnik, wie berichtet, in der Landesgeschäftsstelle des AMS Steiermark zum neuen Leiter der Abteilung „Service für Unternehmen“ tätig. „Die mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen in der ganzen Steiermark offene Stellen entgegen, vermitteln Arbeitskräfte, führen Jobmessen durch, beraten über Förderungen und begleiten Unternehmen bei der arbeitsplatznahen Ausbildung neuer Fachkräfte“, erläutert man beim AMS Steiermark.

Arbeitslosigkeit in Österreich
Auch bundesweit hat die Arbeitslosigkeit im September weiter zugenommen, wenngleich prozentuell weniger stark als in der Steiermark. Die Zahl der Arbeitslosen und AMS-Schulungsteilnehmenden stieg in Österreich auf rund 381.200, ein Plus von 6000 Personen oder 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies betrifft beinahe alle Altersgruppen und Bundesländer mit Ausnahme von Wien. Die Arbeitslosigkeit von Frauen erhöhte sich im September mit 6 Prozent, bei Männern sank sie um 0,6 Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit sank bundesweit um 1,5 Prozent, in der Steiermark stieg sie hingegen um 0,9 Prozent auf 3947 Betroffene.
