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Wegbereiter für 3750 Neustarts am steirischen Arbeitsmarkt

Wie am Jobmarkt benachteiligte Menschen wieder durchstarten können. Und: Zum 20-jährigen Jubiläum kommt es beim gemeinnützigen Personaldienstleister SIP zum Chefwechsel.

„Am Anfang war die Arbeitssuche schwer“: Adriana-Ioana Lupsea
© Nicolas Galani
„Am Anfang war die Arbeitssuche schwer“: Adriana-Ioana Lupsea
Markus Zottler
Stv. Leiter Wirtschaft

„Am Anfang war die Arbeitssuche schwer“, erinnert sich Adriana-Ioana Lupsea. Schließlich aber hätte sie „eine gute Stelle“ beim Handelsunternehmen dm gefunden, heute arbeite sie bereits das dritte Jahr dort. Möglich sei der Neustart nur gewesen, weil zuvor „der Weg geöffnet wurde“, wie Lupsea schildert.

Der angesprochene Wegbereiter nennt sich „SIP Service in Person Personalservice GmbH“, sitzt in Graz, und hat sich auf gemeinnützige Arbeitskräfteüberlassung spezialisiert.

Fokus auf Langzeitarbeitslose

Gegründet vom bfi und im Auftrag des Arbeitsmarktservice (AMS) Steiermark begleitet SIP arbeitsuchende Menschen, die „besondere Unterstützung benötigen“, wie es heißt. Standen dabei zunächst vor allem ältere Arbeitslose im Fokus, folgten später Projekte für Menschen mit körperlichen Einschränkungen, Personen mit Schuldenproblematik und geflüchtete Arbeitssuchende. Heute liegt der Schwerpunkt insbesondere auf langzeitarbeitslosen Menschen. Also Arbeitslosen, die bereits länger als ein Jahr nach Arbeit suchen und es besonders schwer haben, wieder einen Job zu finden.

Christian Repnik (SIP), Gert Niederdorfer (bfi), Adriana-Ioana Lupsea, Martin Steiner (designierter SIP-Chef), Karl-Heinz Snobe (AMS Steiermark)
© Nicolas Galani
Christian Repnik (SIP), Gert Niederdorfer (bfi), Adriana-Ioana Lupsea, Martin Steiner (designierter SIP-Chef), Karl-Heinz Snobe (AMS Steiermark)

12.295 dieser Langzeitarbeitslosen, um 18,2 Prozent mehr als vor einem Jahr, listet das AMS Steiermark zurzeit. Fast jeder dritte arbeitslose Mensch zählt in der Steiermark also zu dieser schwerer vermittelbaren Gruppe. Von einem „angespannten Arbeitsmarkt“ spricht im Rahmen des 20-jährigen SIP-Jubiläums nicht zuletzt dahingehend auch Karl-Heinz Snobe, Chef des Arbeitsmarktservice Steiermark. Die Arbeitslosigkeit steige das vierte Jahr in Folge, im Schnitt rechnet Snobe heuer mit „41.000 Arbeitslosen“. Auch für 2027 sei „keine große Erleichterung in Sicht“.

SIP-Chef wechselt zum AMS

Unternehmen wie SIP schreibt Snobe, der de facto auch für das SIP-Budget verantwortlich zeichnet, auch künftig eine „ganz wichtige“ Rolle am Jobmarkt zu. Deswegen soll das Budget auch im nächsten Jahr in ähnlicher Dimension ausfallen.

SIP selbst wurde 2006 in Graz gestartet. Bis heute wurden „mehr als 3750 Transitarbeitsverhältnisse ermöglicht“. Also zeitlich befristete, geförderte Jobs. SIP-Chef Christian Repnik verweist auf die Nachhaltigkeit dieses Instruments: „Mehr als 75 Prozent der vermittelten Arbeitskräfte“, so der SIP-Boss, „werden nach der Überlassungsphase in ein fixes Dienstverhältnis übernommen“. Vermittelt wird das Personal in unterschiedlichste Branchen und Funktionen.

Übrigens: Zum Jubiläum gibt es bei SIP auch einen Chefwechsel. Nach 17 Jahren an der Spitze wechselt Christian Repnik ins „Service für Unternehmen“ des AMS Steiermark. Als neuer SIP-Chef wird ab 1. Oktober Martin Steiner, bis dato Gebietsmanager bei dm.

Staffelübergabe: Christian Repnik übergibt als SIP-Chef an Martin Steiner
© Nicolas Galani
Staffelübergabe: Christian Repnik übergibt als SIP-Chef an Martin Steiner