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ÖFB-Team in Irland vor Nations-League-Duell nur eine Randnotiz

Da der Auftritt der Österreicher in Dublin zwischen die brisanten Israel-Spiele der Iren fällt, ist das Interesse an Österreich gering. Irlands Verbandsspitze ist politisch unter Druck.

Österreich bereitet sich auf das Match in Irland vor – vor Ort interessiert das niemanden so richtig
© APA
Österreich bereitet sich auf das Match in Irland vor – vor Ort interessiert das niemanden so richtig

Österreichs Gastspiel in der Fußball-Nations-League geht in Irland zwischen den beiden hochbrisanten Spielen gegen Israel fast unter. Bei der Pressekonferenz vor dem dritten Gruppenspiel wurde die ÖFB-Auswahl am Mittwoch nur kurz erwähnt, als Teamchef Heimir Hallgrímsson auf eine Frage nach möglichen Protesten rund um die Partie antwortete: „Über Sicherheit und solche Dinge sollen sich andere Gedanken machen. Wir spielen gegen Österreich, das bestplatzierte Team der Gruppe.“

Hintergrund der Spannungen ist die Rolle Israels im Gaza-Konflikt. In Irland hatte es seit der Auslosung Proteste gegen die Duelle mit Israel gegeben. Zwar gewannen die Iren ihr Auswärtsspiel gegen die Israelis in Debrecen zuletzt klar mit 3:0. Die Vorbereitung darauf verlief aber chaotisch.

Nachdem Spieler Bedenken hinsichtlich der Austragung angemeldet hatten, wurde am Tag vor dem Spiel darüber abgestimmt, ob man antreten wolle. Irland spielte – mit schwarzen Armschleifen und ohne das obligatorische Händeschütteln vor dem Ankick. „Wir versuchen, uns auf den Fußball zu konzentrieren“, betonte Hallgrimsson vor dem Duell mit dem ÖFB-Team einmal mehr und ließ durchblicken, dass die Situation nicht einfach zu managen ist.

Politischer Druck auf Verbandsspitze

Am Mittwochnachmittag sollte die Spitze des irischen Fußballverbandes (FAI) vor einem Sportausschuss des Parlaments (Oireachtas) Stellung zur Israel-Causa nehmen. Die FAI um Geschäftsführer David Courell versucht dabei darzulegen, wie die Entscheidung, die umstrittenen Spiele gegen Israel auszutragen, zustande kam – und dass dies im besten Interesse des irischen Fußballs passiere. Die Causa ist emotional aufgeladen. Daniel Ennis, der Sportsprecher der Sozialdemokraten, forderte bereits den Rücktritt des FAI-Vorstandes. Die Spieler seien vom Verband „im Stich gelassen worden“, erklärte Ennis.

Der Teamchef wird indes nicht müde zu betonen, wie gut seine Kicker mit der Situation umgehen würden. Mittelfeldspieler Finn Azaz, der eine israelische Mutter hat und gegen Israel nicht zum Einsatz kam, heimste für seine „unglaubliche emotionale Beherrschung“ Extralob ein. Tormann Gavin Bazunu, der die Israel-Partie aus politischen Gründen boykottierte, rückt für die Österreich-Partie wieder in den Kader. Am kommenden Sonntag findet in Backa Topola in Serbien, wieder auf neutralem Boden, das Rückspiel gegen Israel statt. Irland wird laut Hallgrimsson auf alle Fälle antreten. „Es steht fest, dass wir die Spiele bestreiten werden.“

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