SPÖ-Chef Max Lercher: „Ich bin kein Parteipolitiker mehr“
Der steirische SPÖ-Chef Max Lercher feiert mit einer Hundertschaft seinen 40er und schwört allen Polit-Schubladen ab.

Gleichsam bei – verspäteter – Schafskälte hat der steirische SPÖ-Chef Max Lercher zum Aufbratln in sein Heimatrevier ins Gasthaus Anthofer in St. Ruprecht ob Murau geladen. Waren im Vorjahr zu diesem Fixtermin 50 Gäste geladen, pilgerte gestern eine Hundertschaft in die Obersteiermark, um dem Chef der Landesroten zum 40. Geburtstag zu gratulieren. Wer es nicht persönlich schaffte, würdigte den Jubilar per Videobotschaft: darunter Ex-Kanzler Christian Kern, Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil oder Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner.
Vor Ort waren gleich zwei seiner Vorgänger als Landesparteichef, Michael Schickhofer und Anton Lang, sowie Staatssekretär Jörg Leichtfried, der rote Klubchef im Nationalrat Philip Kucher, Bundesrätin Gabriele Kolar, Landtagsklubchef Hannes Schwarz. Prominentester Gratulant anderer Couleur: Der Zweite Landtagspräsident Werner Amon (ÖVP) wünschte Lercher „viel politische Schaffenskraft“, auch wenn dieser ja gegen Blau-Schwarz mobilisiere: „Auch scharfe Opposition ist wichtig und gut fürs Land!“

SJ-Chef, Landtags-, Nationalratsabgeordneter, Landesgeschäftsführer, Bundesgeschäftsführer und jetzt Landesvorsitzender der SPÖ“ – fast alle Gratulanten erwähnten, dass diese Laufbahn für deutlich mehr als 40 Lebensjahre taugen würde. Lercher selbst bekannte, dass er sich nach dieser Vielzahl an Funktionen eines abgewöhnt habe: „Ich bin kein Parteipolitiker mehr, lasse mich nicht mehr in Schubladen stecken.” Er mache Politik nur noch nach einer Richtschnur: „Wenn es gut ist, tua ma‘s, wenn es schlecht ist, nicht.“ Politik müsse das Leben der Menschen einfacher und besser machen, zitierte er den einstigen deutschen SPD-Kanzler Willy Brandt: „Sonst soll sie sich zum Teufel scheren“.
Wünsche für den Jubilar
Was wünscht man einem wie Lercher? Kolar: „Dass er die Partei und die Menschen zusammenführen kann.“ Kucher: „Dass er sich seine Kraft und Menschlichkeit bewahrt!“ Lercher selbst? „Dass es meinem Buben gut geht, der jetzt eingeschult worden ist.“ Die Gesellschaft wärmte sich dann am Schafbratl, das Wirt Adi Lercher und Mama Christine Schwaiger im 525 Jahre alten Gasthaus auftischten.
