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Steirer mit Zuwanderung laut Parteiumfrage sehr unzufrieden

Frische Umfrage der ÖVP birgt Kritik der Steirerinnen und Steirer an der Zuwanderung. Mehr als die Hälfte der Befragten sieht den gesellschaftlichen Zusammenhalt schwinden.

Lukas Schnitzer, Klubobmann der steirischen Volkspartei, mit IFDD-Geschäftsführer Christoph Haselmayer
© vp/lorber
Lukas Schnitzer, Klubobmann der steirischen Volkspartei, mit IFDD-Geschäftsführer Christoph Haselmayer
Thomas Rossacher
Redakteur Bundesland Steiermark

Integration, Islam, Sicherheit und Zuwanderung: Wie empfinden die Steirerinnen und Steirer? Die ÖVP hat 800 Personen in der Steiermark vom Institut für Demoskopie & Datenanalyse (IFDD) abfragen lassen. Demnach beurteilten gut zwei Drittel der Befragten die Auswirkungen von Zuwanderung auf die Steiermark negativ. Die Integration zugewanderter Personen „aus überwiegend muslimisch geprägten Herkunftsländern“ haben drei Viertel mit „sehr“ bzw. „eher schlecht“ bewertet.

80 Prozent der Befragten seien zudem besorgt, dass unterschiedliche Vorstellungen über grundlegende Werte und Regeln des Zusammenlebens zu Konflikten führen könnten. Diese Ergebnisse untermauern wenig überraschend den Rechtskurs von Klubobmann Lukas Schnitzer und Fraktion. Er selbst stuft sich als konservativ ein.

Die Meinungsumfrage wurde am Freitag in einer Phase vorgestellt, in der die Volkspartei das Verbot des politischen Islam trommelt. In den Wahlumfragen über den Sommer lagen die Schwarzen deutlich hinter den Blauen, ob im Bund oder in der Steiermark. In Themen wie den schärferen Sanktionen für Empfänger der Sozialunterstützung weiß die steirische Koaltion aus FPÖ und ÖVP gemäß Umfrage unterdessen eine große Mehrheit hinter sich.

Sicherheitsempfinden

Generell ist das Sicherheitsgefühl im Steirerland weiterhin hoch. 81 Prozent gaben an, sich in der Steiermark sehr bzw. eher sicher zu fühlen. Negativ beeinflusst würde dieses Gefühl von Kriminalität oder aggressivem Verhalten (72 Prozent), von politischem oder religiösem Extremismus (61) und von Zuwanderung (49). Schnitzer sagte, man dürfe bei politischem Extremismus „auf keinem Auge blind sein“.

Was den gesellschaftlichen Zusammenhalt der letzten fünf Jahre betrifft, war mehr als jeder zweite Befragte der Ansicht, der habe sich eher bzw. deutlich verschlechtert (43 bzw. 15 Prozent). Keine wesentliche Veränderung nahmen 30 Prozent wahr. Nur zehn Prozent meinten, der Zusammenhalt habe sich deutlich bzw. eher verbessert. Als Haupttreiber der negativen Veränderung wurde die Teuerung genannt, dahinter die Zuwanderung und politische Entscheidungen.

Werte

48 Prozent würden sich sehr große Sorgen machen, dass unterschiedliche Vorstellungen über „grundlegende Werte und Regeln des Zusammenlebens mit Menschen aus überwiegend muslimisch geprägten Herkunftsländern zu Konflikten“ führen könnten. Das größte Konfliktpotenzial sahen die Befragten bei den Themen Gleichstellung von Frau und Mann (83 Prozent) gefolgt von österreichischen Gesetzen/ demokratischen Grundprinzipien.

Dass die Steirerinnen und Steirer Zuwanderung in Bausch und Bogen ablehnen, sei aber nicht der Fall, wie Meinungsforscher Christoph Haselmayer betonte. So sprachen sich 85 Prozent für qualifizierte Zuwanderung aus – durch Personen, die Deutsch lernen, Gesetze und Grundwerte respektieren.

ÖVP-Klubchef Schnitzer will anhand der Ergebnisse einen Maßnahmenkatalog erarbeiten. Er soll bis Jahresende vorliegen.

Zur Umfrage

800 wahlberechtigte Personen in der Steiermark wurden im Auftrag des Landtagsklubs der ÖVP vom Institut für Demoskopie & Datenanalyse (IFDD; Christoph Haselmayer) befragt.

Zeitraum: 27. August bis 4. September 2026
Sample: 800 Personen über 16 Jahre, repräsentativ
Schwankungsbreite: +/- 3,5 Prozentpunkte