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Jetzt ist es fix: Erntedankfest in Leibnitz ist abgesagt

Die vom 9. bis 11. Oktober geplante Veranstaltung fällt dem Koalitionskrach und der damit fehlenden Finanzierung zum Opfer.

Die Plakate für das Leibnitzer Erntedankfest können eingestampft werden
© KLZ / Robert Lenhard
Die Plakate für das Leibnitzer Erntedankfest können eingestampft werden
Robert Lenhard
Teamleiter Regionalredaktion Leibnitz & Deutschlandsberg, Stv. Ressortleiter Regionalredaktionen Steiermark

Was sich nach der turbulenten Gemeinderatssitzung Dienstagabend abzeichnete, ist nun fix: Das für 9. bis 11. Oktober geplante Leibnitzer Erntedankfest wird gut zwei Wochen vor seiner Ausrichtung abgesagt. Das gaben Bürgermeister Daniel Kos (FPÖ) und der für den Tourismus in der Weinstadt verantwortliche Vizebürgermeister Jochen Pießnegger (ÖVP) Donnerstagmittag in einer gemeinsamen Aussendung bekannt.

Hintergrund ist die fehlende Finanzierung, nachdem sowohl der Nachtragsvoranschlag als auch die Umschichtung von Mitteln im Gemeinderat keine Mehrheit fanden. Brisant ist das, weil in beiden Fällen auch der Koalitionspartner von FPÖ und ÖVP, das Bürgerforum Leibnitz (BFL), seine Zustimmung verweigert hatte. Damit steckt die Dreierkoalition knapp eineinhalb Jahre nach der Machtübernahme in einer schweren Krise, auch wenn alle drei Parteien am Mittwoch betonten, an dem Bündnis festhalten zu wollen.

Fest als politischer Spielball

In ihrer Aussendung greifen Kos und Pießnegger das Bürgerforum allerdings aufs Neue frontal an. „Das Erntedankfest wurde zum politischen Spielball. Ich hätte mir gewünscht, dass bei dieser Entscheidung nicht parteipolitische Überlegungen,, sondern das Interesse an unserer Stadt im Mittelpunkt stehen“, betont Kos.

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Pießnegger stößt ins selbe Horn: „Für mich ist es nicht nachvollziehbar, dass ein Projekt, das Menschen nach Leibnitz bringt und damit auch unsere Wirtschaft und unseren Tourismus stärkt, im Gemeinderat keine Mehrheit findet.“ Damit angesprochen wird explizit auch die SPÖ, die als stärkste Fraktion im Gemeinderat, ebenfalls ihre Zustimmung zur Sicherstellung der Finanzierung des Erntedankfests verweigerte.

Bleibt Stadt auf Kosten sitzen?

Der Versuch, in letzter Minute private Sponsoren an Land zu ziehen, dürfte jedenfalls gescheitert sein. Keine Angaben machen Kos und Pießnegger zu den bereits entstandenen Kosten, auf denen die Stadtgemeinde Leibnitz nun sitzen bleiben dürfte. Etwa für bereits angebrachte Plakate und gebuchte Werbeeinschaltungen. Im Raum stehen auch Stornokosten für Mitwirkende.

Das hatte sich der Stadtchef ganz anders vorgestellt. Laut eigener Berechnung hätte das Leibnitzer Erntedankfest mit geschätzten 5000 Besucherinnen und Besuchern eine Wertschöpfung von mehr als 250.000 Euro generieren sollen. Demgegenüber gestanden wäre eine effektive Belastung für die Stadtgemeinde von rund 19.000 Euro. Eine eintägige Variante, wie vom BFL gefordert, hätte die Stadtkasse aufgrund geringerer Förderungen und Einnahmen mit rund 30.000 Euro belastet.