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„Komme nicht pünktlich“: Kärntner Schichtarbeiter kritisiert Öffis

Laut Nahverkehrspaket sind Kärntens Bezirksstädte auch vor 6 Uhr erreichbar. Für einen Schichtarbeiter aus dem Drautal scheitert dies aber an den Anschlüssen.

Eine S-Bahn an einer Bahnhaltestelle
© Willi Zore
Laut aktuellem Fahrplan fährt der erste Zug von Paternion-Feistritz Richtung Villach um 05.06 Uhr ab. Doch nicht aus allen umliegenden Orten ist diese Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar
Julia Wiesflecker
Teamleiterin Regionalredaktion Villach

Ein Schichtarbeiter und Kleine-Zeitung-Leser aus dem Drautal macht in einem Schreiben an die Kärntner Landesregierung auf ein „massives Defizit im Kärntner Liniennetz“ aufmerksam: „Wer in unserer Region eine Arbeit im Schichtbetrieb aufnehmen möchte, aber mangels finanzieller Mittel kein eigenes Auto besitzt, ist aufgeschmissen“, schreibt der Mann aus Neu-Feffernitz an den für öffentlichen Verkehr zuständigen Landesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP).

Worum geht es genau? Der Mann bemängelt, dass es nicht möglich sei, von seinem Heimatort aus pünktlich zu Schichtbeginn um 6 Uhr in einem Betrieb in Villach oder Spittal an der Drau zu sein. Auch am Abend sei der Takt „unbrauchbar“, kritisiert der Leser. Besonders bemerkenswert ist das ein Jahr nach der Umsetzung eines großen Nahverkehrspakets, dessen zentrale Versprechung unter anderem die Erreichbarkeit aller Bezirksstädte vor 6 Uhr und auch nach 22 Uhr war. Das Problem liegt im konkreten Fall jedoch bei den Anschlüssen.

Erste Busverbindung zu spät

Neu-Feffernitz liegt rund vier Kilometer von der nächstgelegenen Bahnstation Paternion-Feistritz entfernt. Dort fährt bereits um 05.06 Uhr der erste Zug Richtung Villach ab und erreicht den Bahnhof um 5.22 Uhr. Für einen Dienstbeginn in Villach wäre damit grundsätzlich ausreichend Zeit. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist diese Verbindung aus Neu-Feffernitz allerdings nicht erreichbar. Die erste Busverbindung zur Bahnstation Paternion-Feistritz fährt erst um kurz nach halb sechs Uhr Früh. Zu spät für einen Dienstbeginn um 6 Uhr, wenn der Arbeitsplatz nicht direkt am Bahnhof liegt. Nach Spittal an der Drau stellt sich die Situation ähnlich dar.

Als Alternative blieben eine etwa 15-minütige Radfahrt, ein etwa 45-minütiger Fußmarsch oder die Fahrt mit dem Auto. Möglichkeiten, die nicht für alle attraktiv und täglich umsetzbar sind.

Mehr Parkplätze geplant

Die Bewohnerinnen und Bewohner von Neu-Feffernitz sind nicht die einzigen, die das betrifft. Auch aus anderen Orten im Drautal, etwa aus Fresach, sind die Verbindungen für Schichtarbeiterinnen und Schichtarbeiter problematisch.

Im Büro von Landesrat Schuschnig ist die Beschwerde des Lesers dennoch die erste dieser Art, die bisher eingelangt ist. Das Schreiben sei daher an den Verkehrsverbund weitergeleitet worden. Verbunden mit dem Auftrag, den Fall durch die Verkehrsplanung prüfen zu lassen. So soll nun der tatsächliche Bedarf eruiert werden.