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Deutsche beneiden uns um Spritpreisbremse: „Schön für die Ösis!“

Dass sich die österreichische Regierung auf eine Senkung der Treibstoffpreise um rund zwölf Cent einigen konnte, animierte Deutschlands größte Zeitung zu einer amüsanten Headline.

Österreich führt erneut eine Spritpreisbremse
© IMAGO/Daniel Scharinger
Österreich führt erneut eine Spritpreisbremse

Die österreichische Bundesregierung hat sich auf eine neue Spritpreisbremse geeinigt. Die Entlastung, die für Oktober und November gilt, soll Treibstoff hierzulande um rund zwölf Cent pro Liter günstiger machen. Neben der Senkung der Mineralölsteuer um 6,7 Prozent wird auch eine Margenbegrenzung von 3,5 Cent je Liter eingeführt. Die Maßnahme soll kommenden Montag im Rahmen einer Sondersitzung des Nationalrates beschlossen werden.

Unter den hohen Spritpreisen, die eine Folge der globalen Konflikte wie des Iran-Krieges sind, leidet auch unser Nachbar Deutschland. Dort sorgt die Senkung des Spritpreises in Österreich offenbar für neidische Blicke über die Grenze. Die größte Tageszeitung Deutschlands bewog das zu einer für Bundeskanzler Christian Stocker schmeichelhaften Headline: „Ösi-Sprit wird NOCH günstiger: Dieser Kanzler zeigt uns, wie billiger tanken geht.“

So titelte die „Bild“ am Donnerstag
© bild.de
So titelte die „Bild“ am Donnerstag

„Land des Billig-Tankens“

„Unser Urlaubsland Österreich: laut Hymne „Land der Berge, Land am Strome, Land der Äcker, Land der Dome“. Und nun auch Land des Billig-Tankens“, resümiert das Boulevardblatt. Österreich sei „jetzt auch Traumziel für Tanktouristen“, war am Mittwochabend online zu lesen. Dass sich die deutsche Regierung noch nicht zu einer derartigen Entlastung durchringen konnte, führt „Bild“ zur Frage: „Schön für die Ösis. Aber was ist mit uns Piefkes?“

Österreich bleibt wohl billiger

Jedenfalls hat die deutsche Regierung beschlossen, die Steuern für Treibstoff von Oktober bis Jahresende um 17 Cent pro Liter zu senken. Die Pläne sehen vor, dass die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14 Prozent geringer ausfällt und durch die Umsatzsteuer drei weitere Cent pro Liter gespart werden.

Damit wird der Preisunterschied zwischen Österreich und Deutschland zwar kleiner, an österreichischen Tankstellen dürfte Sprit dennoch billiger bleiben, schätzt Johannes Mayer, Energiemarkt-Experte der E-Control, laut APA. Das liegt unter anderem daran, dass Österreich bereits in der Vergangenheit Eingriffe vorgenommen hatte. Experten gehen davon aus, dass der Tanktourismus jedoch abnehmen wird.

Am gestrigen Mittwoch betrug der von der E-Control ermittelte österreichweite Median des Spritpreises bei 2,224 Euro pro Liter Diesel und 1,929 Euro pro Liter Super-Benzin. In Deutschland hingegen kosteten im bundesweiten Schnitt ein Liter Diesel 2,42 Euro und ein Liter Super 2,32 Euro. Die Preise hatten am 17. September 2026 einen neuen Höchststand erreicht.