Suche
Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen.

Jahresplus von 172 Prozent: Was die Aktie von ams-Osram antreibt

Der Aktienkurs des steirisch-bayerischen Chip- und Sensorherstellers ams-Osram kletterte – nach Turbulenzen und Rückschlägen in den vergangenen Jahren – zuletzt deutlich nach oben.

Der steirisch-bayerische Chip- und Sensorhersteller ams-Osram
© IMAGO/imageBROKER/Timon Schneider
Der steirisch-bayerische Chip- und Sensorhersteller ams-Osram
Manfred Neuper
Wirtschaft

Der steirisch-bayerische Chip- und Sensorhersteller ams-Osram verzeichnet im bisherigen Jahresverlauf eine bemerkenswerte Entwicklung an der Börse. Seit Jahresbeginn summiert sich das Kursplus auf rund 172,5 Prozent. Zu Jahresbeginn notierte das an der Schweizer Börse notierte Unternehmen bei 8,62 Schweizer Franken je Aktie. Am Mittwoch hat das Papier bei 23,48 Franken geschlossen – für einen zusätzlichen Schub sorgte ein positiver Analystenkommentar, der für ein Tagesplus von 10,34 Prozent gesorgt hat.

Die volatile Aktie reagierte damit auf eine Studie von Jefferies. Das Haus hatte das Kursziel von 21 auf 25,50 Franken angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt. Angesichts der neuen, auf sogenannten „VCSEL-Lasern“ beruhenden Mikro-Emitter-Lösung für optische Konnektivität als Ergänzung zur bestehenden MikroLED-Technologie sehe er den Sensoren- und Halbleiterhersteller in diesem Bereich stark positioniert, um von einer vertikalen und horizontalen Skalierung zu profitieren, schrieb Analyst Janardan Menon.

Die Deutsche Bank hatte Mitte September das Kursziel der Aktie von 16 auf 19 Franken angehoben. Die Experten verweisen in der aktuellen Studie auf neue Produkte in der Unterhaltungselektronik (faltbare Smartphones) und neue Möglichkeiten für smarte Brillen durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI).

Zahlreiche Verkäufe abgeschlossen

Der Konzern hat im laufenden Jahr mehrere Verkäufe vorgenommen bzw. abgeschlossen. Unter anderem wurde das Speziallampengeschäft an Ushio Inc. (abgeschlossen Anfang März 2026) abgegeben. Hinzu kommen die Veräußerung des nicht-optischen Mixed-Signal-Sensorgeschäfts an Infineon (abgeschlossen am 1. Juli 2026) sowie der Verkauf des CMOS-Bildsensorgeschäfts an Indie Semiconductors (unterzeichnet Anfang Mai 2026). Damit konnte die hohe Verschuldung reduziert werden.

Im Mai hat ams-Osram bekanntgegeben, dass man nach der erfolgreichen Entwicklung eines Prototyps „eine Entwicklungsvereinbarung mit einem führenden Partner aus der KI-Photonikbranche“ geschlossen habe, um die Kommerzialisierung voranzutreiben. Damit ist das Unternehmen in den Markt für AI-Datenzentren eingetreten. Laut Vorstandschef Aldo Kamper, dessen Vertrag Ende Juli vorzeitig bis 2031 verlängert wurde, will sich ams-Osram als führender Anbieter im Bereich von „Digital Photonics“ positionieren. Diese Technologie ermögliche dynamische Beleuchtung, lichtbasiertes Design, Projektion als Display, lichtbasierte Sensorik, Materialbearbeitung, gerichtete Energieübertragung und Hochgeschwindigkeits-Datenkommunikation. Davon soll auch Premstätten profitieren, wo das Produktportfolio rund um die dafür notwendigen Komponenten ausgebaut werden soll, wie Kamper bereits Anfang Februar im Interview mit der Kleinen Zeitung betonte.

Die Kursentwicklung von ams-Osram zeigt aber auch, dass es nach wie vor teils heftige Schwankungen gibt. Dennoch kommt man auch auf Zweijahres-Sicht auf ein Plus von 152,3 Prozent. Von den Rekordständen im März 2018 als der Aktienkurs zwischenzeitlich bei mehr als 360 Franken lag, ist man freilich noch weit entfernt.