Großfeuer in Eisbach-Rein: Deshalb bleiben Forstarbeiter straffrei
Nach 70-Hektar-Brand wurden vier Männer angezeigt. Wer aus diesem Quartett aber für einen möglichen Funkenflug in Frage kommen könnte, ist nicht feststellbar – Verfahren eingestellt.
Es war der bisher größte Feuerwehreinsatz in der Geschichte der Steiermark: 17 Tage lang kämpften rund 2500 Einsatzkräfte beim Waldbrand nahe Stift Rein nördlich von Graz gegen die Flammen. Unter schwierigen Bedingungen: Das betroffene, rund 100 Fußballfelder große Forstgebiet liegt in teils sehr steilem und unzugänglichem Gelände. Der Brand breitete sich aufgrund der hohen Trockenheit rasch auf rund 70 Hektar aus, erst am 11. Mai wurde „Brand aus“ gegeben.
Neben dem Schaden am Waldbestand entstanden erhebliche Kosten für Einsatzorganisationen, Behörden und Ämter. Auch technische Geräte wurden bei den Löscharbeiten beschädigt. Drei Personen wurden leicht verletzt, der Gesamtschaden soll bei rund vier Millionen Euro liegen.
Historischer Feuerwehreinsatz
Drei Monate nach dem verheerenden Feuer schloss die Polizei ihre Ermittlungen zur Brandursache ab. Demnach dürfte das Feuer auf eine fahrlässige Brandentstehung im Zuge von Forstarbeiten zurückzuführen sein. Hinweise auf ein Vorsatzdelikt oder eine Brandstiftung gab es nicht. Bei der Spurensicherung im Wald konnte die Brandausbruchsstelle eingegrenzt werden: Sie befindet sich im Bereich der zuletzt durchgeführten Waldarbeiten.
Zum Zeitpunkt des Brandausbruches am 25. April war jedenfalls eine Firma im Auftrag des Waldbesitzers, des Stifts Rein, mit Forstarbeiten beauftragt. Vier Männer im Alter zwischen 22 und 49 Jahren waren damit beschäftigt, Jungbäume von Geäst zu befreien. Sie wurden bei der Staatsanwaltschaft Graz wegen des Verdachts der fahrlässigen Herbeiführung einer Feuersbrunst angezeigt. Die verdächtigen Arbeiter bestritten, den Brand verursacht zu haben.
Vier Männer und vier Motorsägen
„Es wurde vermutet, dass aufgrund eines unbemerkten Funkenflugs durch eine der vier verwendeten Motorsägen das Feuer entstanden sein kann“, erklärt Arnulf Rumpold, Sprecher der Grazer Staatsanwaltschaft im Gespräch mit der Kleinen Zeitung. Ein Blitzschlag sei als Brandursache definitiv auszuschließen gewesen. Als Staatsanwaltschaft habe man allerdings bei vier möglichen Verursachern (und vier verschiedenen Motorsägen) nicht mit der notwendigen Sicherheit feststellen können, wer der konkrete Verursacher gewesen sein könnte. „Das Verfahren gegen die vier Arbeiter ist deshalb eingestellt worden“, so Rumpold.