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Er macht Villach zur „Welthauptstadt“ der Halbleiter-Technik

Tausende Mails, durchgearbeitete Wochenenden und eine halbe Million Euro Budget: Werner Schustereder (48) holte eine bedeutende Halbleiter-Konferenz nach Villach.

Organisiert renommierte Konferenz: Werner Schustereder
© Infineon Austria
Organisiert renommierte Konferenz: Werner Schustereder
Uwe Sommersguter
Leitung Wirtschaft Kärnten/Osttirol

Ein Ausrufezeichen für die Bedeutung Villachs als ein internationales Halbleiter-Zentrum setzt Werner Schustereder diese Woche mit der „25. International Conference on Ion Implantation and Annealing Technology“. Die „IIT 2026“ vereint Expertinnen und Experten der globalen Halbleiterbranche in der Draustadt. Bei der Fachkonferenz trifft sich die Weltelite der Ionen-Implantation, ein Schlüsselprozess in der Halbleitererzeugung. Mehr als zwei Jahre feilte der 48-Jährige an der Konferenz, die fünf Tage dauert.

Der Fertigungsspezialist Schustereder studierte Physik unter anderem in Innsbruck und Oxford und forschte drei Jahre am Max Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching bei München. Seit 2008 ist der mit einer Kärntnerin verheiratete Tiroler bei Infineon in Villach als Prozessentwickler tätig. Anders als in der Forschung seien da „die Früchte der eigenen Arbeit innerhalb von Jahren sichtbar“, sagt Schustereder, der sich „noch immer als Forscher“ sieht, „als Physiker im Herzen“.

Durchgearbeitete Abende und Wochenenden

In die Fachkonferenz, die (nach Alpbach 2000) zum zweiten Mal in Österreich stattfindet, floss „jede Menge Herzblut“. Dies illustriert eine Zahl: Eine „mittlere vierstellige Zahl“ an Mails hat den Betreff „IIT 2026“ – deren Organisation kam als „Hobby“ zum Hauptjob bei Infineon hinzu, erzählt Schustereder. Durchgearbeitete Abende und Wochenenden inklusive. „Auch meine Frau wird froh sein, wenn das vorbei ist“, meint der IIT-Organisator schmunzelnd.

Konferenz dauert noch bis Donnerstag

Noch bis Donnerstag tagen die rund 350 Expertinnen und Experten aus aller Welt im Congress Center Villach. Bei Schustereder ist der Adrenalinpegel schon seit der Vorwoche hoch, als die Konferenz mit der „IIT-School“ am Infineon-Standort Villach startete. Viele Teilnehmer sind zum ersten Mal in Kärnten, ein umfangreiches Sozialprogramm rund um die Tagung ist daher Teil der Konferenz, darunter Besichtigungen von Kärntner Forschungszentren wie den Silicon Austria Labs (SAL). Schustereder nicht ohne Stolz: „Viele sagen, Villach ist der ideale Austragungsort für diese Jubiläumskonferenz.“ Denn hier verbinden sich Forschung, Entwicklung und moderne Fertigung wie kaum sonst wo. Davon zeugen auch Weltneuheiten aus Villach, die die Chips von morgen prägen.

Neu gewählter Präsident

Dass Infineon Austria Gastgeber einer so renommierten Konferenz ist, unterstreicht den ausgezeichneten Ruf, den Standort und Konzern genießen, sagt Schustereder: „Wir sind weltweit führend bei der Weiterentwicklung von Anlagen und Prozessen.“ Infineon wiederum profitiere von Renommee und Kontakten. Das Budget der Konferenz lag bei mehr als einer halben Million Euro. Der Gegenwert sei nicht in Zahlen zu bemessen, ist Schustereder überzeugt: „Villach und Infineon bekommen weltweite Sichtbarkeit.“ Das gilt auch für den verdienstvollen Organisator des Kongresses, der Dienstagabend zum Präsidenten des weltweiten Verbandes gewählt wurde.