Trigos-Verleihung: Große Bühne für Kärntens nachhaltige Vorreiter
Im Casineum Velden wurden am Montag die Trigos-Preise für nachhaltiges Wirtschaften verliehen. Ein bewegender Abend.

Die Idee kam von den Mitarbeitern, nicht von der Firmenleitung: Was, wenn wir unsere ungenutzte Industriefläche mitten im Klagenfurter Gewerbegebiet am Südring zu einem Lebensraum für Tiere und Pflanzen machen? Aus dem verwegenen Vorschlag sind mittlerweile mehr als 20.000 Quadratmeter Grünfläche für Blumen, Sträucher, Bienen und Schafe geworden, samt Nistkästen für Vögel und Fledermäuse. Für die renaturierte Fläche ist Philips Montagabend mit einem Trigos ausgezeichnet worden. Und damit nur eines von diversen ausgezeichneten und nominierten Kärntner Unternehmen, die Österreichs wohl wichtigsten Preis für Nachhaltigkeit verdient haben, der im Casineum Velden zum 13. Mal in Kärnten vergeben wurde.
Von Logistikplanung bis Urlaub am Bauernhof
Nachhaltigkeit – damit ist gleichermaßen Umweltschutz, langfristiges Wirtschaften und faires Miteinander gemeint – „ist immer stärker eine Prämisse für operative Entscheidungen in Unternehmen“, so Nikolaus Juhász, Vorstandsvorsitzender der BKS Bank, die den Trigos federführend vergibt und selbst Nachhaltigkeit als Unternehmensstrategie verfolgt. „Die Trigos-Preisträger sind somit Stimmungsmacher für die nachhaltige Transformation unserer Wirtschaft.“ Auch Obmann Günter Zeilinger und Geschäftsführerin Edith Sabath-Kerschbaumer vom Kärntner Landesverband „Urlaub am Bauernhof“ durften stellvertretend für ihre 470 Mitgliedsbetriebe eine Trigos-Trophäe mitnehmen. Trigos-Juryvorsitzende Gabriele Faber-Wiener: „Das Modell stärkt die Einkommenssituation bäuerlicher Familien und setzt einen nachhaltigen Impuls für die Zukunft des ländlichen Raums.“ In der Kategorie Klimaschutz fuhr Alexander Windbichler, Gründer des IT-Unternehmens Anexia, mit einem Trigos ab. Im wahrsten Sinne: Anexia arbeitet gemeinsam mit den ÖBB an intelligenten Lösungen für die Personal- und Logistikplanung im Schienenverkehr, sodass weniger leere Kilometer gemacht werden müssen und der Verschubaufwand minimiert wird, was wiederum CO₂-Emissionen spart.
Die Kärntner Trigos-Preisträger 2026

Nachhaltiges Beschäftigungsmodell
Sympathien, Respekt und einen Trigos räumte auch das Klagenfurter Team der gemeinnützigen GmbH AfB ab, die, gegründet in Deutschland, seit zehn Jahren in Kärnten tätig ist. AfB übernimmt ausrangierte IT- und Mobilgeräte wie Handys, Tablets oder PCs, löscht die Daten, bereitet sie neu auf und bietet sie wieder an. Nachhaltig ist auch das AfB-Beschäftigungsmodell, denn AfB schafft Arbeitsplätze für behinderte Menschen.
Für bewegende Momente sorgte Michael Omann, Gründer des Villacher Start-ups Movevo, das auf (betriebliche) Gesundheitsförderung spezialisiert ist. Der studierte Sportwissenschaftler und sein Team wurden als Nachhaltigkeits-Newcomer mit einem Trigos ausgezeichnet, den Kleine Zeitung-Geschäftsleiter Christopher Weiss übergab.
Blitzlichter von der Trigos-Gala

Unter den Gästen: IV-Geschäftsführerin Claudia Mischensky, Wirtschaftskammer-Vizepräsidentin Nika Basic, Gerold Taschek (Rotes Kreuz), BKS-Vorstand Dietmar Böckmann, Caritas-Direktor Ernst Sandriesser, Wirtschaftsdirektor Walter Pansi und Personaldirektorin Susanne Prentner-Vitek von der Diakonie de la Tour, Vorständin Uta Kogler-Maier und Nachhaltigkeitsbeauftragte Petra Ibounig-Exelsberger von der Raiffeisenlandesbank, Erich Auer (Umweltdachverband), Daniela Knieling, Geschäftsführerin der Plattform Respact, Alexandra Truppe (Carinthian International Center), Iris Strasser (Verantwortung zeigen) und Klaus Einfalt, CEO von SW Umwelttechnik.