Friaul stellt viele Radargeräte wieder scharf
Nach monatelanger Pause nimmt die Radarmessung wieder Fahrt auf. Für Messungen mit Laserpistole gibt die Polizei jetzt vorab einen Wochenkalender heraus.

In Friaul-Julisch Venetien wurden monatelang so gut wie keine Radarmessungen im Straßenverkehr durchgeführt. Grund dafür war eine italienweite Rechtsunsicherheit bezüglich der Radargeräte. Ein Rechtsanwalt brachte den Stein ins Rollen, nachdem er eine Strafe erhalten hatte. Weil er nachweisen konnte, dass das Gerät nicht normkonform war, gab ihm das Gericht Recht. Daraufhin entschieden sich viele Verkehrsteilnehmer, die wegen überhöhter Geschwindigkeit bestraft worden waren, für den Rechtsweg. Um sich weitere Probleme mit den Bürgern zu ersparen, verzichteten die Gemeinden weitgehend auf Geschwindigkeitsmessungen.
Seit diesem Sommer gibt es aufgrund einer Gesetzesänderung eine neue Liste mit jenen Radargeräten, die in Italien zur Geschwindigkeitsmessung eingesetzt werden dürfen. In Friaul-Julisch Venetien stehen laut der italienischen Nachrichtenagentur „Ansa“ insgesamt 113 Apparate. Davon dürfen 66 nach neuestem Stand in Betrieb genommen werden. Dazu kommen noch einige Laserpistolen, sodass die italienische Tageszeitung „Messaggero Veneto“ auf insgesamt 71 Geräte kommt. Die meisten Geräte, nämlich 39, befinden sich in der Provinz Udine, gefolgt von der Provinz Pordenone mit 19 Geräten. Sieben Geräte befinden sich in der Provinz Gorizia und sechs Geräte in Triest, Muggia und Duino Aurisina. Zu den Geräten zählen auch die drei auf der Autobahn A23 zwischen Tarvis und Udine. Zwei davon schauen in Richtung Norden und eines schaut nach Süden.
Zwei weitere Geräte befinden sich auf der Unfallstrecke Cimpello-Sequals. Die Gemeinde Bertiolo hat gemeinsam mit den Orten Rivignano-Teor und Varmo, mit denen sie im Bereich der Überwachung zusammenarbeitet, zwölf Messgeräte. Zusätzlich sind im Streckenabschnitt der regionalen Straße 95 von Madrisio im Bereich Bertiolo und Varmo nach Gesetz Geräte dazu autorisiert, die Geschwindigkeitsmessung und die darauf folgende Bestrafung auch ohne Zeugen vor Ort durchzuführen.
Eigener „Mess-Kalender“ veröffentlicht
In Italien darf nicht jedes aufgestellte Radargerät automatisch „Fotos schießen“ und den „Geblitzten“ mit einer Strafe belegen. In den meisten Fällen muss zusätzlich eine Polizeistreife gut sichtbar bei dem Gerät stehen. Deshalb sind die meisten Radargeräte leer. Auf den Autobahnen der Region sind jetzt wieder Polizeieinheiten der Polizia Stradale mit Radarpistolen unterwegs. Da es nur wenige gibt, wird ihr Einsatz genau geplant.
Die „Polizia di Stato” veröffentlicht den Kalender der in der gesamten Woche von ihr mit Laserpistolen durchgeführten Geschwindigkeitsmessungen immer montags auf ihrer Homepage. Da aber auch die „Polizia Locale“ einiger Gemeinden über Laserpistolen verfügt, ist der Radar-Messkalender nicht vollständig
Kulinarik-Fest statt Radarmessung
In Gorizia gibt es zum Beispiel ein derartiges Gerät. Dort wartet man mit dem Einsatz aber darauf, dass die Kulinarik-Veranstaltung „Gusti di frontiera“ (Kulinarik an der Grenze), die vom 24. bis zum 27. September mit ihren 300 bis 350 Ständen wieder Zehntausende Menschen in den Grenzort zu Slowenien locken wird, vorbei ist. Die Gemeindepolizei habe in diesem Zeitraum andere Aufgaben. Auf dem Weg von Monfalcone nach Grado hat die Präfektur von Gorizia nun aber die Möglichkeit der fixen Geschwindigkeitsmessung auf der Regionalstraße SR 354 erlassen. Für die die Staatsstraße SS 354 von Lignano hat die Präfektur von Udine ebenso eine fixe Messung beschlossen.