Kleinere Gasthaus-Rechnungen, aber „wir können Gästen nicht vorschreiben, was sie konsumieren sollen“
Die Kärntner Gastronomen klagen über weniger Besucher und schmälere Konsumationen. Konkret berichten 60 Prozent von niedrigeren Ausgaben pro Gast. Und es wird weniger Alkohol getrunken.
Obwohl die schönen Spätsommertage die Gastgärten noch gut füllen, ist die Stimmung unter den Kärntner Gastronominnen und Gastronomen alles andere als heiter. Denn die Unternehmer klagen über weniger Gäste und geringere Ausgaben der Gäste – insbesondere, was Getränke angeht. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Wirtschaftskammer Kärnten. 71 Prozent der Umfrageteilnehmer beobachten eine „gesunkene Besuchshäufigkeit“ gegenüber 2025. 60 Prozent berichten von niedrigeren Ausgaben pro Gast. 73 Prozent sehen eine geringere Zahl konsumierter Getränke pro Besuch. 85 Prozent beobachten konkret, dass weniger Alkohol konsumiert wird.
Passende Portionen, attraktive alkoholfreie Getränke
„Wenn Gäste seltener kommen und bei jedem Besuch weniger bestellen, ist das eine doppelte Herausforderung“, resümmiert Gastro-Sprecher Stefan Sternad, dessen Fachgruppe rund 2800 aktive Mitglieder hat. Es gelte, an der Angebotsentwicklung zu arbeiten und nicht darauf zu warten, dass wieder mehr bestellt wird. Gefragt seien passende Portionsangebote und attraktive alkoholfreie Getränke. Sternad: „Unsere Aufgabe ist nicht, den Gästen vorzuschreiben, was sie konsumieren. Unsere Aufgabe ist, mit veränderten Gewohnheiten wirtschaftlich umzugehen.“ Einmal mehr fordert er für seine Branche steuerliche Entlastungen und weniger Bürokratie. Auch das Geschäft mit Lieferservice-Plattformen müsse transparenter werden. „Provisionen und Zusatzkosten müssen verständlich sein. Wer über Plattformen verkauft, braucht Klarheit über Konditionen, Sichtbarkeit und den datenschutzkonformen Zugang zu Bestellinformationen. Gleichzeitig sollten Betriebe ihre eigenen Buchungs- und Bestellwege weiterentwickeln.“