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Tote bei pakistanischen Luftangriffen in Afghanistan

Bei pakistanischen Luftangriffen im Nordosten Afghanistans sind mindestens drei Menschen getötet worden. Vier weitere Personen seien verletzt worden, teilte der stellvertretende Taliban-Sprecher Hamdullah Fitrat am Montag auf der Onlineplattform X mit. Die Angriffe trafen demnach unter anderem ein Wohnhaus in der Provinz Kunar, in dem drei Mitglieder einer Familie starben. Im Bezirk Barmal in Paktika seien zudem ein Geschäft und ein unbewohntes Haus getroffen worden.

In der Grenzregion gibt es immer wieder Militäreinsätze
© APA/AFP/Aimal ZAHIR
In der Grenzregion gibt es immer wieder Militäreinsätze

Opfer wurden von dort nicht gemeldet. Beide Provinzen grenzen an Pakistan. Das Militär habe in den Provinzen Nangarhar, Kunar und Pakitka angegriffen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus pakistanischen Sicherheitskreisen. Gefechte im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet dauerten derzeit noch an, hieß es weiter. In der Provinz Paktika habe man Hintermänner eines Anschlags am Freitag getroffen.

Die Angriffe drohen die Spannungen zwischen den Nachbarländern nach einer fast dreimonatigen Phase relativer Ruhe wieder anzuheizen. Die Beziehungen sind seit Februar angespannt, als sich beide Seiten die schwersten Gefechte seit Jahren geliefert hatten. Die Regierung in Islamabad wirft Kabul vor, Aufständischen Unterschlupf zu gewähren, die von afghanischem Boden aus grenzüberschreitende Angriffe verüben. Die Taliban-Regierung weist die Vorwürfe zurück und erklärt, die Gewalt sei ein internes Problem Pakistans. Pakistan verfügt über eine weitaus größere Luftwaffe als das Nachbarland. Daten des in London ansässigen International Institute for Strategic Studies (IISS) zufolge besitzt Pakistan 422 Kampfflugzeuge und mehr als 260 Hubschrauber. Afghanistan hat keine Kampfflugzeuge, verfügt jedoch über mindestens sechs Flugzeuge, 23 Hubschrauber sowie Drohnen.

In den vergangenen Monaten war es in der Grenzregion wiederholt zu schweren Zwischenfällen gekommen. Am Freitag starben bei einem Selbstmordanschlag auf eine Polizeieinrichtung im nordwestpakistanischen Kohat mindestens 16 Menschen. Ende Juli wurden zudem bei einem Überfall der pakistanischen Taliban (TTP) auf einen Kontrollposten im Bezirk Tank mindestens 15 Personen getötet, darunter zwölf Soldaten. Pakistan reagierte auf die anhaltende Gewalt wiederholt mit Militärschlägen auf afghanischem Territorium. Ende Juni flog die pakistanische Luftwaffe Angriffe in den Grenzprovinzen Paktia, Paktika und Kunar, bei denen nach Regierungsangaben 25 Extremisten getötet wurden. Die Taliban warfen Pakistan dagegen vor, bei den Einsätzen zahlreiche Zivilisten getötet zu haben.