33-jähriger Priester ist neuer Seelsorger im Mölltal
Seit September ist Michael Rossian Pfarrprovisor von Heiligenblut und Sagritz. Der 33-Jährige wollte bereits als Kind Priester werden.

Wenn Michael Rossian über seinen Weg zum Priestersein erzählt, beginnt die Geschichte nicht in einem Seminar oder an der Universität, sondern in Rattendorf im Gailtal. Dort wuchs der heute 33-Jährige auf. Schon als Kind beschäftigte ihn der Gedanke, einmal Priester zu werden. Aus einem frühen Wunsch wurde schließlich eine Berufung, die er über Jahre hinweg immer wieder hinterfragte und erprobte. Seit 1. September ist Rossian nun Pfarrprovisor der Pfarren Heiligenblut und Sagritz. Für ihn beginnt damit ein neuer Abschnitt. „Dem Vergangenen – Dank! Dem Kommenden – Ja!“, schreibt er in seiner Begrüßung an die Pfarrangehörigen und zitiert damit Dag Hammarskjöld.
Rossian wurde 1993 in Villach geboren und wuchs in Rattendorf auf. Nach seiner Schulzeit begann er seine Priesterausbildung mit dem Propädeutikum in Horn in Niederösterreich. Anschließend übersiedelte er nach Graz ins Priesterseminar und studierte katholische Fachtheologie an der Karl-Franzens-Universität. 2022 schloss er sein Studium ab. Der Weg zum Priesteramt war für Rossian dabei nicht einfach eine gerade Linie. In einem Videoporträt erzählt er von seiner Berufung und davon, wie sich sein Wunsch, Priester zu werden, über die Jahre entwickelte. Eine wichtige Station war das „Offene Seminar“, durch das er seine Berufung näher kennenlernen und prüfen konnte.

Erste Erfahrungen in den Pfarren
Auch die Gemeinschaft im Priesterseminar prägte ihn. In Graz begegnete er Menschen aus unterschiedlichen Ländern und mit verschiedenen Traditionen. Dabei erlebte er, dass ein gemeinsamer Glaube auf unterschiedliche Weise gelebt werden kann. Während seiner Ausbildung musste er zudem eine gesundheitliche Herausforderung bewältigen. Bei ihm wurde eine Autoimmunerkrankung festgestellt, wodurch er rund ein Jahr nicht wirklich studienfähig war. Dennoch setzte er seinen Weg fort. Nach dem Studium begann für Rossian die praktische Arbeit in den Pfarren. Von 2022 bis 2024 war er zunächst als Pastoralpraktikant, nach seiner Diakonweihe am 8. Oktober 2023 als Diakon im Pfarrverband Bad St. Leonhard, Schiefling und Prebl im Lavanttal tätig.
Am 23. Juni 2024 wurde er von Diözesanbischof Josef Marketz im Klagenfurter Dom zum Priester geweiht. Eine zentrale Vorstellung davon, was Priestersein für ihn bedeutet, begleitet ihn seither: „Ich möchte mit den Menschen unterwegs sein.“ Die vergangenen beiden Jahre war Rossian als Kaplan im Pfarrverband St. Veit an der Glan mit den Pfarren St. Donat, Meiselding, Sörg und Gradenegg tätig. Nun führt ihn sein Weg wieder nach Oberkärnten. Was er aus seinen bisherigen Erfahrungen mitnimmt, formuliert Rossian in seiner Begrüßung an die Menschen in Heiligenblut und Sagritz sehr persönlich: „Eine Erfahrung ist mir gewiss: Gott geht alle Wege mit. Ihm begegne ich in den Mitmenschen.“
Diese Erfahrung soll auch seine Arbeit in den neuen Pfarren prägen. Rossian möchte nicht nur Gottesdienste feiern, sondern gemeinsam mit den Menschen unterwegs sein. Für seinen neuen Aufgabenbereich hat er dabei kein starres Programm mitgebracht. Vielmehr gehe es darum, miteinander zu lernen und den Glauben immer wieder neu zu entdecken. Die neue Aufgabe übernimmt Rossian von Pfarrprovisor Noah Mawaggali Mateega.