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Bund zahlt mit: Es wird ernst mit Elektrifizierung der Murtalbahn

Nach Grundsatzbeschluss des Landes Steiermark über 169 Millionen sichert Verkehrsminister Peter Hanke Mitfinanzierung zu. Auch das Land Salzburg will mitzahlen.

Auf die runderneuerten Dieselgarnituren der Murtalbahn sollen Schmalspur-Elektrozüge folgen. Die Ausschreibung steht bevor
© StB
Auf die runderneuerten Dieselgarnituren der Murtalbahn sollen Schmalspur-Elektrozüge folgen. Die Ausschreibung steht bevor
Josef Fröhlich
Redakteur Regionalredaktion Murtal & Murau

Über die Sommerferien stand die Murtalbahn aufgrund von Bauarbeiten still. Rund drei Millionen Euro flossen wie berichtet in die Erneuerung von Gleisen und Brücken in den Gemeindegebieten von Unzmarkt und Teufenbach-Katsch.

Seit Schulbeginn ist die besonders für Schüler und Pendler wichtige Verkehrsverbindung wieder in Betrieb – zwar mit optisch und technisch runderneuerten, aber dennoch sehr alten Garnituren. Die Aussicht auf eine umfassende Modernisierung wird jedoch immer konkreter. Ende Mai verkündete die steirische Landesregierung einen Grundsatzbeschluss für die Elektrifizierung der Bahn, auf der seit jeher Dieselloks unterwegs sind. Das Land will dafür 169 Millionen Euro bereitstellen. Voraussetzung dafür seien eine Beteiligung des Bundes und des Landes Salzburg.

Minister sagt Mitfinanzierung zu

Der Bund gibt nun grünes Licht, wie Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) am Freitag in einer Aussendung mitteilte. Um Kosten zu sparen, ist eine gemeinsame Beschaffung für die Schmalspurbahnen Murtalbahn, Zillertalbahn und Pinzgauer Lokalbahn geplant. Alle drei wollen auf elektrischen beziehungsweise Akku-Hybrid-Betrieb umsteigen. Minister Hanke: „Das Ministerium sichert den Ländern Steiermark, Salzburg und Tirol eine anteilige Mitfinanzierung bei der Beschaffung der neuen, elektrisch betriebenen Fahrzeuge zu.“

Auch Salzburg will mitzahlen

Mit dem Doppelbudget 2027/2028 sei das „Mittelfristige Investitionsprogramm für Privatbahnen“ um 25 Millionen auf rund 114 Millionen Euro aufgestockt worden, das ermögliche die Mitfinanzierung. Somit gibt es sowohl vom Land Steiermark als auch vom Bund Finanzierungszusagen. Wenn die Steiermark zahle, werde auch das Land Salzburg seinen Anteil leisten, heißt es auf Anfrage der Kleinen Zeitung aus dem Büro des Salzburger Verkehrslandesrates Stefan Schnöll.

„Seltene Spurweite“

Warum man die Fahrzeuge mit Salzburg und Tirol beschaffen will, begründet die steirische Verkehrslandesrätin Claudia Holzer (FPÖ): „Aufgrund der in Europa seltenen Spurweite der Murtalbahn von 760 Millimetern und der geringen Flottengröße besteht derzeit kein wirklicher Markt für die isolierte Beschaffung von Schmalspurfahrzeugen.“ Und sie fügt hinzu: „Vielen Dank an Bundesminister Peter Hanke für die stets konstruktive Gesprächsbasis, wenn es um steirische Verkehrsangelegenheiten geht.“ Auch Nationalratsabgeordneter und SPÖ-Verkehrssprecher Wolfgang Moitzi sowie der Murauer SPÖ-Bezirkschef Gerhard Hörmann bedanken sich in einer Aussendung öffentlich beim Minister.

Verkehrslandesrätin Claudia Holzer (FPÖ) bedankt sich bei SPÖ-Verkehrsminister Peter Hanke (r.) für eine „stets konstruktive Gesprächsbasis, wenn es um steirische Verkehrsangelegenheiten geht“
© Archivbild: Rendl
Verkehrslandesrätin Claudia Holzer (FPÖ) bedankt sich bei SPÖ-Verkehrsminister Peter Hanke (r.) für eine „stets konstruktive Gesprächsbasis, wenn es um steirische Verkehrsangelegenheiten geht“

Mit den neuen Garnituren soll sich die Fahrzeit zwischen Unzmarkt und Murau von 36 Minuten auf 24 Minuten verkürzen. Bis die ersten Elektrogarnituren rollen, wird es aber noch Jahre dauern. Zunächst geht es an die Ausschreibung, die laut Verkehrsministerium unmittelbar bevorstehe. Und das Projekt sei nicht nur für die Fahrgäste, sondern auch für die Wirtschaft wichtig: Man löse Aufträge für die Bahnindustrie und die Bauwirtschaft aus und sichere damit Wertschöpfung und Arbeitsplätze.