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Dieser Kärntner bringt die Massen zum Aufsteirern

Am Wochenende findet in Graz das „Aufsteirern“ statt. Mehr als 200.000 Menschen werden erwartet. Mit Markus Lientscher zieht ein Kärntner dabei die Fäden.

Ein Mann sitzt an einem Tisch und lächelt.
© Klz / Daniel Winter
Der gebürtige Oberkärntner Markus Lientscher organisiert mit drei weiteren Mitstreitern Österreichs größte Volkskulturveranstaltung – das „Aufsteirern“ in Graz.
Thomas Plauder
Redakteur Bundesland Steiermark

Das „Aufsteirern“ in der Grazer Innenstadt ist Österreichs größte Volkskulturveranstaltung. Im Vorjahr knackte man erstmals die 200.000er-Marke. Am Samstag (19. September) und Sonntag (20. September) ist es wieder so weit, die steirische Landeshauptstadt wirft sich in Schale und zieht die Festtagstracht an. Die Wetterprognosen für das Wochenende sind ideal, der Blutdruck von Markus Lientscher dementsprechend niedrig, wie er im Gespräch mit der Kleinen Zeitung lachend verrät.

Der gebürtige Oberkärntner zieht seit 25 Jahren mit seiner Frau Alexandra und dem Ehepaar Astrid und Giuseppe Perna und ihrer gemeinsamen „Ivents Kulturagentur“ die Fäden, bei der wohl steirischsten aller steirischen Veranstaltungen. Seine Kindheit und Jugend verbrachte Markus Lientscher im Forsthaus Stein in Dellach im Drautal. Sein Vater war Förster bei Heinrich Orsini-Rosenberg. „Ich bin aufgewachsen wie in einem alten Heimatfilm“, erinnert sich der 49-Jährige schmunzelnd. Hier in dieser sehr traditionell geprägten Umgebung sei er auch volkskulturell sozialisiert worden. „Ich war bei der Volkstanzgruppe, bei den Schuhplattlern und habe im Chor gesungen“, plaudert Markus Lientscher aus.

Von der Försterschule zur eigenen Kulturagentur

Der Schule wegen verschlug es ihn aber schon sehr früh in die Steiermark, wo er in Bruck an der Mur die Försterschule absolvierte. Dass er beruflich nicht in die Fußstapfen seines Vaters trat, hat mehrere Gründe. Neben der Schule arbeitete er als Kellner und Barkeeper in der Gastronomie und bei Events. Dabei lernte er auch seine heutige Ehefrau Alexandra kennen. Gemeinsam beschloss man, von der Obersteiermark in eine WG nach Graz zu ziehen, um dort Jus zu studieren. „Wir waren damals aber noch kein Paar, wir haben den umgekehrten Weg beschritten und sind zuerst zusammengezogen, ehe wir zusammenkamen“, verrät der Vater einer 17-jährigen Tochter und eines elfjährigen Sohnes augenzwinkernd.

Markus Lientscher, seine Frau Alexandra sowie Astrid und Giuseppe Perna (von rechts) haben gemeinsam die „Ivents Kulturagentur“ in Graz
© Klz / Daniel Winter
Markus Lientscher, seine Frau Alexandra sowie Astrid und Giuseppe Perna (von rechts) haben gemeinsam die „Ivents Kulturagentur“ in Graz

Während des Studiums bildete sich auch jenes Team, das größtenteils noch heute besteht und hinter dem „Aufsteirern“ steht. Heute lebt der begeisterte Mountainbike-Downhiller und Motorradfahrer mit seiner Familie in St. Radegund am Fuße des Grazer Hausbergs, dem Schöckl. Am 5. November wird der studierte Jurist 50. „Es ist der erste Geburtstag, über den ich nachdenke“, sagt Lientscher, „weil ich mich noch deutlich kindsköpfiger fühle und mental nicht annähernd in dieser Dekade angekommen.“

Er begeistert hundertausende Menschen

Neues entdecken, Neues entwickeln, außergewöhnliche Dinge tun und noch außergewöhnlichere Events erschaffen ist Markus Lientschers Passion. „In gewisser Weise bin ich eine Art Abenteurer“, charakterisiert sich der einstige Sänger einer Rock-Country-Coverband, der gerne reist und auch dabei am liebsten Neuland „erobert“, selbst. Für ein Zeltfest brauche man ihn „nicht anzurufen“, stellt er unmissverständlich klar. Lientscher denkt, ohne überheblich zu sein, in anderen Dimensionen. Denn das „Aufsteirern“ ist nicht die einzige Veranstaltung, bei der er und seine Mitstreiter zigtausende Menschen begeistern und bewegen. „Wir haben auch noch andere Babys“, sagt er stolz. Zu ihrem Adventmarkt auf dem Grazer Schloßberg pilgern alljährlich rund 250.000 Menschen, ihr magischer Lichterpark „LUMAGICA“ in Frohnleiten beeindruckt von Mitte November bis Mitte Jänner zwischen 100.000 und 120.000 Besucher und ihre Wassershow zu Silvester in Graz sorgt bei rund 60.000 Menschen jedes Jahr für Begeisterung.

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© Ripix
© Ripix © Richard Großschädl

Damit nicht genug, haben Lientscher und Co. doch seit einigen Jahren in Graz noch ein weiteres Unternehmen, mit dem man international tätig ist. „Wir bauen mobile Infrastruktur für Events“, erklärt der Veranstaltungsprofi. „Wir haben ein System entwickelt, das in Europa neu war und das irrsinnig schnell umsetzbar ist.“ Eine Hütte, wie sie auch beim „Aufsteirern“ verwendet werden, steht in acht Minuten“, sagt Lientscher der sich bereits über Kunden in Norwegen, Schweden, Deutschland, Israel oder der Schweiz freuen darf.

Der Traum vom „Aufsteirern“ in New York

Und wie sieht es mit Träumen aus? „Einen großen Traum gibt es schon noch“, verrät Lientscher schmunzelnd, „ein Aufsteirern in New York. Und in meiner Heimat Kärnten habe ich auch nie eine große Veranstaltung organisiert.“