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Für dieses Quartett ist das ganze Jahr „Aufsteirern“

Hinter der größten Volkskulturveranstaltung Österreichs steht seit 2002 ein und dasselbe Quartett. Doch nicht alle sind auch waschechte Steirer.

Zwei Frauen und zwei Männer halten eine Tafel mit dem Schriftzug „Aufsteirern“.
© KLZ/ Daniel Winter
Giuseppe Perna, seine Frau Astrid Perna-Benzinger sowie Alexandra und Markus Lientscher (von links) bilden seit 2002 ein kongeniales Quartett und organisieren gemeinsam das „Aufsteirern“.
Thomas Plauder
Redakteur Bundesland Steiermark

„Ihr Baby trägt Tracht“ titelte die Kleine Zeitung einmal in einer Geschichte über jenes Quartett, das hinter dem „Aufsteirern“ steht. Denn Österreichs größte Volkskulturveranstaltung ist das „Baby“ von Alexandra und Markus Lientscher sowie Giuseppe Perna und Astrid Perna-Benzinger. Die beiden Ehepaare sind gemeinsam seit 2002 der Motor des „Aufsteirerns“ und kümmern sich mit ihrer „IVENTS Kulturagentur“ um das Wohlbefinden ihres „Babys“ – heuer zum 25. Mal.

Als die Studentenfreunde 2002 in weinseliger Runde zusammensaßen und das „Aufsteirern“ erfanden, da konnte noch niemand erahnen, zu welch stattlicher Größe das Baby dereinst anwachsen würde. Im Vorjahr knackte man bei Prachtwetter erstmals die 200.000er-Marke. Und auch viele VIPs und Promis werfen sich alljährlich anlässlich des Aufsteirerns in die Tracht.

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© Ripix
© Ripix © Richard Großschädl

Auch für das Jubiläumsjahr 2026 hat sich das Veranstalterquartett wieder einiges einfallen lassen. Los geht es bereits am Mittwoch, dem 16. September, mit dem Eröffnungskonzert im Grazer Congress. Jazz-Sängerin Simone Kopmajer, Trompeter Thomas Gansch, die Global Kryner sowie die Härtel Family servieren dem Publikum eine außergewöhnliche musikalische Ouvertüre.

Imposantes „Aufsteirern“: 1000 Musiker, 200 Aussteller, 400 Tänzer

Am Samstag (19. September) und am Sonntag (20. September) wird die Grazer Innenstadt dann zur zünftig-steirischen Festmeile. Die Eckdaten sind imposant. Mehr als 200 Aussteller präsentieren Handwerk, Tracht und Kulinarik, auf 15 Bühnen und Tanzböden werden 1000 Musikerinnen und Musiker, 50 Tanzlmusigruppen und 400 Tänzerinnen und Tänzer für ein buntes Programm sorgen.

Aber wer sind nun die vier, für die das ganze Jahr über Aufsteirern ist? Wie viel Steiermark steckt in ihnen? Eines vorweg: Nicht alle sind waschechte Steirer.

Da wäre einmal der Italiener im Team. Giuseppe Perna kam vor 30 Jahren aus Palermo in die Steiermark, begann in Graz Kulturmanagement zu studieren. Mittlerweile ist dem Sizilianer, der sich unter anderem um die Organisation des Eröffnungskonzerts kümmert, das steirische Brauchtum sehr vertraut. „Ich habe ja auch drei, vier Lederhosen und verschiedene Trachten im Kleiderschrank“, plaudert Perna lachend aus. Perna ist selbst Musiker und Mitglied der italienischen Cross-over-Band „Vucciria“, bei der er singt sowie die Gitarre und die Maultrommel spielt. Verheiratet ist er mit Astrid Perna-Benzinger.

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Guter Ton zum Empfang für allerlei Ehrengäste
Guter Ton zum Empfang für allerlei Ehrengäste © Nadja Fuchs

„Sie ist die brutal gute Umsetzerin im Team“, charakterisieren ihre Kollegen die gebürtige Mürztalerin, die in Graz Biologie und Sport für Lehramt studierte. „Bei ihr klappt alles wie am Schnürchen, da gibt es Listen und jeder weiß Bescheid.“ Sonderthemen und Zahlen sind die Spezialgebiete von Perna-Benzinger, die auch in ihrer Freizeit nach eigenen Angaben „eine Allrounderin“ ist und sich gerne sportlich betätigt. „Ich mache jeden Sport gerne, aber nichts zu intensiv“, sagt die ausgebildete Lehrerin. Und gemeinsam mit ihrer Familie reist sie gerne. Die Reiselust wiederum eint sie mit den Lientschers, denn auch die beiden studierten Juristen packen – sofern es die Zeit zulässt – gerne ihre Koffer.

Sie ist das Herz des Aufsteirern-Teams

Alexandra Lientscher ist laut ihren Kollegen „das Herz“ des Aufsteirerns. „Sie hat einfach überall den Einblick, was die Teilnehmer betrifft, die ganzen Gruppen, das Programm, bei ihr laufen alle Fäden zusammen.“ Wenn die gebürtige Bruckerin diese Fäden einmal nicht in der Hand hat, dann schwingt die Mutter einer Tochter und eines Sohnes gerne den Tennisschläger oder tritt in die Pedale ihres Mountainbikes. „Ich fahre lieber bergauf“, stellt sie augenzwinkernd mit einem Blick auf ihren Ehemann klar. Denn der liebt es als Mountainbike-Downhiller rasant.

Der Kärntner für die heiklen Fälle

Markus Lientscher ist das Sprachrohr des „Aufsteirerns“, „der Entwickler“ im Team und der Mann für die Behördenwege. „Wenn es etwas Heikles gibt, schiebe ich das schon gerne dem Markus zu“, gesteht Alexandra Lientscher schmunzelnd. Aber der gebürtige Kärntner aus Dellach im Drautal, der in Bruck an der Mur die Försterschule absolvierte, in einer Rock-Coverband sang und gerne mit seinem Motorrad ausfährt, ist auch ein Garant dafür, dass sich das Volkskultur-Festival weiterentwickelt. „Das betrifft etwa die innovativen Infrastrukturteile, die auch das Bild des Aufsteirerns ausmachen oder die App“, sagt Giuseppe Perna. Und Markus Lientscher ist auch der Mann, der schon Wochen vor dem „Aufsteirern“ sämtliche Wetter-Apps mit Argusaugen und steigendem Blutdruck verfolgt. Für heuer rechnet er übrigens fix mit schönem Wetter. „Denn ich würde es als äußerst unfair erachten, wenn nach diesem Sommer das Wetter nicht passt“, sagt Markus Lientscher lachend. 2024 konnte er nicht lachen, da musste das „Aufsteirern“ wetterbedingt abgesagt werden.