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Es bedarf einer Spritpreisbremse, die wirklich greift

Hannes Gaisch-Faustmann
Stv. Ressortleiter Wirtschaft
Der Preis für Diesel erreichte am Mittwoch den höchsten Wert seit März
© IMAGO/Thorsten Wagner
Der Preis für Diesel erreichte am Mittwoch den höchsten Wert seit März

Der Krieg im Nahen Osten treibt die Preise für Treibstoffe, die Spritpreisbremse federt nur einen kleinen Teil ab. Österreich sollte nicht wieder warten, bis sich teure Energiepreise durch die gesamte Wirtschaft fressen.

24 Cent mehr für den Liter Diesel in gut zwei Wochen. 18 Cent beim Super. Das sind keine kleinen Preisschwankungen mehr, die man an der Zapfsäule achselzuckend zur Kenntnis nehmen kann. Zumal die viel diskutierte Spritpreisbremse den Anstieg nur um ein paar Cent abfedert.

Noch ist das vor allem ein Ärgernis für Autofahrer. Doch Energiepreise haben eine unangenehme Eigenschaft: Sie bleiben selten dort, wo sie entstehen.

Der Spediteur zahlt mehr für den Treibstoff. Der Installateur für seine Transporte. Die Supermarktkette für die Logistik. Und so weiter. Und irgendwann findet sich die Rechnung in den Preisen für Brot, Gemüse, Baustoffe, Dienstleistungen – kurz: in der gesamten Wirtschaft – wieder.

Deshalb sollte man nicht warten, bis sich die nächste Inflationswelle ausbreitet. Denn dann wird es teuer, gegenzusteuern. Und politisch wird aus der Frage nach einer Entlastung schnell die Frage, wer die Rechnung begleicht. Dass es dafür quasi keine budgetären Spielräume gibt, verschärft die Lage freilich noch.

Doch Österreich hat bei den Energiepreisen schon einmal erlebt, wie schnell aus einem externen Schock ein Problem für Haushalte und Unternehmen werden kann. Die Spritpreise sind daher ein eindringliches Warnsignal, das gehört werden sollte, in Wien wie in Brüssel. Mehrere Vorschläge für Gegenmaßnahmen liegen auf dem Tisch. Ein durchaus mögliches Szenario für die kommenden Wochen und Monate: Diesel und Benzin um die 2,50 Euro je Liter und aufwärts. Dann bedarf es einer Bremse, die wirklich greift.