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Fürstenfeld verlässt Klimabündnis und wird Ökopionier-Kleinstadt

Im Fürstenfelder Gemeinderat hat man den Ausstieg aus dem Klimaschutz-Netzwerk „Klimabündnis“ beschlossen – mit Gegenstimmen der Grünen. Mit der Aussicht auf hohe Förderungen will man nun als Ökopionier-Stadt durchstarten.

Ausstieg aus dem Klimabündnis einerseits, Start als Ökopionier-Stadt andererseits: Darüber wurde unter anderem im Gemeinderat abgestimmt
© KLZ / Moritz Weinstock
Ausstieg aus dem Klimabündnis einerseits, Start als Ökopionier-Stadt andererseits: Darüber wurde unter anderem im Gemeinderat abgestimmt
Moritz Weinstock
Regionalredaktion Hartberg-Fürstenfeld

Im Fürstenfelder Gemeinderat wurde der Ausstieg aus dem Verein Klimabündnis beschlossen – ohne die Stimmen der Grünen. Nach rund 30 Jahren Mitgliedschaft will man nun neue Wege einschlagen.

„Der Fürstenfeldbezug ist beim Klimabündnis fast nicht gegeben“, erklärte Sozialreferent Joachim Friesnigg von der ÖVP in der Gemeinderatssitzung. Damals noch für die Grünen in Fürstenfeld aktiv, hatte er sich einst selbst für den Einstieg in das kommunale Klimaschutz-Netzwerk stark gemacht.

Heute gehe es jedoch nicht mehr nur um Bewusstseinsbildung, sondern vielmehr darum, konkrete Maßnahmen zu setzen. Zudem sei man ohnehin Teil des Bündnisses Klima- und Energiemodellregion (KEM), das ähnliche Bildungs- und Informationsangebote biete.

Das Klimabündnis Steiermark bildet als einer von neun Bundeslandvereinen gemeinsam den Verband Klimabündnis Österreich und initiiert und unterstützt klimafreundliche Maßnahmen vor Ort
© Klimabündnis Steiermark, Screenshot
Das Klimabündnis Steiermark bildet als einer von neun Bundeslandvereinen gemeinsam den Verband Klimabündnis Österreich und initiiert und unterstützt klimafreundliche Maßnahmen vor Ort

Anders sehen es hingegen seine ehemaligen Parteikollegen von den Grünen. Harald Peindl gab etwa zu bedenken, dass das Klimabündnis viel für die Allgemeinheit tue, etwa durch Schul- und Kindergartenbesuche. Seiner Ansicht nach sorge es für das nötige „Basiswissen“.

Mit Ausstieg spart Fürstenfeld rund 2700 Euro ein

Die Mitgliedschaft kostet Fürstenfeld rund 2700 Euro pro Jahr. Parteikollege Josef Rauscher (Grüne) gab bereits vor der Gemeinderatssitzung zu bedenken: „Für eine Stadt unserer Größe ist das ein überschaubarer Betrag.“

Das, was man als Gegenleistung bekomme, etwa Beratungsangebote und Bildungsprojekte, bringe Klimaschutz direkt zu den Menschen. Etwas schärfer ordnete Peindl im Gemeinderat die Ersparnis durch den Ausstieg ein: „Das wäre ein Feuerwerk weniger im Sommer.“

Sozialreferent Friesnigg hielt dem entgegen, dass die Frauen- und Mädchenberatung in Fürstenfeld nur rund 1000 Euro bekomme. Wichtig für ihn sei besonders der Fürstenfeldbezug. Das Klimabündnis mit Sitz in Graz, vielen Mitarbeitern, die man mitfinanziere, und Projekten im Ausland, passe da nicht hinein.

Ökopionier-Stadt werden zu wollen, begrüßt der Grüne Josef Rauscher – der Ausstieg aus dem Klimabündnis hätte jedoch nicht sein müssen
© Die Grünen Steiermark
Ökopionier-Stadt werden zu wollen, begrüßt der Grüne Josef Rauscher – der Ausstieg aus dem Klimabündnis hätte jedoch nicht sein müssen

Mit drei Gegenstimmen wurde der Antrag auf den Ausstieg letztlich beschlossen. Der frühestmögliche Zeitpunkt dafür sei laut Stadträtin Yvonne Medina Sandino der 31. Dezember 2026. Der Ausstieg aus dem Klimabündnis geht jedoch einher mit der Bewerbung um ein Bundesprojekt, von dem sich die Stadt indes Großes verspricht.

Fürstenfeld will Ökopionier-Stadt werden

So wurde im Gemeinderat auch einstimmig über die Bewerbung als Ökopionier-Kleinstadt entschieden. Die vom Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) und vom Klima- und Energiefonds mit bis zu 500.000 Euro geförderte Initiative unterstützt Städte dabei, klimafreundlicher zu werden.

Fürstenfeld hatte bereits im April erklärt, klimafitter werden zu wollen. Als Ökopionier-Stadt will man nun sogar bis April 2027 eine neue Stelle im Rathaus schaffen, das „Klima-, Energie- und Baumanagement“. Der Ausstieg aus dem Klimanbündnis und der Weg zur Ökopionier-Stadt sei laut Franz Jost der Weg in „die nächste Liga“.

Bis zu 500.000 Euro an Förderungen erhalten Ökopionier-Kleinstädte und Mittelstädte für die Umsetzung klimafreundlicher Ziele
© KLZ / Moritz Weinstock
Bis zu 500.000 Euro an Förderungen erhalten Ökopionier-Kleinstädte und Mittelstädte für die Umsetzung klimafreundlicher Ziele

Die Grünen begrüßen den Vorstoß zwar, sehen das Klimabündnis jedoch als wertvolle Ergänzung, aus dem man nicht hätte aussteigen müssen. „Es gibt keinen Grund, Ökopionier-Stadt und Klimabündnis gegeneinander auszuspielen“, meint Rauscher. Gemeinden wie Feldbach würden zeigen, dass ein Nebeneinander möglich ist.

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