Steiermark-Kärnten-Kooperation lediglich „Show der Landesfürsten“

Im Rahmen einer gemeinsamen Regierungskonferenz einigten sich die Landeshauptmänner von Kärnten und der Steiermark öffentlichkeitswirksam, künftig stärker kooperieren zu wollen. Das sagen unsere Leserinnen und Leser dazu.
Steiermark und Kärnten wollen durch die Koralmbahn enger zur „Area Süd“ zusammenwachsen. Bei ihrer vierten gemeinsamen Regierungskonferenz beschlossen die Landeshauptmänner Mario Kunasek und Daniel Fellner 24 Anträge und unterzeichneten eine Absichtserklärung. Geplant sind Kooperationen bei Hochschulen, Forschung, Wirtschaft, Katastrophenschutz, Schulsport, Kultur und Gesundheit. Die MedUni Graz und Kärntens Landesspitäler sollen enger zusammenarbeiten.
Vom Bund fordern die Länder unter anderem ein regionales Klimaticket, eine bessere Stellung im Finanzausgleich und höhere Zuschüsse für Straßen und Brücken. Auch die Anerkennung der deutschsprachigen Minderheit in Slowenien wird verlangt. Die Opposition begrüßt die Kooperation grundsätzlich, kritisiert aber fehlende konkrete Umsetzungsschritte und bürokratische Hürden.
„Schlimm wäre, sie würden sich in den Rücken fallen“
Verhalten fallen auch die Reaktionen der Leserinnen und Leser im Forum der Kleinen Zeitung aus. So zeigt sich etwa „nina2014“ wenig begeistert von den teils unkonkreten Ankündigungen der Bundesländer: „Wenn man solche Meldungen liest, dann glaubt man, Island möchte mit Südafrika mehr Zusammenarbeit!! Aber NEIN!!! Das passiert in Österreich!! Traurig, aber wahr!“
Weniger dramatisch sieht „werner1954“ den jüngsten Auftritt der beiden Landeshauptleute: „Schlimm wäre es, würden sie sich gegenseitig in den Rücken fallen.“
Außer großen Tönen gibt es nicht einmal die Bereinigung des Klimaticket-Desasters zwischen Steiermark und Kärnten durch die zwei autonomiebewussten Politiker.
— Imandazu
Gänzlich anderer Meinung ist „Imandazu“: „Die ‚Show‘ der zwei Landesfürsten entpuppt sich schnell als politisches Armutszeugnis: Außer großen Tönen gibt es nicht einmal die Bereinigung des Klimaticket-Desasters zwischen Steiermark und Kärnten durch die zwei autonomiebewussten Politiker.“ Zudem sei die Bundesverfassung mit „ihrer Landesfürstenstruktur“, so „Imandazu“ weiter, „ein Modell des 19. Jahrhunderts und nicht der Zukunft“.
„Österreich braucht keine elf Regierungen“
Ähnlich lautet die Argumentation von „pj32“, wonach aus der proklamierten Metropolregion „Area Süd“ eine gemeinsame, politische Einheit unter dem Namen „Österreich Süd“ werden sollte: „Damit kann man mindestens einen Landeshäuptling, eine komplette Landesregierung, einen kompletten Landtag einsparen.“
Endlich dringt es durch! Wir als Kleinland haben viel zu viele Bundesländer und Hand in Hand dazu Verwaltungen. Eine Reduktion bringt nur Gewinner!
— seierberger
Auch könnten politische Entscheidungen auf diese Weise schneller und effizienter getroffen werden, ist „pj32“ überzeugt. Einen Schritt weiter geht „walterkaernten“ mit der Forderung, sämtliche Bundesländer ersatzlos zu streichen.
Ein Gedanke, der auch „seierberger“ nicht fern zu liegen scheint: „Endlich dringt es durch! Wir als Kleinland haben viel zu viele Bundesländer und Hand in Hand dazu Verwaltungen.“ Eine dementsprechende Reduktion würde „nur Gewinner“ bringen. „Wer jetzt wann mit wem zusammengeht, muss natürlich genau abgewogen werden. Aber mit einer Zusammenlegung liegt man nicht falsch.“
