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Steiermärkische Sparkasse schließt weitere Zukäufe nicht aus

Die Steiermärkische Sparkasse übernimmt in Nordmazedonien eine weitere Bank. Vorstandschef Georg Bucher schließt eine weitere Expansion in Südosteuropa nicht aus, rechnet mit steigenden Zinsen und fordert mehr Tempo bei den EU-Beitritten von Westbalkan-Ländern.

Georg Bucher, Vorstandschef der Steiermärkischen Sparkasse
© WERNER KRUG
Georg Bucher, Vorstandschef der Steiermärkischen Sparkasse
Manfred Neuper
Wirtschaft

„Das ist leider unerträglich.“ Wenn es um die EU-Beitrittsperspektiven in Südosteuropa geht, hat Georg Bucher mit seiner Meinung noch nie hinter den Berg gehalten. Der Vorstandschef der Steiermärkischen Sparkasse wird nicht müde, mehr Tempo zu fordern. Er hoffe, dass zumindest die Gespräche mit Montenegro rasch zu einem Abschluss gebracht werden können, „das wäre ein ganz wichtiges Signal für die gesamte Region.” Doch es brauche auch für die anderen Länder am Westbalkan ein klares Bekenntnis der EU, so Bucher. „Ich befürchte, dass es sonst in spätestens 15 Jahren zu erheblichen sozialen Spannungen kommen könnte, weil die jungen und gut ausgebildeten Menschen diese Länder verlassen – und das passiert nach wie vor in sehr starkem Ausmaß.“

Im Steiermärkischen Sparkassen-Konzern steuert das Auslandsgeschäft mit Töchtern in Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien und Slowenien rund 40 Prozent der Ergebnisse bei.

„Klares Bekenntnis“

Im ersten Halbjahr lag der Überschuss nach Steuern im Gesamtkonzern bei 270,6 Millionen Euro, im Vergleichszeitraum 2025 waren es 227,5 Millionen Euro. In Nordmazedonien wird, wie berichtet, mit der Uni Bank Skopje die dritte Bank seit 2008 übernommen, dadurch erhöhe sich der Marktanteil im Privatkunden- und Kommerzgeschäft auf 18 Prozent. Die Übernahme von 72,9 Prozent der Anteile von zwei Hauptgesellschaftern wurde fixiert. Ziel sei es, bis zu 100 Prozent der Bank zu übernehmen, daher wird den restlichen Aktionären ein Pflichtangebot unterbreitet.

Der Abschluss der Transaktion wird im zweiten Quartal 2027 erwartet. Zum exakten Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, laut Bucher, liege er „geringfügig über dem aktuellen Börsenwert von derzeit 61 Millionen Euro". Der Zukauf sei „ein klares Bekenntnis zum Land Nordmazedonien sowie zur EU-Beitrittsperspektive“.

„Resiliente steirische Wirtschaft“

Weitere Übernahmen in jenen Märkten, in denen die Sparkasse bereits vertreten sei, „sind absolut möglich, wir schauen uns weiterhin aktiv um, etwa in Slowenien und Bosnien, wo unser Marktanteil noch unter zehn Prozent liegt“, so Bucher unter Verweis auf die Eigenkapitalsituation der Sparkasse. Im ersten Halbjahr kletterte das Eigenkapital um 6,7 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro, bis Jahresende werden es 4,4 Milliarden Euro sein.

Das Kreditwachstum der Auslandstöchter lag zuletzt in einer Bandbreite zwischen fünf und 14 Prozent. „Die Menschen in der Region stellen sich Krisen mit einer positiveren Einstellung als in anderen Ländern“, so Bucher. Doch auch in der Steiermark liege man trotz des herausfordernden Umfelds heuer mit Stand Ende August im Firmenkundengeschäft bei einem Kreditwachstum von 3,3 Prozent, „das ist erfreulich und zeigt, wie resilient die steirische Wirtschaft im Kern ist.“

„Erste Pflänzchen“

Es sei, so Bucher, nicht hilfreich, „ständig die Spirale nach unten“ zu beschwören. „Natürlich gibt es Betriebe, die mit Problemen kämpfen, das will ich auch nicht schönreden oder verharmlosen, jeder Arbeitsplatz, der verloren geht, ist ein Drama." Aber man sehe „erste Pflänzchen, wenn auch noch keine nachhaltige positive Wende“. Die aktuellen Energiepreissteigerungen dürften die Inflation weiter befeuern, auf Unternehmensseite sieht man nun noch einmal verstärkte Investitionen in Alternativenergieprojekte, um Öl oder Gas zu ersetzen.

Zukunftsdepot? „Sehe ich sehr positiv“

Kräftig zugelegt habe die Nachfrage nach privater Pensionsvorsorge, „hier bewährt sich das digitale Angebot in Kombination mit der Beratung vor Ort.” Bucher sieht daher auch das derzeit diskutierte Zukunftsdepot, das für Kinder bis 18 Jahre eine steuerfreie Geldanlage am Kapitalmarkt ermöglichen soll, „sehr positiv". Er hoffe auf eine rasche Umsetzung, „es ist wichtig, Eltern und Jugendliche für finanzielle Vorsorge zu sensibilisieren, dafür ist das ein zentraler Baustein." Umfragen zeigen, dass 40 Prozent der Bevölkerung Angst vor Altersarmut haben, „das darf uns nicht egal sein, dem Thema müssen wir uns stellen."

Wie geht‘s mit den Zinsen weiter? Die EZB hat den Leitzinssatz zuletzt um einen Viertelprozentpunkt auf 2,5 Prozent angehoben. „Es spricht einiges dafür, dass es heuer noch zu einer weiteren Erhöhung kommt“, sagt Bucher.

Halbjahres-Bilanz

Der Überschuss nach Steuern des Steiermärkische Sparkassen-Konzerns betrug im ersten Halbjahr 2026 270,6 Millionen Euro und lag damit über dem Wert des 1. Halbjahres 2025 (227,5 Millionen Euro).

Die Bilanzsumme im Konzern stieg im Vergleich zum 31. Dezember 2025 um rund 100 Millionen Euro auf 23,9 Milliarden Euro.

Die Betriebserträge stiegen um 10,4 Prozent von 458,9 Millionen Euro auf 506,7 Millionen Euro. Laut Unternehmen lag das vor allem am höheren Zinsergebnis und einem höheren Ergebnisbeitrag aus dem kroatischen Teilkonzern.

Der Provisionsüberschuss erhöhte sich um 7,1 Millionen Euro auf 112,2 Millionen Euro.

Das Eigenkapital stieg um 6,7 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro.