Nach Wohnhausbrand im Murtal: „Wir sind gesund, wir sind unendlich dankbar“
Eine fünfköpfige Familie verlor in Fohnsdorf vor wenigen Tagen ihre gesamte Existenz. Welle der Hilfsbereitschaft berührt.

Die geliebten Kuscheltiere sind für immer verloren – verbrannt in einem Feuer, das noch viel schlimmer hätte ausgehen können. Am Samstag brannte ein Einfamilienhaus in Fohnsdorf bis auf die Grundmauern nieder. Die fünfköpfige Familie befand sich zum Zeitpunkt des Brandes beim Mittagessen in einem nahen Gasthaus. Blickt man auf die völlig verrußten Ruinen, wird klar: Die Eltern und ihre drei Kinder hatten großes Glück im Unglück.
Auch der Familienhund überlebte die Tragödie wie durch ein Wunder. Der kleine weiße Hund konnte vom Atemschutztrupp der Feuerwehr im Zuge der Nachlöscharbeiten geborgen werden. „Wir waren beim Tierarzt, es geht ihm gut – aber er ist sehr müde“, berichtet die Mutter. Sie betont: „Wir sind alle gesund, das ist das Wichtigste.“
Welle der Hilfsbereitschaft
Sämtliches Hab und Gut ist freilich verloren. Dokumente, persönliche Andenken, Erinnerungsstücke, die Schulsachen der drei Kinder. Noch am Wochenende rief die Gemeinde zu einer großen Spendenaktion auf. „Die Resonanz war überwältigend“, erzählt Bürgermeister Volkart Kienzl von emotionalen Szenen. „Schulfreunde sind gekommen und haben ihre eigenen Schultüten oder Spielsachen gebracht. Es ist viel, viel mehr zusammengekommen, als wir je gedacht hätten.“

Aktuell wohnt die Familie bei Nachbarn, vier Wohnungen hat die Gemeinde indes kurzfristig organisiert. Eine davon wird dieser Tage bezogen – sie liegt in unmittelbarer Nähe zum abgebrannten Wohnhaus. „Die Eigentümer der Wohnungen stellen diese kostenlos zur Verfügung“, betont Kienzl. Ob das alte Haus jemals wieder saniert werden kann, ist unklar. Besonders bitter: Das Einfamilienhaus wurde gerade umfassend modernisiert, die Baustelle war kurz vor der Fertigstellung.
Flohmarkt und Spenden
Ist die neue Wohnung bezogen, kann die Familie die Sachspenden sortieren. Was nicht gebraucht wird, kommt über Umwege wieder der Familie zugute: In Absprache mit den Spendern veranstaltet die Gemeinde einen Flohmarkt, der Reinerlös fließt an die Familie. Zusätzlich wurde ein Spendenkonto eingerichtet (siehe unten).
Die Flut an Spenden und die Welle an Hilfsbereitschaft hat die Familie zutiefst berührt: „Danke. Einfach nur Danke, mehr können wir nicht sagen. Wir sind unendlich dankbar und können es nicht in Worte fassen.“ Langsam kehrt man nun in den Alltag zurück. „Die Kinder gehen zur Schule, wir haben für den Moment alles. Wie es weitergeht, wissen wir nicht.“
Auch Volkart Kienzl will sich bedanken: „Die ganze Gemeinde hat zusammengehalten.“
Spenden für die Familie
Spendenkonto: Gemeinde Fohnsdorf
IBAN: AT58 3834 6000 0946 4579
Verwendungszweck: Notfallhilfe Hausbrand
